Kein Durchkommen

Bohnet Pleitgen (Ilja Bohnet & Ann-Monika Pleitgen)
Kein Durchkommen
Nicola Rührmann 2

Argument Verlag, Hamburg, 1. Auflage: 10/2010
TB, ariadne Krimi 1183
ISBN 978-3-86754-183-1
Titelgestaltung von Martin Grundmann unter Verwendung eines Fotos von Vangardiner

www.argument.de
www.ariadnekrimis.de
www.freitagsisstmanfisch.de/autoren.html
www.martingrundmann.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

1999, zehn Jahre nach „Freitags isst man Fisch“: Nicola Rührmann hat ihr Physik-Studium abgeschlossen und arbeitet am Hamburger Institut für Meteorologie. Im Rahmen des deutsch-spanischen CORVUS-Projekts wertet sie Satellitendaten aus. Der unerwartete Tod eines spanischen Forschers und das plötzliche Verschwinden eines Kollegen bringen Nicola dazu, Nachforschungen anzustellen. Dabei gerät sie an die hübsche Henry, ein Date, das auf einem Versehen beruht und das Nicola nur noch mehr Ärger einbringt. Es scheint abwegig, aber könnten Henry und ihr unbekannter Begleiter, der Nicola niederschlug, etwas mit den Vorfällen zu tun haben? Oder sind die Verdächtigen in den Reihen der Umweltaktivisten zu suchen? Dann werden auch noch die Daten des Vermissten aus der Datenbank gestohlen und gelöscht, ausgerechnet unmittelbar vor einem wichtigen TV-Auftritt der Meteorologen, bei dem es um ihr Renommee geht. Und im Kofferraum des Autos eines Kollegen liegt eine Leiche …

Nach dem großartigen Debüt-Roman „Freitags isst man Fisch“ von Dr. Ilja Bohnet und Ann-Monika Pleitgen, Sohn und Mutter, wartete man gespannt auf den nächsten „Nicola Rührmann“-Band: „Kein Durchkommen“. Die Handlung spielt erneut in Hamburg, aber zehn Jahre später. Die aufmüpfige Studentin ist nun etwas ruhiger geworden und arbeitet am Meteorologischen Institut, was Anlass genug für ihren Hauswirt ist, sie jeden Tag nach dem Wetter zu fragen, ein Running Gag, der sich nach einer Weile jedoch abnutzt. Noch immer ist die Protagonistin beiden Geschlechtern zugetan und verliebt sich auch diesmal in eine Frau; statt Kirsch-Wodka trinkt sie nun Havanna-Club und wirft die eine oder andere Pille ein, als ob sie nicht schon genug Albträume hätte.

In der Summe ist das schon ein bisschen zu viel des Guten, um Nicola zu einem Nicht-Spießer zu machen, denn es hätte durchaus genügt, an ihren politischen Aktivitäten und ihrer Belesenheit, aufgrund derer regelmäßig Zitate aus zeitgenössischen Büchern, Songs und Filmen eingebunden werden, festzuhalten. So geht in den Eskapaden der Hauptfigur leider das 90er Jahre-Flair etwas unter. Man mag sich beim Lesen an diese Zeit noch gut erinnern, insbesondere an den Umweltgedanke, der damals hoch gehalten wurde, doch anders als in ihrem Erstlingswerk, das die 80er Jahre lebendig werden lässt, will dasselbe Geniestück den Autoren mit diesem Roman nicht recht gelingen.

Auch die ständigen Einschübe aus einer fiktiven (?) Biografie, die an Ernest Hemingways „Wem die Stunde schlägt“ angelehnt ist und eine Mission während des Spanischen Bürgerkriegs schildert, sorgen zunächst nur für Verwirrung, wenngleich klar ist, dass hier irgendwo der Schlüssel zu allem verborgen sein muss, der dann offensichtlicher ist, als vermutet. In Folge hinterlässt das Buch einen zwiespältigen Eindruck, denn einerseits begleitet man die toughe, eloquente Heldin und ihre schrulligen Bekannten gern durch ihre Ermittlungen, welche zu einer überraschenden Lösung führen; doch andererseits meint man, dass etwas weniger Drumherum der Handlung mehr Tempo und Biss verliehen hätte. Allerdings hat das Autorenpaar die Messlatte mit „Freitags isst man Fisch“ auch sehr hoch angesetzt …

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

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