We all fall down

Eric Walters
We all fall down
21 centurythrill 3

(sfbentry)
Genesis Alpha, New York, 2007
Kosmos Verlag, Stuttgart, 08/2009
PB, Jugendbuch, Thriller
ISBN 978-3-440-12095-8
Aus dem Amerikanischen von Dr. Maria Zettner
Titelgestaltung von Mathis Weymann

www.kosmos.de/
www.21st-centurythrill.com/
www.ericwalters.net/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Will soll von seiner Schule aus einen Arbeitstag mit seinem Vater verbringen und seine Erfahrungen im Rahmen eines Projekts vorstellen. Wills Vater arbeitet in einem Aktienbüro im World Trade Center. Es ist der 11. September 2001, und das Leben von Will und seiner Familie wird nach diesem Tag nie wieder dasselbe sein, denn am frühen Morgen stürzt eine Linienmaschine in den Nordturm. Will, sein Vater John und die übrigen Mitarbeiter sind fassungslos vor Entsetzen. Wenig später stürzt ein weiteres Flugzeug in den Südturm, und plötzlich befinden sich Vater und Sohn inmitten eines wahr gewordenen Alptraums …

Die tragischen Ereignisse des 11. September wurden bereits mannigfach in Büchern und Filmen thematisiert. Auch der amerikanische Schriftsteller Eric Walters nahm sich der Terroranschläge an, wollte die Geschichte aber aus der Sicht eines Jungen schildern, der zum Zeitpunkt der Einschläge im Gebäude weilte. Frei von Pathos und politischen Wertungen liegen Walters vor allem die Eindrücke und Gefühle seiner Protagonisten am Herzen. Einfühlsam, authentisch und glaubwürdig gelingt dem Autor ein beklemmendes Kammerspiel, in dem sich Vater und Sohn durch 85 Stockwerke nach unten arbeiten müssen, ungewiss, was sie dort erwartet. Ganz nebenbei kommen sich Vater und Sohn in der Extremsituation wieder näher, denn John Fuller hat viel Zeit in seine Arbeit investiert und dabei seine Familie, vor allen Dingen seinen Sohn Will, vernachlässigt.

Dabei ist Walters die Charakterdarstellung der Hauptfiguren glänzend gelungen. Der Autor beschreibt den Überlebenskampf normaler amerikanischer Bürger mit all ihren Ängsten, Schwächen und Stärken. Will sieht, wie sein Vater reagiert, und seine anfängliche Ablehnung und Skepsis wandelt sich langsam, aber sicher in Bewunderung, ohne dass der Roman an irgendeiner Stelle kitschig oder unglaubwürdig wird. Um den Leser direkt in das Geschehen mit einzubeziehen, schildert Walters seine Geschichte aus der Sicht von Will, wodurch der Leser immer auf dem Wissensstand des Protagonisten bleibt und genauso viel oder wenig weiß wie er. Dadurch bleibt die Story spannend und mitreißend, zumal die Ereignisse derart real und erschreckend geschildert werden, dass man um das Wohlergehen der handelnden Personen bangen muss. Die atemberaubende Hatz durch das World Trade Center entwickelt sich zu einem Pageturner, der nicht grundlos Eingang in die Reihe „21centurythrill“ fand.

„We all fall down“ hält, was der Klappentext verspricht: „Garantierte Atemlosigkeit bis zur letzten Seite“ – und das hätten durchaus auch fünfzig mehr sein dürfen. Das Cover zeigt die Türme des World Trade Centers vor dem Attentat. Die angedeuteten Sprünge, die den Eindruck vermitteln, die Silhouette durch eine defekte Scheibe zu betrachten, wecken das Gefühl drohenden Unheils und passen somit perfekt zu Titel und Story. „We all fall down“ ist atemberaubend spannend, eine authentische Schilderung der tragischen Ereignisse vom 11. September und zugleich ein Abenteuerroman, der bis zur letzten Seite fesselt.

Copyright © 2011 by Florian Hilleberg (FH)

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