Hohburg – Ein Schatz und seine Hüter

Hohburg – Ein Schatz und seine Hüter
Stefan Jahnke

Deutsche Erstausgabe 09/2009 (BoD – Books on Demand, Norderstedt)
ISBN–13: 978-3-8391-2630-1
Genre: Kriminalroman
Paperback, 308 Seiten

www.stefan-janke.de

Titel erhältlich bei buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Zum Autor

Stefan Jahnke, 1967 geboren, wuchs in Dresden auf. Nach Schlosserlehre und Militärdienst folgte ein abgeschlossenes Maschinenbaustudium an der TU Dresden. Die Tätigkeit in einer Werbeagentur in London ging in Anstellungen in der Verlagsbranche über, was wiederum von der Leitung und Beteiligung an einer Bildungseinrichtung oder leitenden Forschungs- und Entwicklungsaufgaben bei einem der größten Reprografen Deutschlands abgelöst wurde. Jahnke ist verheiratet und lebt zusammen mit seiner Frau und zwei Kindern wieder in Dresden und Radebeul. Er ist Mitbegründer des Autorenvereins Kristallfeder.

Zum Buch

Wer die Homepage des Autors besucht, erfährt, dass er von 2008 bis 2010 insgesamt 16 Bücher veröffentlicht hat. Klingt nach viel und wirft die Frage auf, wie gut ein Roman dann sein kann.  Doch kritische Leser dürfen beruhigt sein. Die Entscheidung des Autors sich mit seinen Manuskripten auf den Buchmarkt zu begeben, hat sich für den Leser gelohnt.

Die Zeit der Wende und Wiedervereinigung Deutschlands hat den Autor geprägt und diese Prägung macht sich in seinen Büchern ebenso wie sein Geschichtswissen bemerkbar. Sein Spektrum reicht von Reiseerzählungen über Wirtschaftsthriller zu Krimis und historischen Romanen. Mit ‚Hohburg – Ein Schatz und seine Hüter‘ schafft der Autor es zudem spielend, alle Genres zu vereinen. Der Roman ist der Auftakt zu einer Reihe um Kommissar Zech, der Fälle im Hier und Jetzt lösen muss, deren Ursachen aber weit in die Geschichte zurückreichen. Im Fall des Mordes im Hoburgtunnel gar über August dem Starken, der eben jenen Tunnel erbauen ließ, bis in die Anfänge des 15. Jahrhunderts.

Meine Meinung

Der von Jahnke gezeichnete Protagonist in Form von Kommissar Zech, offenbart sich dem Leser als liebenswert unbeständiger Mensch, der im Beruf jedoch akribisch recherchiert und ein Gespür für historische Zusammenhänge hat. Letzteres ist überaus sinnvoll, denn im Laufe der Ermittlungen wird er relativ schnell mit dem Diebstahl historischer Dokumente konfrontiert, die im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt stehen. Und – wie so vielen Ermittlern – wird ihm von seinem Vorgesetzten zunächst der (Ermittlungs-)Weg eher mit Steinen zugeschüttet als hilfreich gepflastert. Während der Autor seinen Kommissar ganz nebenbei noch in eine Beziehungskrise geraten lässt, führt er uns bei den Ermittlungen in eine bewegende, aufwühlende Reise quer durch die Jahrhunderte, ohne aktuelle Geschehnisse außer Acht zu lassen.

Denn der Tote im Tunnel ist nicht nur der Retter einer insolventen Firma in Dresden, sondern auch der Nachfahre einer alten Verwalterdynastie der Burg, die direkt über dem Tunnel steht. Und er bleibt nicht alleine. Ein zweiter Mord geschieht, der im direkten Zusammenhang mit dem Ersten steht. Auch bei den Ermittlungen dazu wird immer klarer, dass die Vergangenheit längst nicht vergangen ist und dynastische Machtgefüge und ein uralter Schatz korrupte Machenschaften nach sich ziehen, die so manchen Beteiligten auch heute noch nicht nur über Leichen gehen lassen, sondern auch die moderne Justiz in die Knie zwingen können.

Jahnke lässt uns durch die überaus wachen Augen seiner Hauptfigur nicht nur sehr authentisch an der spannenden Geschichte Sachsens teilnehmen, sondern stößt uns auch auf aktuelle Probleme des Freistaates. Der eine oder andere Leser dürfte Probleme haben, alles zu verstehen, sofern er das Buch einfach mal so nebenbei liest und keine Bezüge zum Handlungsort hat. Doch wer sich auf Jahnkes Buch einlässt, merkt schnell, dass es dem Autor spielend gelingt, seinen Kommissar sicher alle Details erkennen, vereinen und klären zu lassen, ohne dass die historischen Elemente den aktuellen Bezug überdecken.

Fazit

Hohburg – Ein Schatz und seine Hüter fesselt durch seinen spannenden Verlauf und macht eindeutig Lust, die übrigen Bände der Reihe um Kommissar Zech zu lesen.

Copyright © 2010 by Antje Jürgens (AJ)

Titel erhältlich bei buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Comments

  1. Zitat Rezi: „Der eine oder andere Leser dürfte Probleme haben, alles zu verstehen, sofern er das Buch einfach mal so nebenbei liest und keine Bezüge zum Handlungsort hat.“ Zitat Ende.

    In vielen Genre fügt man im Anhang des Romans ein Personen- und Begriffsregister an. Vielleicht ist es für uns ex-BRDler hilfreich, solche ex-DDR-Umstände besser zu verstehen.

    Um nach 20 Jahren Wiedervereinigung die letzten Mauern in den Köpfen abzubauen, dürfte ein tieferes Verständnis dazu doch beitragen. Und du hast es ja richtig getroffen, Ati, mit deiner Bemerkung: … aufeinander einlassen.

    Toleranz, Bereitschaft zum gegenseitigen Verständnis ist doch schon der halbe Weg zu Ziel: Es wächst zusammen, was zusammen gehört.

    Mit galaktischen Grüßen von einem gesamtdeutschen Terraner
    galaxykarl ;-))

  2. Ossis und Wessis? Das klappt ja nichtmal mit normalen Nachbarn. Viele Menschen sind halt Blödköppe und merken oft überhaupt nicht, wenn sie anderen die Hölle auf Erden bereiten…

  3. Wieso Ossis und Wessis – damit hat das Buch nicht wirklich zu tun. Das bezog sich auf die Stadt und Geschichte (vorwiegend ältere und nicht die paar, aber viel zu langen Jahre der Teilung)

    LG
    Ati

  4. Och, dacht der Autor sei so ein richtiger Ossi-Autor und beschwört die gute alte Zeit. Dann habe ich da wohl was falsch interpretiert!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.