Indien – Die neue vegetarische Küche

indisch-kochenIndien – Die neue vegetarische Küche
(sfbentry)

Verlag Zabert Sandmann GmbH, München, 2009
Texte und Rezepte von Vidhu Mittal
Fotos von Sanjay Ramchandran
Übersetzung von Renate Weinberger
Originaltitel: Pure Simple – Homemade Indian Vegetarian Cuisine
208 Seiten, ISBN 978-3-89883-233-5
www.zabertsandmann.de

Mit Indien verbinden vor allem Westeuropäer exotische und scharfe Gerichte, die zumeist auch anspruchsvoll zuzubereiten sind. Das stimmt auch weitgehend, doch Autorin Vidhu Mittal hat es sich zur Aufgabe gemacht die Kochkunst Indiens mit den Geschmäckern Europas zu kombinieren. Das Resultat ihrer jahrelangen Arbeit ist vorliegendes Kochbuch: „Indien – Die neue vegetarische Küche“. Was beim aufschlagen und lesen des Buchs zuerst auffällt, ist das große Selbstbewusstsein mit der Frau Mittal von sich und ihren Kochkünsten spricht. Die Autorin weiß sich in Szene zu setze und auch ihre Kinder geben ein paar Worte zum Besten, um die Frau Mama ordentlich zu loben.

Sicherlich, hier wird ein wenig übertrieben. Aber schnell spiegelt sich die mehrjährige Erfahrung von Vidhu Mittal wider, die ihren Lesern geschickt die indische Küche näherbringt. Das sie dabei auf eine jahrelange Praxis baut, ist am Aufbau des Kochbuchs erkennbar. So gibt es erst einmal eine umfassende Warenkunde, um dem Hobbykoch einen Überblick über Gewürze, Aromen, Kräuter, Hülsenfrüchte und Kochuntensilien zu geben. Die meisten Dinge sind im örtlichen Supermarkt zu bekommen, bei einigen Sachen steht aber der Besuch in einem gut sortierten Asia-Shop an. Wer keine Arbeit scheut, kann etliche Grundzutaten auch selbst herstellen. Auf über zwanzig Seiten werden Zubereitungstipps beschrieben, um indischen Frischkäse oder Curry herzustellen. Auch die Vorbereitung von Gemüse, das Schälen von Mandeln und andere Dinge werden erklärt. Die Autorin geht dabei auf viele Details ein.

Im Mittelpunkt stehen natürlich die Rezepte. In sechs großen Kapiteln geht Vidhu Mittal auf Drinks, Suppen, Salate, Snacks, Vorspeisen, Hauptgerichte, Reis, Brot, Beilagen und Desserts ein. Etliche der Speisen wirken exotisch, sind aber auch für den westeuropäischen Gaumen leicht verträglich. Andere Rezepte kommen einem sofort bekannt vor und zeigen, dass manche Sachen international vertraut sind. Schön ist dabei, dass jede Zubereitung mit einer deutschen Bezeichnung und der passenden indischen Benennung aufgeführt wird. Das gilt sogar für Gerichte wie Gemüsesuppe oder auch Vanillepudding mit Früchten.

Wie dem Titel zu entnehmen, handelt es sich bei sämtlichen Rezepten um vegetarische Gerichte. Die indische Küche mit ihrer Vielfalt an Gewürzen und Aromen eignet sich hier besonders gut. Durch den hohen Anteil an Hülsenfrüchten wird dabei auch der Bedarf an gesundem Eiweiß gedeckt. Mahlzeiten wie Urdbohnencurry mit Bockshornklee, pikante Mungobohnen oder auch Kichererbsencurry mit Bittergurken sind zudem auch lecker. Schon die Namen der Rezepte lassen einem das Wasser im Munde zusammenlaufen, doch spätestens die exzellenten Fotografien von Sanjay Ramchandran tragen dazu bei, dass man zum Kochlöffel greift uns loslegt.

Die gelungene Bebilderung ergänzt die Gerichte perfekt. Immerhin werden mehr als einhundert Originalrezepte Schritt für Schritt vorgestellt und entsprechend visuell dokumentiert. Dadurch ist es leicht sich die einzelnen Kochschritte vorzustellen und die Anweisungen umzusetzen. In den Fußzeilen gibt es zudem stets noch hilfreiche Tipps, um die Warenkunde zu vertiefen oder das Rezept zu verändern. Überhaupt sind Variationen das A und O des Buchs. Am Ende findet sich eine Zusammenstellung unterschiedlicher Mahlzeiten zu leckeren Menüs und auch Snackvariationen für Partys und Büffets.

„Indien – Die neue vegetarische Küche“ ist ein beachtenswertes Kochbuch. Leider gibt es keine Nährwertangaben, doch das ist zu verschmerzen. Durch den leicht verständlichen Text und die gute Illustration lassen sich die Rezepte unproblematisch nachkochen. Die Autorin Vidhu Mittal hat sichtlich großen Wert auf einfache Zugänglichkeit und praktische Anwendung gelegt. Das kommt jedem Hobbykoch zugute und sorgt für ein gelungenes Buch, dass sich vor allem für Vegetarier und Freunde exotischer Gerichte eignet. Doch auch Kenner anderer Küchen können gefahrlos einen Blick riskieren.

Copyright (c) 2009 by Günther Lietz

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