Verrückt nach Mark

Corina Bomann
Verrückt nach Mark

My Story, streng geheim! 4
cbj-Verlag, München, Originalausgabe: 8/2008
PB mit Klappbroschur, Jugendbuch, Romance, 978-3-570-13542-6, 222/995
Titelgestaltung von Zeichenpool/Milena Djuranovic, München unter Verwendung von Motiven Corbis, getty images, Shutterstock und Fotolia
Vignetten von N. N.

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Kurz vor den Sommerferien lässt die 14-jährige Luna ihre Umhängetasche in der U-Bahn liegen. Glücklicherweise bringt sie der ehrliche Finder nur wenig später vorbei. Bevor das verdutzte Mädchen reagieren kann, ist der Traumtyp, der sich als Mark vorstellte, schon wieder weg. Warum nur hat Luna ihn nicht zum Dank auf ein Eis eingeladen?

Um Mark wieder zu sehen, setzt Luna alle Hebel in Bewegung: Sie gibt eine Annonce in der Zeitung auf, hängt schließlich sogar Phantombilder von ihm auf – aber Mark rührt sich nicht. Vielleicht hat er die Anzeigen gar nicht gesehen oder ist verreist. Dann jedoch sieht Luna ihn in einer Eisdiele, aber ausgerechnet in Begleitung der Zicke Bianca. Lunas Hoffnungen zerplatzen wie eine Seifenblase.

Trost könnte Thomas bieten, der sich sehr um sie bemüht, aber Luna kann sich einfach nicht vorstellen, mit ihm zu gehen und hält ihn auf Distanz. Um Mark aus ihrem Kopf zu verbannen, will Luna ihr Bestes beim Manga-Wettbewerb geben, den ihr Stammbuchladen veranstaltet. Als der große Tag gekommen ist, muss sie entsetzt feststellen, dass sie erneut ihre Tasche mit den Stiften in der U-Bahn vergessen hat…

„Verrückt nach Mark“ ist der vierte Band der „My Story, streng geheim!“-Reihe von cbj. Diese Bücher wenden sich an aufgeschlossene Mädchen zwischen 12 und 14 Jahren, die spritzige, zeitgenössische Lektüren zu aktuellen Themen den angestaubten Internats- und Pferde-Geschichten vorziehen. Shopping und hippe Klamotten, Musik und Disco, Manga-Zeichnen und ‚Starlet’-Träume, Ferienaktivitäten und niedliche Jungs interessieren weit mehr als Mittenachtspartys, die ‚doofe Neue’ an der Schule, das störrische Pony und das Ausmisten der Ställe.

Corina Bomann stellt darum ein Mädchen in den Mittelpunkt ihrer Geschichte, mit der sich Altersgenossinnen leicht identifizieren können: Luna lebt mit ihrer Mutter zusammen, und beide haben ein prima Verhältnis. Daran ändert sich auch nichts, als sich die Mutter neu verliebt. Über ihre Sorgen und Freuden kann sich Luna immer mit ihren Freundinnen Bine und Nico unterhalten, die ihr per Handy und PC auch während der Ferien immer mit gutem Rat zur Seite stehen. Gegen dieses Trio kommt auch die Zicke Bianca nicht an. Lunas liebstes Hobby ist das Manga-Zeichnen – und vielleicht hat sie eine Chance bei einem Zeichenwettbewerb.

Fehlt bloß noch der Traumprinz… Allerdings ist es mit Mark und Thomas wie mit der Taube auf dem Dach und dem Spatz in der Hand – was nun?

Obwohl die Story alles hat, was sie braucht, um die Zielgruppe anzusprechen, will der Funke nicht so recht überspringen. Lunas Welt ist zu heil und unkompliziert. Die Handlung plätschert ohne nennenswerte Höhepunkte vor sich hin und ist – für erfahrene Leserinnen – vorhersehbar. Man ahnt früh, an welche Stellen die Puzzleteile fallen werden, das Ende ist süß, zufrieden stellend, aber kein Knaller.

Etwas mehr hätte man wirklich herausholen können, doch da Lunas Freundinnen in den Urlaub abgeschoben werden und die Zicke bloß zwei kleine Auftritte hat, fehlt einfach die Interaktion mit anderen Charakteren; SMS und Email ist zu wenig. Auch Thomas bleibt blass und wird von Luna recht kühl behandelt, obwohl er nur freundlich sein möchte und schnell begreift, dass er keine Chance hat. Er bleibt ihr dann trotzdem auf gewisse Weise erhalten. Mark wird zweihundert Seiten lang angehimmelt, und dass er am Schluss so toll ist, wie Luna erhofft hat, wirkt wenig realistisch.

Das Thema ‚Manga’ wird nur oberflächlich angeschnitten. Während beispielsweise in „Doppelt verliebt hält besser“ Allgäuer Kochrezepte verraten und in „Traumtänzer gesucht“ Fachtermini aus dem Ballett erklärt werden, vermissen die Insider hier einige Titel (erwähnt wird nur „Lady Snowblood“), Fachtermini und Querverweise, die den Aha-Effekt hätten auslösen können. Vermutlich hat die Autorin den einen oder anderen Manga gelesen und nutzt diese Kenntnisse für ihre Jugendromane, doch bleibt das Gefühl, dass sie sich nur ein Klischeebild verschaffen konnte und nicht tiefer in die Materie eindrang.

Die Gestaltung des Buchs ist sehr gefällig: Paperback mit Klappbroschur, (Metallic-) Foliendruck, collagenartiges Titelbild mit einem Motiv im ‚Manga-Stil’, passend zum Inhalt.

„Verrückt nach Mark“ ist nicht ganz so spritzig und überzeugend wie die anderen Titel der „My Story“-Reihe, aber Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Wem die anderen Bände vielleicht schon zu aufgedreht erschienen, dem wird vielleicht diese etwas ruhigere Geschichte mehr zusagen. Manga-Fans könnten allerdings auch ein wenig enttäuscht sein, da auf dieses Thema nur am Rande eingegangen wird. (IS)

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My Story. Streng geheim. Verrückt nach Mark

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