Hexenspiel

Prof. Manfred Koch
Hexenspiel

Molden Verlag
ISBN  978-3-85485-291-9
Krimi
Erscheinungsjahr: 2011
Umfang 168 Seiten

http://moldenverlag.styriabooks.at/
http://www.manfredkoch.at/

Titel erhältlich bei buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Zum Autor:

Manfred Koch wurde 1950 in Graz geboren und lebt seit 1971 in Salzburg. Er war Werbetexter, Dramaturg und Regieassistent und ist seit 1980 freier Schriftsteller. Bekannt wurde er u. a. mit seiner satirische Kolumne „Eingekocht“ in den Salzburger Nachrichten (mehr als 1200 Kolumnen) und als Mitbegründer und Textautor des Salzburger Affronttheaters (Kabarettpreis „Salzburger Stier“ im Jahr 1995). Neben Arbeiten für TV, Hörfunk und Theater schrieb Manfred Koch mehrere Bücher. 2007 erschien der Erzählband „Nachtmusik“, 2008 der Psychokrimi „Totenstille“ und 2009 der satirische Roman „Salomes Brüste“.
(Quelle: Verlag)

Zum Buch:

Zwei 14jährige Teenager verschwinden. Und die Presse greift zu einem erprobten Hysteriemittel und schreibt sich auf die Fahnen, dass ein Mann ein sogeannten „Sexmonster“ die beiden in seiner Gewalt hat oder sie gar schon umgebracht hat. Es wird zur Jagd auf den Mann geblasen, der sich mittlerweile als Tierpräparator verdingt, was natürlich für manche Wasser auf die Mühlen der abstrusesten Theorien ist.

Klaus Wagner, der kurz vor seiner Pensionierung steht, muss sich neben dem „Fall“ der beiden verschwundenen Mädchen auch noch mit seiner Mutter herumschlagen. Die mehr und mehr nach dem Tod des Vaters in ihre dementen Fantasien entschwindende Frau macht es ihrem Sohn mehr als schwer, sie auch weiterhin noch allein in ihrem Häuschen zu lassen, wo sie doch so sehr Angst davor hat, in ein Pflegeheim abgeschoben zu werden. Wagner selbst plagen Gedanken, was seine Schwester angeht, die vor vielen Jahren an Leukämie verstarb. Und auch unausgesprochene und nicht bewältigte Probleme mit seinem Vater.

Und dann ist da noch die 9jährige Bettina, deren Tagebucheintragungen dem Leser häppchenweise vorge“worfen“ werden. Und die Gedanken und Vermutungen in eine ganz bestimmte Richtung lenken, genau wie merkwürdige Knochenfunde im Garten und die allgegenwärtigen Ameisen.

Man glaubt sich sicher, alles scheint klar und dann kommt ein Ende, mit dem bestimmt niemand rechnet!

Fazit:

Ich gebe zu, ich dachte mir, was soll mich auf 168 Seiten schon groß schocken oder wie sollte so ein dünnes Buch es schaffen, dass ich vor Begeisterung jedem das Buch empfehle. Nun, ich wurde hier wirklich eines besseren belehrt.

Manfred Koch hat so virtuos mit Sprache und vor allem Bildersprache ein Szenario geschaffen, dass einen sofort mit in die Tiefe reißt, in einen Strudel aus Merkwürdigkeiten, ungeahnten Wendungen und Abstürzen, wenn man glaubt, zu wissen, wohin die Reise geht und dann doch wieder alles ganz anders kommt.

Die immer allgegenwärtigen Ameisen tun ihr Übriges, um den Leser zu kitzeln, aus der Reserve zu locken. Und mich würde mal interessieren, wer von denen, die das Buch noch lesen, auch am Ende ein lautes „NEIN!“ ausgestoßen haben. Denn das ist mir rausgerutscht, als ich die letzte Seite gelesen hatte.

Bösartig, wie der Autor einen dann mit der Erkenntnis zurücklässt, dass eben nicht alles immer wieder gut wird.

Ich als Psychokrimi-Liebhaberin bin auf jeden Fall 168 Seiten lang dermaßen auf meine Kosten gekommen, dass ich dieses Büchlein, welches von der Story her eigentlich eher schwere Kost ist, uneingeschränkt empfehlen kann. Zumindest den Leuten, die Spaß daran haben, die menschlichen Abgründe in all ihrer Perversität kennen zu lernen und bereit sind, sich dem zu stellen.

Copyright © 2012 by Sabine Kettschau

Titel erhältlich bei buch24.de

Weitere Bücher des Autors:
Eingekocht
Salomes Brüste
Totenstille
Nachtmusik
Total Umweihnachtet
Cyberman

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.