Herrgottschrofen

Marc Ritter
Herrgottschrofen
Karl-Heinz Hartinger 2

Piper Verlag, München, Originalausgabe: 04/2013
TB, Garmisch-Partenkirchen-Krimi 30109
ISBN 978-3-492-30109-1
Titelgestaltung von Hauptmann und Kompanie Werbeagentur, Zürich unter Verwendung
zweier Fotos von Tommy Seiter/Mauritius Images/Imagebroker und Shutterstock/aspenrock

www.piper.de
www.marcritter.de
www.mauritius-images.com
www.shutterstock.com

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei ebook.de

Der freischaffende Fotograf Karl-Heinz Hartinger entdeckt zufällig menschliche Knochen in dem Erdaushub von den Probebohrungen für die Umgehungstunnels bei Garmisch-Partenkirchen. Als er weitere Nachforschungen anstellt, kommt er damit jenen in die Quere, die das Projekt unter allen Umständen durchziehen wollen, sei es wegen des persönlichen Profits – oder aus ganz anderen Gründen …

Wenig später stürzt die weißrussische Wirtin Svetlana Ryschankawa, von der sich Hartinger einige Informationen erhofft hatte, von einem Felsen und wird ausgerechnet von seinem Stativ aufgespießt. Hartinger wird verhaftet, obwohl sich schnell herausstellt, dass die Frau zu diesem Zeitpunkt bereits tot war. Es kommt aber noch schlimmer, denn die Polizei weigert sich, seiner Behauptung nachzugehen, dass Beweismittel gefälscht wurden, da er niemals eine intime Beziehung zu der Toten, die man ihm unterstellt, unterhalten hatte. Hartinger und seinen wenigen verbliebenen Freunden ist klar, dass etwas faul ist und jemand Einflussreiches die Finger im Spiel hat. Während er in Stadelheim sitzt, nimmt Albert Frey, der Onkel von Hartingers geschiedener Frau, Kontakt zu der Pathologin Dorothee Allgäuer auf, die von beiden Fällen – der Knochenfund und Svetlana – abgezogen wurde, angeblich wegen Befangenheit, weil sie eine Affäre mit Hartinger hat.

Darüber hinaus gelingt es dem Pensionär, die Eislauf-Künstlerin Jo Saunders, die nach dem Verschwinden ihrer Schwester Franziska vor Jahrzehnten die bayerische Heimat verlassen hatte, zu einem Besuch zu bewegen, denn alles deutet darauf hin, dass es sich bei dem Skelett um das der Vermissten handelt. Aber über die Geschehnisse von damals etwas herauszufinden, ist schwierig, denn die Amerikaner haben nach dem Abzug ihrer Truppen viel Material mitgenommen und Verbrechen intern geregelt. Erst als Hartinger im Gefängnis eine Entdeckung macht und diese Information nach draußen tragen kann, fallen die Puzzlestücke an die richtigen Stellen.

„Herrgottschrofen“ ist genau zur richtigen Zeit erschienen, denn der Autor greift in seinem Roman ganz aktuelle Themen auf, die gegenwärtig viele Menschen bewegen: die Probleme eines Freischaffenden/Angestellten, der der Willkür seines Arbeitgebers ausgeliefert ist; die eigenwillige Informationspolitik der Amerikaner; religiöse Fanatiker, die die Gesellschaft unterwandert haben; die Suche nach einem Endlager für Atommüll; der Filz unter den kleinen und großen Amigos; wie schnell man durch falsche Anschuldigungen und Manipulationen rettungslos in die Mühlen des Gesetzes gerät.

Anders als man erwartet hat, ist nicht etwa Karl-Heinz Hartinger die zentrale Figur, die den Fall löst. Im Gegenteil, ihm sind schon sehr bald die Hände gebunden, und er muss sich auf die Unterstützung anderer verlassen, um seine Unschuld zu beweisen. In Folge dessen haben auch andere Charaktere reichliche Handlungsanteile, während sie Informationen sammeln, um die Zusammenhänge zwischen einem Jahrzehnte zurückliegenden Verbrechen und den aktuellen Ereignissen in Zusammenhang zu bringen. Spannend, menschlich und unterhaltsam werden die Bemühungen der einzelnen geschildert. Nebenbei werden Erfolgsserien wie „CSI“, in denen die Ermittler wahre Wunder vollbringen, und typische Bayern-Klischees etc. auf die Schippe genommen. Etwas mühsam lesen sich die Dialoge in Mundart, insbesondere wenn man des lokalen Dialekts nicht mächtig ist. Erfreulicherweise übertreibt es der Autor damit nicht.

Hat man Spaß an Regional-Krimis im Stil des populären „Kluftingers“, wird man sich auch von den in sich abgeschlossenen Fällen des „Hartingers“ gut unterhalten fühlen.

Copyright © 2013 by Salzmann, Irene (IS)

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei ebook.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.