Moornächte

moornachteHelga Beyersdörfer
Moornächte

Knaur Verlag, München, 10/2009
PB, Krimi
ISBN 978-3-426-50263-1
Titelgestaltung von ZERO Werbeagentur, München
unter Verwendung einer Illustration von Jürgen Heuser

www.knaur.de
www.helga-beyersdoerfer.de

Titel erhältlich unter Buch24.de
Titel erhältlich unter Booklooker.de

„Moornächte“ von Helga Beyerdörfer beginnt von der ersten Seite an sehr atmosphärisch und hält das stringent bis zum Ende hin durch. John Magnus, Arzt, kehrt aus England nach Hamburg zurück, um persönliche Dinge zu regeln und im Teufelsmoor (nahe Hamburg) an das Grab seines verstorbenen besten Freundes Valentin zu eilen. An der letzten Ruhestätte findet er unter einem Rosenstrauß (Blumen, die der Verstorbene gehasst hat), einen Brief und den Computerausdruck eines Schwarz-Weiß-Fotos, das eine Frau (in altmodischer Kleidung) mit einem Säugling zeigt – mit Datum 20. November (das in der Handlung eine Rolle spielen wird). Der Brief ist an den Verstorbenen gerichtet mit der Aussage, dass es dieser verdient habe, in der Hölle zu schmoren und dass alle, die ihm behilflich waren, bekommen sollen, was sie verdienen. Und schon fragt sich der Leser natürlich, was das zu bedeuten hat, und die Handlung lässt ihn nicht mehr los.

John begegnet beim Verlassen des Friedhofs eine merkwürdige Frau, doch zuerst richtet er seine Aufmerksamkeit auf die Witwe seines Freundes, Vera, von der er einiges über die Todesumstände und einen Streit des Verstorbenen mit seinem ehemaligen Anwalts-Kompagnon Dr. Heinrich von Zahn erfährt. Danach hatte Valentin Hamburg verlassen, er zog nach Worpswede und wollte hier als Maler einen Neubeginn starten. John nimmt zur Kenntnis, dass die Eheleute in zwei getrennten, nebeneinander liegenden Häusern gelebt haben, was ihn Vermutungen über diese ‚Ehe’ anstellen lässt. John stößt in Valentins Haus neben dem Atelier auf das Schlafzimmer einer Frau und in einer Schublade erneut auf das Foto der Unbekannten mit dem Säugling, diesmal mit einer Nachricht an ihn! Vera teilt John mit, dass die Frau auf dem Foto die Malerin Paula Modersohn-Becker und schon seit langem verstorben ist. Am Grab seines Freundes findet John ein weiteres Foto der geheimnisvollen Frau mit einer neuen Botschaft an ihn. Daraufhin beschließt er, mehr über das Doppelleben, das Valentin offensichtlich geführt hat, herauszufinden.

Zuerst sucht er Heinrich von Zahn auf und erfährt von diesem mehr über seinen Freund und dessen Geliebte Paula (eine andere, aber ebenfalls Malerin) sowie über die Streitigkeiten zwischen Vera und Valentin. Auch von Zahn erhält eine seltsame Nachricht, und John erlebt weitere merkwürdige Dinge. So wird ihm z. B. ein Buch über die Malerin Paula Modersohn-Beckers Lebensgeschichte zugespielt, das um die zwanzig Jahre alt ist. Im Museum ‚Modersohn-Haus’ hofft er auf weitere Hinweise, was sich in dem immer dubioseren Leben seines Freundes abgespielt haben mag und ob es eine Verbindung zwischen den zwei ‚Paulas’ gibt. Tatsächlich erfährt er, dass Paula Modersohn-Becker am 20. November 1907 kurz nach der Geburt ihres Kindes gestorben war.

In dem Museum trifft John auch die Unbekannte vom Friedhof wieder. Ein Zufall? Oder hat sie ihn durch das Buch ins Museum gelockt? Weitere Mosaiksteinchen verrät ihm Bianka Mommsen, eine Nachbarin von Vera und Valentin, beispielsweise dass Vera das Haus ihres finanziell abgebrannten Mannes gekauft hatte, in dem er mit seiner mittlerweile schwangeren Freundin Paula lebte – und dass Vera Paula vor die Tür setzte. Je tiefer John in Valentins Vergangenheit gräbt, desto mehr menschliche Abgründe offenbaren sich ihm, die ihm deutlich machen, dass er seinen Freund nach zwanzig Jahren nicht wirklich gekannt hat. Und dann bricht in Veras Haus ein Feuer aus …

Die Autorin versteht es zu unterhalten und gleichzeitig Lokalkolorit vor dem geistigen Auge des Lesers zu erzeugen, ebenso kulturelle Verbindungen zu schaffen, ohne bemüht zu wirken. So ist „Moornächte“ ein flott erzählter, stimmungsvoller und spannungsgeladener Krimi, der Lust auf mehr aus der Feder von Helga Beyerdörfer macht. Es bleiben noch viele Fragen zu beantworten. Einige davon sind: Wer ist Paula, die ehemalige Geliebte seinen Freundes? Was wurde aus ihr und dem Kind? Was verbindet sie mit der verstorbenen Malerin Paula Modersohn-Becker? Starb Valentin tatsächlich eines natürlichen Todes? Gibt es eine Verbindung zu der Unbekannten vom Friedhof? Und bleibt Valentin der einzige Tote, den es zu beklagen gilt?

Die Aufmachung des Titels: Wie immer bei Knaur ist die Ausstattung ohne Fehl und Tadel, d. h., handliches Paperback-Format, gute Papierqualität und angenehm zurückhaltende Covergestaltung, die weniger auf vergängliche Trends als auf Stimmung setzt, was vorzüglich zu dem Roman passt. „Moornächte“ ist ein stimmungsvoller Krimi mit Lokalkolorit und einem interessanten Korsett. Absolut empfehlenswert! (5xPRT)

Copyright © 2010 by Alisha Bionda (AB)

Titel erhältlich unter Buch24.de
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www.buchrezicenter.de veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem obengenannten Verlag dieses Preisrätsel, bei dem wir drei Fragen zum Umfeld des Preistitels am Telefon stellen werden, die richtig beantwortet werden müssen.
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