Kreuzfeuer

Katherine V. Forrest
Kreuzfeuer
Kate Delafield 6

Apparition Alley, USA, 1997
Argument Verlag, Hamburg, dt. Erstausgabe: 06/1999
TB, ariadne krimi 1113
ISBN 978-3-88619-843-6
Aus dem Amerikanischen von Monika Brinkmann
Titelgestaltung von Martin Grundmann

www.argument.de
www.ariadnekrimi.de
www.katherinevforrest.com
www.martingrundmann.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Bei einem Polizeieinsatz wird Kate Delafield von der Kugel eines Kollegen getroffen. Sie hat Glück, dass die Verletzung nicht lebensgefährlich ist und sie ihren Beruf weiter ausüben kann. Allerdings soll sie eine Auszeit nehmen, bis die Wunde verheilt ist, sich psychologisch betreuen lassen und die unbequemen Fragen der Behörden beantworten, die in solchen Fällen herauszufinden versuchen, wer die Schuld an dem Vorkommnis trägt und ob etwa vorsätzlich auf den Kollegen geschossen wurde. Kate bezweifelt das, obwohl sie durchaus das Opfer eines homophoben Beamten sein könnte, der erfahren hat, dass sie mit einer Frau zusammen lebt. Und komischerweise melden sich auch die beteiligten Kollegen nicht. Haben sie lediglich ein schlechtes Gewissen, oder steckt doch mehr dahinter? Um sich abzulenken, nimmt sich Kate der Angelegenheit von Luke Taggart an, einem Polizisten, der glaubt, aus ähnlichen Gründen seinen Partner verloren zu haben und gleichfalls auf die Abschussliste geriet …

Katherine V. Forrest ist eine amerikanische Autorin, die sich für die Gleichstellung und die Akzeptanz homosexueller Paare einsetzt. Dieses Thema dominiert ihre „Kate Delafield“-Serie, eine äußerst realistische Krimi-Reihe, in der sich auch aktuelle Geschehnisse niederschlagen. Es ist keine heile Welt, in der die Protagonistin lebt, ganz im Gegenteil. Sie trennt strikt Beruf und Privatleben und überlegt sehr genau, wem gegenüber sie sich outen möchte. Allerdings wissen mehr Außenstehende von ihren Neigungen, als sie selber ahnt. In Folge liegt der Verdacht nahe, dass die Kugel, die sie traf, kein Irrläufer war, sondern sie hatte treffen sollen. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein homophober Polizist die Karriere eines Kollegen ruiniert oder ihn sogar ermordet und dass die Behörden den Vorfall vertuschen. Trotzdem will Kate keine Parallelen sehen zwischen ihrem Fall und dem von Luke Taggart, der sie bittet, den Tod seines Freundes aufzuklären. Was Kate schließlich aufdeckt, überrascht, denn die Angelegenheit ist tragischer, als man erwartet hätte.

Die Atmosphäre des Romans ist düster, bitter und deprimierend. Die Polizeiarbeit steht im Vordergrund und kommt ohne Action-Szenen aus. Obwohl die Probleme, mit denen sich Homosexuelle konfrontiert sehen, thematisiert werden, hat man nie das Gefühl, es geschehe zum Selbstzweck und um mit anklagendem Finger auf die intoleranten Mitmenschen zu deuten. Beide Themen greifen nahtlos ineinander. Allerdings dürfte genau dieser Punkt ‚normale‘ Krimi-Fans, die ihren Macho-Detektiv mit kurz berockter Sekretärin auf dem Knie brauchen, etwas abschrecken. Andererseits werden die meisten Genre-Fans den Argument Verlag, der ‚etwas andere‘ Krimis offeriert, gut genug kennen, um zu wissen, womit sie zu rechnen haben. Aufgeschlossene Leser finden auf jeden Fall viele interessante Titel mit kritischen Inhalten, nicht alltäglichen Konflikten und nachvollziehbaren Charakteren. Katherine V. Forrests „Kate Delafield“ gehört dazu. (

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

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