Glutnester

Gabriele Diechler
Glutnester

Gmeiner Verlag
ISBN 978-3-8392-1120-5
Krimi
1.Auflage 2011
Umschlaggestaltung: U.O.R.G. Lutz Eberle, Stuttgart
unter Verwendung eines Fotos von tschanga / photocase.com
Taschenbuch, 272 Seiten

www.gmeiner-verlag.de
www.gabriele-diechler.at

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Zur Autorin:

Gabriele Diechler wurde 1961 in Köln geboren und lebt heute als erfolgreiche Drehbuchautorin in Seewalchen am Attersee. Neben ihrer Arbeit für ARD und ORF schreibt sie seit vielen Jahren Kinderbücher. Mit dem Roman „Glutnester“ setzt sie ihr Krimidebüt „Engpass“ fort.

Zum Buch:

Mit „Glutnester“ entführt uns die Autorin Gabriele Diechler erneut in das scheinbar beschauliche Unterwössen, in die bayrische Provinz. Nachdem Elsa Wegener in Köln von ihrem Mann geschieden wurde, muss sie zurück in ihre neue Heimat. Die Arbeit ruft,  nachdem die zuckerkranke Luise Gasteiger tot, in ihrem Zimmer eingeschlossen, aufgefunden wurde. Sie starb an Unterzucker, denn nach Einnahme ihrer Medikamente konnte sie wegen des von außen verschlossenen Zimmers keine Kohlenhydrate zu sich nehmen. Wer kommt auf solch eine Idee? Elsa Wegener und ihre Kollegen Karl Degenwald und Ben Fürnkreis nehmen mit Unterstützung des Gerichtsmediziners Michael Horn die Ermittlungen auf.

Bereits kurz darauf wird eine weitere Tote entdeckt: Veronika, Luises Schwester, voll gepumpt mit Schmerz- und Narkosemitteln. Der Verdacht fällt schnell auf die Familie, auf Luises Mann, der scheinbar nicht nur mit dieser in Liebe verbunden war, sondern auch mit Veronika, auf den Schwiegersohn und die Tochter von Luise, die den Hof der Familie lieber heute als morgen gegen den Willen der Alten verkaufen wollten. Aber ist der Täter wirklich im engsten Familienkreis zu finden? Und was hat es mit den mit Namen beschrifteten Slips auf sich, die in Unterwössen plötzlich mehrfach gefunden werden?

Elsa Wegener ist in ihrem Element. Der Fall lässt sie nicht los, aber auch ihr Privatleben beschäftigt sie sehr. Neben der Sorge um die pubertierende Tochter Anna, dreht sich ihr Leben auch mehr und mehr um die Frage ob sie einen neuen Mann an ihrer Seite zulassen möchte und soll. Interessenten gibt es da genug, gerade auch im engsten Kollegenkreis und das führt zu so mancher heiterer Szene im Buch.

„Glutnester“ ist, wie auch sein Vorgänger „Engpass“, im Präsens geschrieben und weist eine sehr bildreiche Sprache auf. Kurze Sätze bringen Details auf den Punkt. Die Geschichte ist mehr Roman als Krimi und damit vor allem für solche Leser gedacht, die zwar kriminalistische Handlung mögen, aber nicht mit zu viel Blut und Gewalt gespickt.

Auch Liebhaber der bayrischen Region kommen hier voll auf ihre Kosten, denn die Autorin spart nicht an Dialekteinschüben und Landschaftsbeschreibungen. Die für die Region wohl typischen Charaktere runden das Ganze ab und formen eine rundum gelungene Geschichte über einen Täter, der mit der Vergangenheit nicht abschließen kann und eine Kommissarin, die ihre Vergangenheit auch noch nicht ganz abgeschüttelt hat.

Copyright © 2011 by Iris Gasper

Titel erhältlich bei Buch24.de
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… und noch eine Rezi:

Zur Handlung:

Nach ihrem ersten Fall im Chiemgau („Engpass“) ermittelt die sympatische Kölner Kriminalpsychologin Elsa Wegener wieder in einem neuen Mordfall mit ihren bayrischen Kollegen. Luise Gasteiger ist aufgrund eines Zuckerschocks in ihrem Zimmer umgekommen, ihre Schwester Veronika wird einen Tag später tot in ihrer Hütte aufgefunden. Die Untersuchung ergibt, dass sie vermutlich an einer Überdosis Schmerzmittel verbunden mit Erstickung verstorben ist. Elsa Und Degenwald ermitteln innerhalb der Familie und kommen einigen Ungereimtheiten auf die Schliche. Die Tochter und Schwiegersohn wollten den Hof verkaufen, Luises Mann hatte eine Affäre mit ihrer Schwester und die weiteren familiären Verhältnisse erscheinen ebenso undurchsichtig.

Und mit der Zeit muss Elsa Wegener erkennen, das es vielleicht auch noch mehr Familienangehörige gibt, die mit dem Tod der beiden Schwestern etwas zutun haben könnten. Und auch Elsa persönlich scheint jemand im Visier zu haben, denn sie findet seltsame und bedrohliche Dinge vor ihrer eigenen Haustür…

Zu den beruflichen Problemen und der schwierigen Lösung dieses Falls gesellen sich zudem Elsas private Differenzen. In Bayern muss sie als Kölnerin immer noch mehr Fuß fassen, ihre Scheidung ist durchgezogen, doch ihr Exmann läuft ihr trotzdem noch nach und die gute Beziehung zu ihrem Kollegen Degenwald scheint alles auch nicht einfacher zu machen. 
   
Mein Fazit:

Glutnester stellt eine Mischung aus einem zu lösenden Kriminalfall und die Einsicht in das Privatleben von Elsa Wegener mit bayrischem Einschlag dar. Die Personen und Handlung sind sehr detailreich beschrieben, teilweise ist es mir persönlich schon fast zu sehr mit viel Tiefgang und der Kriminalfall bleibt für meinen Geschmack ein wenig auf der Strecke. Als Leser habe ich mich durch alles ein wenig in die falsche Richtung leiten lassen, welches schon für einen guten Krimi spricht. Aber ich musste mich auch sehr mit Elsas Gedanken auseinandersetzen und nachhaltig bleibt hier fast nur die Protagonistin in meinem Gedächtnis, der Krimi an sich erscheint mir bei diesem Buch eher als Beiwerk in Elsas Lebensphilosophie. Aber ich bin gespannt, wie die Gewichtung im nächsten Fall von Elsa Wegener verteilt ist und wünsche mir hier doch noch mehr kriminalistisches Gedankengut zum gewohnt gut lesbaren Schreibstil!

Copyright © 2011 by Sandra Stockem

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