Flammen im Sand

Gisa Pauly
Flammen im Sand

Sylt-Krimi mit Mamma Carlotta 4
Piper, München, 06/2010
PB, Krimi
ISBN 978-3-492-25837-1
Titelgestaltung Eisele Grafik-Design, München unter
Verwendung eines Fotos von Anja Weber-Decker

www.piper.de
www.gisa-pauly.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Carlotta Capella – „Mamma Carlotta“ – ist erneut bei ihrem Schwiegersohn Erik Wolf und ihren beiden Enkeln Carolin und Felix auf Sylt zu Besuch. Und natürlich gerät sie stante pede in den nächsten Fall, den Erik Wolf aufzuklären hat, und ermittelt auf ihre typisch resolut-naive und höchst sympathische Weise auf eigene Faust, was wieder einmal für etliche Schmunzler während des Lesens sorgt.

Carolin will nach bereits etlichen gehegten Berufswünschen nun Modedesignerin werden und absolviert ein Praktikum im Modeatelier von Yvonne Perrette und ihrer Schwester Geraldine Bertrand. Mamma Carlotta und ihre Enkelin sollen dort auch bei der nächsten Modenschau mitlaufen. Yvonne ist Mamma Carlotta sehr sympathisch und ihre Schwester Geraldine das genaue Gegenteil – auch weil diese ein Verhältnis mit dem verheirateten Baustoffhändler Wilko Tadsen haben soll, der moralisch an seine im Rollstuhl sitzende Frau gefesselt ist. Sofort ergreift Mamma Carlotta Partei für die ‚arme Gelähmte‘, und ihre Antipathie Geraldine gegenüber wächst, so wie ihr Mitleid für Yvonne, die eine Beziehung mit dem gewalttätigen Jannes Pedersen (Wilkos bester Freund) führt, dem das Haus gehört, in dem sich ihr Modeatelier befindet.

Die Turbulenzen gehen los, als bei Bauarbeiten an einem Hotel ein Skelett gefunden wird, ein menschliches, das ca. 5 Jahre dort lag und bei dem es sich vermutlich um die Überreste einer Frau handelt. Einer, die ermordet worden sein muss, denn am Schädel werden Verletzungen gefunden. Sonderbarerweise ist genau in der Zeit Jannes’ Frau Elske verschwunden. Angeblich hat sie ihn verlassen und einen Abschiedsbrief geschrieben.

Mamma Carlottas Sylter ‚Freunde‘ Tove Griess (Imbissbudenbesitzer) und Fietje Tiensch (Strandwärter) sind natürlich auch wieder mit von der Partie, und besonders Tove scheint in diesen Fall direkt involviert zu sein. Mamma Carlotta knüpft aber auch Kontakt zu neuen Menschen wie Marikke Tadsen, die gelähmte Frau von Wilko, und wird von ihr auf einen Kaffee eingeladen, aber auch zu einer der Nachbarinnen ihres Schwiegersohns. Weitere Personen betreten die Bühne – z. B. Stefan Lürsen, der Schwager der Staatsanwältin, und dessen Vater (lebt im Pflegeheim), der immer von einem großen Geheimnis stammelt, und Menno Koopmann, Chefredakteur des Inselblatts.

Es geht also wieder einmal rasant zu – rund um Mamma Carlotta. Es gibt Tote, einen seltsamen ‚Handel‘ mit Luxusuhren und sonderbare ‚Beziehungen‘ jedweder Art. So scheint die der französischen Schwestern Yvonne und Geraldine auch nicht völlig ungetrübt zu sein, aber Geraldine hatte auch Kontakt zu Elske (waren Brieffreundinnen) – und irgendwie sind alle miteinander verwoben, und nichts scheint so zu sein, wie es nach außen wirkt. Nichts will recht passen, und alle hüten Geheimnisse. Und schnell fragt sich der Leser: Wurde Elske von ihrem gewalttätigen Mann ermordet? Ist das Skelett, das man gefunden hat, ihres? Ein Zahnabdruck soll Antwort auf diese Frage bringen. Was bedeuten Mamma Carlottas Beobachtungen über sonderbare Geschehnisse in Toves Imbiss, der plötzlich renoviert wird? Woher stammt der Geldsegen? Dann erscheint Geraldine auch noch bei Erik Wolf und meldet, dass ihre Schwester verschwunden ist …

Ab dann überstürzen sich die Ereignisse. Gisa Pauly unterhält gewohnt kurzweilig und souverän, mit einem Augenzwinkern, mit viel menschlicher Wärme, die Mamma Carlotta verströmt, dennoch spannend und vor allem wieder ohne Länge. Dank mittlerweile vier Bänden verleiht die Autorin den Charakteren immer mehr Tiefe, und der Leser erhält das Gefühl, zusammen mit Mamma Carlotta einen weiteren Besuch auf der Insel und in der Familie Wolf und ihrem Umfeld abzustatten. Vor allem löst dieser Band den Wunsch in einem aus, wiederkehren zu können oder Mamma Carlotta auch visuell in Serie gehen zu sehen.

Die Aufmachung des Bandes ist wieder gewohnt solide – im üblichen Taschenbuchformt. Leider haben die vier „Mamma Carlotta“-Bände kein einheitliches Layout (Buchumschläge), was bei einer Reihe/Serie ins Auge sticht. Das ist aber auch das einzige kleine Manko. „Mamma Carlottas“ vierter Fall ist spritzig, menschlich warm, humorvoll und spannend – und stets umweht von einer imaginären Inselbrise. Das weckt Lust auf mehr!

Copyright © 2011 by Alisha Bionda (AB)

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