Messerscharf

Silvia Kaffke
Messerscharf

(sfbentry)
Verlag Rowohlt Taschenbuch
ISBN 978-3-499-25679-0
Krimi & Thriller
Erscheinungsjahr: 2011
Umfang 304 Seiten

www.rowohlt.de/autor/Silvia_Kaffke.2689050.html
www.kaffkescrimes.blogg.de/

Titel erhältlich bei buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Zur Autorin:

Silvia Kaffke, geb. 1962 in Duisburg, kam über Zeitschriftenstories zum Krimi. „Messerscharf“ war ihre erste Buchveröffentlichung, und wurde für SAT1 verfilmt. Die Stadt Düsseldorf verlieh Ihr den Kulturförderpreis für Literatur 2000. Außerdem war sie mit „Messerscharf“ für den Frauenkrimipreis der Stadt Wiesbaden nominiert.

Zum Buch:

Barbara Pross lässt sich treiben. Eigentlich ist sie Profilerin mit Spezialgebiet Serienmorde beim BKA. Doch nach einem grausamen Fall eines Kindermörders ist sie völlig aus der Bahn geworfen, erleidet einen Nervenzusammenbruch, zeigt Züge einer Obdachlosen, trinkt, versumpft, löst sich von allem, was bis dato zu ihrem Leben gehörte. Und findet sich plötzlich auf dem Weg nach Düsseldorf wieder. Sie weiß selber nicht, wieso, aber sie landet dort, lernt eine andere Obdachlose kennen, geht mit ihr in ein verlassenes Bürogebäude um dort die Nacht zu verbringen. Am nächsten Morgen wacht sie auf, ohne Geldbörse und die Obdachlose ist auch verschwunden. Mit nur noch ein paar Mark in der Tasche landet sie in einer Kneipe, unter den typischen Gestrandeten der Welt. Bis auf eine Person. Dieser Mann bietet ihr Obdach, völlig selbstlos, doch Barbara bleibt misstrauisch. Und dann geschehen bestialische Morde an Frauen, Prostituierte, Obdachlose und Barbara fühlt, dass ihr Samariter Geheimnisse hat, die ihn zum Verdächtigen machen. Ehe sie sichs versieht, beschattet sie ihn undercover, ihr altes Ich gewinnt wieder die Oberhand.

Sie stellt sich denn auch der Polizei, als ihre Geldbörse bei der Obdachlosen gefunden wird, die mittlerweile auch zu den Opfern des Serienmörders gehört. Und schon befindet sich Barbara mittendrin in ihrem alten Trott, als das BKA sich einschaltet, da es Indizien gibt, dass der Mörder auch in anderen Bundesländern schon gemordet hat. Ins Visier der Ermittler gerät immer mehr der Mann, bei dem sie Unterschlupf fand, der ihr so nah gekommen ist, dass sie nicht glauben will, dass er derjenige ist, der Frauen das antut, was die Bilder erzählen, die sie von den Opfern sieht. Sie ermittelt auf eigene Faust und begibt sich in Gefahr, selbst zum Opfer zu werden.

Fazit:

Ich kannte von Silvia Kaffke bisher einen anderen Roman und habe mich sehr gefreut, dass jetzt das erste Buch um Barbara Pross neu aufgelegt wurde. Wie ich es mir erhofft hatte, fühlte ich mich gleich heimisch, kommt die Autorin doch aus meiner direkten Nachbarschaft quasi und ich hatte mich immer gefragt, warum ihr so wenig Beachtung geschenkt wurde.

Der vorliegende Einstieg in das Leben und Wirken der Hauptfigur Barbara Pross ist erst mal sehr deprimierend. Barbara leidet so, wie ich mir vorstellen könnte, dass es mir geht, wenn ich mit Fällen von Kindesmissbrauch und -Mord umgeben müsste. Sie bricht zusammen, verliert jeglichen Halt, sieht keinen Sinn mehr. Und dann gerät sie unversehens in eine Geschichte hinein, wo ihre alten Instinkte erwachen, sie zwingen, doch wieder die Spitzenermittlerin zu sein, die sie ursprünglich war. So wünscht man sichs doch immer, dass einem der Job hilft, wieder ins Leben zu finden.

Und auch die Gefühle kommen nicht zu kurz. Zart, mit Tiefgang, nicht plump. Da huscht der Leserin doch bei all dem Mord und der ganzen Grausamkeit ein Lächeln über das Gesicht, eben weil man auch da Barbara so gut verstehen kann.

Mir persönlich hat die Figur des Thomas Hielmann, der uneigennützig einfach helfen will, sehr sehr gut gefallen. Er ist kein strahlender Held in der Ritterrüstung und auf dem weißen Ross. Er ist krank, nicht gerade muskelbepackt und exzentrisch, aber eben mit einem großen Herz, mit leisen Tönen. Er lässt die Frauen so sein, wie sie wollen und damit nimmt er sie für sich ein. Sehr gefährlich, wenn er wirklich ein Mörder wäre, aber ein toller Mann für Barbara, um ihren Job zu machen und dann sich fallen lassen zu können bei ihm.

Nebenher versteht es Silvia Kaffke schon mit ihrem Erstling -damals wie heute- den Leser in die Stimmung hineinzuziehen. Die Gefahr, die für die Frauen besteht, ist spürbar. Jede könnte die nächste sein. Gerade jene am Rande der Gesellschaft, die niemand vermisst, um die niemand sich kümmert, können leichte Beute werden. Und die Arbeit der ermittelnden Behörden ist wirklich kein Zuckerschlecken und die kurzen Einblicke in das Kompetenzgerangel stelle ich mir wirklich genauso vor.

Alles in Allem würde ich mir wirklich wünschen, dass mehr Leute zu diesem Buch greifen und sich auf Barbara einlassen und somit auch auf die Autorin.

Copyright © 2011 by Sabine Kettschau

Titel erhältlich bei buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Weitere Bücher der Autorin:

Blutleer (ein Barbara-Pross-Roman)
Totenstill (ein Barbara-Pross-Roman)
Herzensgut (ein Barbara-Pross-Roman)
Das rote Licht des Mondes
Das dunkle Netz der Lügen

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