Fassaden

Susanne Sonntag
Fassaden

AAVAA Verlag
ISBN 978-3-86254-265-9
Thriller
1. Auflage 2010
Covergestaltung: Tatjana Meletzky, Berlin
Taschenbuch, 284 Seiten

www.aavaa.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Zur Autorin:

Susanne Sonntag wurde 1975 im südbadischen Emmendingen geboren und verbrachte dort ihre Schulzeit. Nach dem Abitur arbeitete die Autorin unter anderem in Südafrika und den USA und fand schließlich als Flugbegleiterin einer internationalen Fluggesellschaft ihren Traumberuf, in dem sie bis heute arbeitet. Erst im Jahr 2004 setzte sie sich intensiv mit dem Schreiben auseinander. Es folgten zahlreiche Kurzgeschichten für Anthologien und Frauenzeitschriften. „Fassaden“ ist ihr erster Roman. Susanne Sonntag lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern im grenznahen Frankreich.

Zum Buch:

Alexandra Hofer ist Flugbegleiterin und seit kurzem mit Thorsten verheiratet, der ein Kind aus erster Ehe hat. Das Mädchen, Lea, lebt abwechselnd bei ihrer Mutter und ihrem Vater und damit zwangsläufig auch in Alexandras Haushalt. Alexandras Beziehung zur Tochter ihres Mannes ist alles andere als gut und so ist sie recht verärgert als sie nach der Rückkehr von einem Flug den Anruf von Thorsten erhält, dass sie auf Lea aufpassen soll, weil diese plötzlich erkrankt ist und er selbst nicht abkömmlich ist. Merkwürdigerweise aber findet Alexandra ihren Wagen nicht auf Anhieb. Es stellt sich heraus, dass dieser abgeschleppt wurde, weil ihre Parkmarke nicht, wie eigentlich immer, an der Windschutzscheibe hing. Kurz darauf geschehen noch merkwürdigere Dinge, jemand scheint ins Haus eingebrochen zu sein und die Tapete in Leas Zimmer aufgeritzt zu haben usw. Thorsten ist hier nicht der fürsorgliche Ehemann, sondern ein unsympathischer Zeitgenosse, der jeden Fehler zunächst immer bei seiner Frau sucht.

Alexandra fühlt sich am Rande eines Zusammenbruches und lässt sich durch einige ihr nahe stehende Personen in ihrer Meinung bestärken, dass mit ihr selbst etwas nicht stimmen könnte. Diese Vermutung liegt doch nahe, wo bereits ihre Mutter in  psychiatrischer Behandlung war und schließlich Selbstmord beging. Alexandras Schwester Eva kommt auf die Idee Dr. Hagen aufzusuchen, den Arzt, der als Einziger auch die Vergangenheit ihrer gemeinsamen Mutter kannte. Doch damit werden Ereignisse in Gang gesetzt, die Alexandra nicht erahnen konnte.

Susanne Sonntag entführt uns in die Vergangenheit einer Familie, in der das Leben nicht immer ein leichtes war. Viele Charaktere, die hier nach und nach in den Vordergrund rücken, haben sich ihr Leben zu Recht gerückt, haben Fassaden aufgebaut, die die Wahrheit verdecken. Hier möchte ich vor allem den Titel des Buches als besonders gute Wahl bezeichnen.

In Rückblicken werden Ausschnitte aus der Vergangenheit präsentiert, die der Leser erst nach und nach bestimmten handelnden Personen zuordnen kann. Lange fragt sich der Leser, wer hinter allen diesen Geschehnissen stecken mag, aber die Wahrheit ist wohl völlig anders als erwartet. Für ihren ersten Roman präsentiert die Autorin hier ein wirklich gelungenes Werk mit schönen Ideen und interessanter Umsetzung. Ein großes Manko des Buches sind die vielen Fehler, die auf ein mangelhaftes Lektorat zurückgeführt werden müssen. Das Cover ist passend, leider nur ist der Einband nicht besonders gut, so dass das vordere Cover bereits nach einmaligem Öffnen des Buches immer leicht abgerundet in die Höhe steht.

Wer einmal einen Blick hinter so manche menschliche Fassade werfen möchte, liegt mit diesem Buch genau richtig.

Copyright © 2011 by Iris Gasper

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Comments

  1. Ganz vielen lieben Dank für die tolle Rezension zu meinem Buch. Auch wenn mir die Sache mit dem mangelhaften Lektorat wirklich ganz schrecklich peinlich ist, freue ich mich dennoch riesig, wenn zumindest der Inhalt gefällt.
    Viele Grüße aus Frankreich
    Susanne Sonntag

  2. Meinst du mit „mangelndem Lektorat“ das unvollständige Ausmerzen von Tippfehlern und die Korrektur von Satzzeichen? Oder die wirkliche Lektoratsarbeit wie Korrekturen zu Logikfehlern, Perspektivwechsel, wer-spricht-gerade, Chronologie, Motivation der Protagonisten und dergleichen mehr.

