Voll eklig! – 55 eklige Dinge und was dahinter steckt

Bärbel Oftring
Voll eklig! – 55 eklige Dinge und was dahinter steckt

Haupt Verlag, Bern (CH), 09/2014
Paperback
Kinderbuch, Sachbuch/Mitmachbuch, Naturwissenschaften, Kulturgeschichte, Wissensquiz
ISBN 978-3-258-07843-4
Titelillustration und -foto von Roberta Bergmann & Tonia Wiatrowski sowie
Tofuxs/Dreamtime (Kakerlake), Dzinnik Darius/Shutterstock (Pferdekot)
Farbige Illustrationen im Innenteil von Roberta Bergmann & Tonia Wiatrowski, Fotos aus verschiedenen Quellen

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Es gibt eine ganze Menge Dinge, die man „voll eklig!“ findet, deren Anblick – manchmal sogar schon der Gedanke daran – ein unangenehmes Gefühl, Übelkeit oder Panik hervorrufen kann. Wie intensiv jeder empfindet, ist individuell verschieden und hängt ab von dem, was man vielleicht selbst Gruseliges in diesem Zusammenhang erlebt hat, wie man erzogen und von der Familie geprägt wurde, welchem Kulturkreis man angehört. Was viele abstößt, das ist beispielsweise alles, was mit Tod zu tun hat, ferner Fäkalien und andere Körperausscheidungen, Verdorbenes und scheußliche Gerüche, aber auch bestimmte Tiere wie Ratten, Schlangen, Würmer, Spinnen u. v. m.

Warum manche Dinge ein Ekelgefühl auslösen, erklärt Bärbel Oftring in kurzen, nicht zu komplizierten Sätzen, durchaus auch unter Benutzung von Fachtermini in kindgerechter Sprache: Bis zu einem Alter von etwa 2 Jahre kennt man die genannten Ängste und Abscheu nicht, doch dann bildet sich im Gehirn durch gesammelte Erfahrungen und die Erziehung ein ‚Ekelzentrum‘ heraus, das die entsprechenden Reaktionen hervorruft. Bei diesen handelt es sich i. d. R. um einen Schutzmechanismus, der jeden Menschen vor giftigen Tieren und Pflanzen, ungenießbarem Essen und Wasser, schädlichen Abgasen und anderen Gefahren warnt.

In alphabetischer Reihenfolge trug die Autorin die wohl gängigsten „55 ekligsten Dinge“ zusammen und klärt darüber auf „was dahinter steckt“: welche Vorgänge im Körper für die Entstehung von Ausscheidungsstoffen verantwortlich und wie wichtig diese Abläufe für die Gesundheit und das Leben sind; wie nützlich ‚schleimige‘ Pilze und ‚gruselige‘ Insekten sind, indem sie verrottende Substanzen zersetzen und so dem natürlichen Kreislauf wieder zuführen; dass in manchen Ländern Insekten, Würmer und Spinnen als Delikatessen gelten und vielleicht in naher Zukunft vielleicht auch bei uns den Speiseplan bereichern, um die Ernährung zu sichern; usw.

Jedem Ekel-Objekt ist eine Doppelseite gewidmet. Zunächst beschreibt die Autorin das Phänomen und liefert einige interessante Informationen. Daneben befindet sich ein „Ekel-Barometer“, auf dem man ankreuzen darf, ob man diese Sache „überhaupt nicht eklig“, „ein bisschen eklig“, „manchmal eklig“, „sehr eklig“ oder „schauerlich eklig“ findet. Meist folgen weitere Ausführungen, beispielsweise dass die Menschen in anderen Ländern inmitten von Müll leben müssen und nur schmutziges Wasser für die Ernährung und zum Waschen haben, weil es weder Müllabfuhr noch Kanalisation und Kläranlagen gibt; welche Hausrezepte man einst anwendete, um eine Warze loszuwerden; usw. Hinzu kommen Erklärungen, was man an einem Gegenstand besonders eklig findet und warum das so ist.

Zum Mitmachbuch wird der Titel durch Quizfragen, Bastelanleitungen für ‚Ekeldinge‘, Tipps u. a. m. Am Ende des Bandes stehen die Auflösungen, und es werden einige Seiten angeboten, auf denen man die Objekte eintragen und mit Fotos versehen kann, die man erforscht hat und besonders eklig findet. Aufgrund der Beschäftigung mit diesen Dingen kann es durchaus sein, dass man so manches davon plötzlich gar nicht mehr als so grässlich empfindet, denn man weiß jetzt, wofür es notwendig ist, wie es funktioniert – und dass eigentlich kein Grund besteht, sich davor zu fürchten, wenn man bestimmte Regeln einhält (Hygiene, Verdorbenes nicht essen, giftige Tiere nicht anfassen etc.). Die Dinge werden von der Autorin beim Namen genannt, was mitunter etwas drastisch und vulgär wirkt. Die meisten Kinder dürften das lustig finden, zumal es oft um Tabuthemen geht und Worte verwendet werden, die man nicht benutzen soll, so die Erwachsenen. Einige junge Leser könnten aber tatsächlich auch die Wortwahl „voll eklig!“ finden, da sie es gewohnt sind, die Dinge anders zu nennen oder zu umschreiben. Das ist übrigens ein Punkt, der jetzt nicht innerhalb der „55 ekligen Dinge“ auftaucht …

„Voll eklig!“ ist ein altersgerecht erstelltes Sachbuch, das Themen aufgreift, über die man nicht gern oder wenig spricht. Es liefert leicht verständliche Erklärungen, weshalb man sich vor manchen Dingen – grundlos oder zu Recht – ekelt. Die Ausführungen sind nicht zu lang und werden aufgelockert durch viele farbenfrohe Zeichnungen und Fotos sowie bunt unterlegte oder hervorgehobene Kästchen mit speziellen Informationen und Aufgaben. Das Buch eignet sich für das gemeinsame Lesen und Betrachten mit älteren Kindergartenkindern und für Grundschüler, die mehr über die aufgezählten Dinge wissen wollen.

Copyright © 2014 by Irene Salzmann (IS)

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