Kreuzstich, Bienenstich, Herzstich

kreuzstich1Tatjana Kruse
Kreuzstich, Bienenstich, Herzstich

München: Droemersche Verlagsanstalt 2010
Knaur Taschenbuch 50367
Umfang: 319 Seiten
ISBN 9783426503676

www.droemer-knaur.de

Der vorliegende Krimi ist das erste Abenteuer um den knuffigen Helden Kommissar I. R. Siegfried Seifferheld aus Schwäbisch Hall. Bei einem gescheiterten Banküberfall wurde Seifferheld dereinst an der Hüfte verletzt und, da er sich ehedem langsam dem Pensionsalter nähert, in Rente geschickt. Doch ein Workaholic wie Seifferheld lässt sich so leicht nicht aufs Abstellgleis schieben. So erledigt er kleinere Aufträge für die Polizei, schreibt unter anderem die Polizeiberichte für die Presse und erntet ob seiner flapsigen, auf den witzigsten Punkt gebrachten Formulierungen dort viel Lob, obwohl er eigentlich nur beabsichtigt hatte, diese lästige Aufgabe wieder los zu werden.

Als dann mehrere durchtrainierte Junggesellen im “besten Mannesalter” zwischen 40 und 50 abrupt hintereinander aus mysteriöse Weise den Löffel abgeben müssen, wittert Seifferhelds Spürnase einen perfiden Serienkiller, während die Polizei hartnäckig von Unfällen ausgehen möchte. Also beginnt der Ruheständler auf eigene Faust mit den Ermittlungen, ohne sich um den Spott seiner aktiven Kollegen zu kümmern.

Dass er dabei das Leben eines guten Freundes riskiert, indem er ihn als Lockvogel einsetzt, seine VHS-Kochgruppe als Unterstützung instrumentalisiert und auch mal Autos kaputt fährt, um vermeintliche Verbrecher zu verfolgen, die sich dann als harmlose Bürger heraus stellen, ficht den Kommissar a. D. genau so wenig an, wie der Spott seines “häuslichen Harems”, der aus seiner grimmigen Schwester, seiner erfolgreichen Bankertochter und der völlig durchgeknallten Enkelin besteht, die sich auch schon mal nackt an irgendwelche öffentlichen Geländer kettet, um gegen menschliche “Verfehlungen” zu protestieren oder als Pin-up-Girl für Bild zu posieren.

Als der Serienkiller immer öfter zuschlägt, merkt schließlich sogar die ignorante Polizei, dass etwas faul ist in Schwäbisch Hall, aber da beginnt der Mörder schon fast Amok zu laufen und nur Seifferheld scheint ihm nah genug auf den Fersen zu sein, um ihn wirklich stoppen zu können. Oder hat der arrogante Psychotherapeut, den der Kommissar befragt hatte, etwa recht und der Mörder ist eine Mörderin?…

Mit dem schrulligen Siegfried Seifferheld gelingt Tatjana Kruse die Erschaffung eines wunderbar schrägen Protagonisten, den man in seiner ganzen Altherrenspießigkeit einfach gerne haben muss. Obwohl der Kommissar eine Zusammenballung übelster Klischees und reaktionärster Ansichten ist, kann man ihm nie wirklich böse sein, zumal er köstliches Chaos bei seinen Ermittlungen verbreitet. Dass der Mörder erst sehr spät im Buch erscheint, ist ob der gebotenen Unterhaltung kein Manko, die witzigen Charaktere halten die Handlung am Laufen, so dass die kriminalistischen Elemente fast zur Nebensächlichkeit geraten.

Ähnlich wie beim knuddeligen Inspektor Columbo muss man Seifferheld, seinen Hund Onis und auch alle anderen Figuren des Romans einfach ins Herz schließen. Wer Humor hat und provinzielle Krimis nicht ganz bierernst meint betrachten zu müssen, dem sei dieses herrliche Buch empfohlen. Als Leser kann man sich nur auf weitere Abenteuer dieses außerordentlichen Helden freuen. (5xPRT)

Copyright © 2010 by Gunther Barnewald

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