    Wenn es sich um Ersteres handelt, dann finde ich, sollte das der Autor mit seiner Rechtschreibfunktion selbst erledigen und nicht die Agentur oder der Verlag. Übrigens weist gerade AAVAA unter Punkt 1 seiner Empfehlungen für Autoren auf diesen Punkt hin.

    mgg
    galaxykarl 😉

  3. Jaaa,Galaxykarl, ich fürchte, es geht um ersteres…Erwischt. Zu meiner Entschuldigung kann ich nur sagen, dass diese Hinweise erst nach meiner Zeit kamen. Dennoch gebe ich dir Recht, hatte diesen Punkt einfach unterschätzt.

  4. Ich weiß, ich weiß, hier kommt die alte Korinthe wieder durch. Und ab und an muss ich doch mein Image dazu pflegen. Und seid alle versichert: Ich solchen Dingen fasse ich mir immer zuerst an die eigene Nase.

    Hab gerade die Demoversion des Duden Korrektors heruntergeladen; schlappe 230 MB und hab´s über meinen Fantasy-Roman laufen lassen. Das Programm hat doch tatsächlich noch ungefähr 15 Unkorrektheiten gefunden … in 440 Seiten. Was mich in meinem vorhandenen Sprachgefühl und bescheidenem Rechtschreibwissen bestätigt. Aber 15 durch mich gefundene und korrigierte Fehler sind eben 15 weniger, die zu einer Ablehnung führen könnten. Scheint cool zu sein das Programm. Kosten rund 30,– €. Werde ich mir wahrscheinlich kaufen.

    Wieder ein Tipp für meinen Artikel … na, ihr wisst schon.

    Gute Nacht Freunde und galaktische Grüße von
    galaykarl ;-))

  5. Der Duden-Korrektor läuft übrigens mit allen verbreiteten Office-Systemen wie MS-Office 0, über MS-Office 5 bis MS-Office 2010 😉

    Nicht jeder kann oder will sich das leisten. Aber klar, es gibt auch für alle anderen Office-Pakete gute Rechtschreibprüfungen in allen Sprachen. Und da gebe ich dir recht, anknipsen und Fehler korrigieren.

    Bei einem meiner letzten Texte hatte ich es allerdings geschafft, dass die Rechtschreibprüfung nicht angesprungen ist, bzw. sie hat gleich gemeldet, dass sie fertig sei. Ich habe mich gefreut (*freu, Luftsprung*), bis ich ‚asdf‘ eingetippt habe 🙁 Keine Reaktion. Dem Text, habe ich schließlich festgestellt, war keine Sprache zugeordnet.
    Schön, so macht man auch Texte ohne Fehler 😉

  6. Kleiner Tipp für die Sparfraktion: 30 Tage Demo-Version ist ja mehr als genug Zeit, seine Texte damit auf Vordermann zu bringen. Mein 440-Seiten-Schinken hat gerade Mal eine halbe Stunde Korrekturzeit gebraucht. OK, OK, waren auch nur 15 Fehler auf 440 Seiten; aber das hatte ich ja schon erwähnt.

    Allerdings ist die Duden-Redaktion nicht blöd. Man muss sich mit vollem Namen anmelden und dann kommt der Freischalt-Link für die Demo-Version per Email. Wenn also die 30 Tage abgelaufen sind, wird man sich die Software für knapp 30,– € kaufen müssen (was ich sicher tun werde). Denn so blöd ist der Programmierer nicht, dass er nicht einem erneuten Downloadversuch der gleichen Person Einhalt gebieten würde.

    Und noch zwei Argumente für den Kauf:
    1. Ein perfekter Text sollte einem (angehenden, weltweit berühmten und stinkend reich werdenden) Autor doch wohl 30,– € am Beginn seiner unglaublichen Karriere wert sein.
    2. Qualität hat seinen Preis. Und der Duden ist halt nun mal der Duden. Der Elfenbeinturm der deutschen Sprache. Und Schmarotzerverhalten war eh noch nie mein Ding. Danke Duden für diese tolle Software.

    Mit galaktischen Grüßen
    galaxykarl 😉

  7. Achso, da habe ich mich wirklich undeutlich ausgedrückt. Die 30Euro für das Duden-Ding sind völlig ok, da gebe ich dir recht, Galaxykarl.
    Nein, ich meine MS-Office für Hunderte und Aberhunderte von sauer verdienten Euros.

    Und das Duden-Plugin habe ich nur für MS-Office gesehen. Das finde ich ganz traurig 🙁 Was ist mit den „großen“ Konkurrenten OpenOffice oder den neuen Strang LibreOffice? Schläft der Duden?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.