Zu cool zum Sterben

zu-cool-zum-sterbenMichael Simmons
Zu cool zum Sterben

Finding Lubchenko, USA, 2005
Arena Verlag, Würzburg, 7/2008
PB, Jugendroman, Thriller
ISBN 9783401063010
Aus dem Amerikanischen von Stefan Bauer
Titelgestaltung von Frauke Schneider

www.arena-verlag.de
www.extremee.org/

Evan Macalister ist der Sohn eines sehr reichen und genialen Mannes. Leider ist dieser Mann, als Witwer, nicht wirklich in der Lage eine Beziehung zu seinem Sohn aufzubauen. So kommt es, dass Evan trotz oder gerade durch die mehr als strenge und unpersönliche Erziehung nicht das ist, was man einen Mustersohn nennen könnte. Da sein Vater ihm Geld oder sonstige Vorzüge, die man aus dem Vermögen ziehen könnte, vorenthält, verlegt sich der 17-jährige auf Diebstähle in der väterlichen Bio-Tech-Firma, in der er zumindest jobben darf. Als sein Vater wegen Mordes verhaftet wird, ist Evan aber trotz aller Unstimmigkeiten klar, dass er versuchen wird, ihm zu helfen. Zudem allein die Idee, sein Vater könnte zu einer derartigen Tat fähig sein, einfach zu lächerlich scheint. Mit der Unterstützung seiner Freunde findet Evan Spuren, die ihn bis nach Paris führen. Dort hofft er, Informationen zu bekommen, die seinen Vater entlasten.

Leider dauert es bis über zwei Drittel des Romans, bis die Geschichte so in Fahrt kommt, dass man annähernd von einem Agententhriller sprechen kann, welchen der Klappentext verspricht. Die ersten zweihundert Seiten werden vom Ich-Erzähler nur zur indifferenten Selbstdarstellung genutzt. Vieles wird angesprochen, aber letztlich dann mit einem Egal! abgetan. Der Protagonist ist sich einerseits absolut im Klaren darüber, dass vieles von dem, was er tut, falsch ist, weiß sich aber andererseits auch nicht anders zu helfen, will sich letztlich nicht anpassen oder den überzogenen Ansprüchen seines Vaters gerecht werden: eigentlich die üblichen Probleme eines jeden Jugendlichen – hier, in diesem Roman, nur etwas zu ausführlich breit getreten und nicht wirklich spannend in Szene gesetzt.

Es gibt keine echten Antagonisten, die über die Gesamtheit des Romans einen Gegenpol zum Erzähler darstellen, und somit bleibt es bei der leicht übersteigerten Egozentrik des jungen Mannes, als der er sich selbst immer wieder sieht. Was leider über knapp dreihundert Seiten nicht wirklich gut unterhält. Selbst der Flug nach Paris, um dort einer Spur nachzugehen, wird zu einer langen Party mit Unterbrechungen, führt zwar auch zu einem großen Schritt vorwärts in Bezug auf eine Freundin, bleibt aber letztlich nur ein weiterer bunter Hintergrund, eine Projektionsfläche für Evans Ego. Interessant dabei ist am ehesten noch die Darstellung der französischen Hauptstadt, die Faszination die ‚etwas Altes’ auf den jungen Amerikaner ausübt und wie dieses ‚europäische Leben’ auf ihn wirkt.

Im Großen und Ganzen ist der Roman in einem leichten, lockeren Stil geschrieben und lässt sich gut lesen. Vermisst wird aber die Welt voller Gefahren und internationaler Intrigen…, die so vollmundig auf dem Klappentext angekündigt wird. Es sei denn, man interpretiert den Besuch eines asiatischen Restaurants entsprechend. Das Buch ist ein netter Zeitvertreib, ohne Tiefgang oder große Spannung, dessen deutscher Titel eigentlich sogar deutlicher macht, was den Leser erwartet, als es der Originaltitel tut. (3xPRT)

Thomas Folgmann (ft)

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Zu cool zum Sterben

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