Mord im Herbst

Henning Mankell
Mord im Herbst
Wallander 9.5

Handen, Schweden, 2013
Zsolnay Verlag, Wien (A), dt. Erstausgabe: 11/2013
HC, Krimi
ISBN 978-3-552-05642-8
Aus dem Schwedischen von Wolfgang Butt
Titelgestaltung von David Hauptmann, Hauptmann und Kompanie Werbeagentur

www.zsolnay.at
www.mankell.de

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Ups, war „Der Feind im Schatten“ (Zsolnay Verlag, 2010 und dtv-TB 21334, 2012) doch nicht der zehnte und letzte „Wallander“-Roman?! Angesichts der immerhin 32 Filme umfassenden Filmserie „Mankells Wallander“ (mit Krister Henriksson, dem dritten Wallander-Darsteller, in der Hauptrolle), in deren Vorspannen regelmäßig der Satz „Nach einer Geschichte von Henning Mankell“ erscheint, waren bereits vor dem Erscheinen von „Mord im Herbst“ gewisse Zweifel angebracht. Zumal nur zwei Filme der Serie auf Romanen des Autors beruht und noch fünf Kriminalfälle handlungschronologisch nach „Der Feind im Schatten“ ansiedelt wurden.

„Mord im Herbst“ wurde 2004 für ein Verlagsprojekt in den Niederlanden geschrieben (eine Gratiszugabe für ein gekauftes Buch), unter dem Titel „Händelse om hösten“. 2013 erschien die schwedische Erstausgabe, „Handen“, und unmittelbar darauf die deutsche Übersetzung. „Mord im Herbst“ diente als Grundlage für den Film „Kommissar Wallander – Ein Mord im Herbst“ (2012), jedoch löste sich der Film sehr deutlich von der literarischen Vorlage und baute eine umfangreichere Handlung auf. Wallander spielte in dem Film der Brite Kenneth Branagh, der als Zweiter den schwedischen Kommissar verkörperte.

Handlungschronologisch ist „Mord im Herbst“ einige Jahre vor „Der Feind im Schatten“ angesiedelt. Wallander stolpert bei einer Hausbesichtigung über eine skelettierte Hand … Bei der Untersuchung des Fundortes kommt das Skelett einer etwa fünfzigjährigen Frau zum Vorschein, die nicht eines natürliches Todes starb. Wallander nimmt die Ermittlungen auf, stellt die Eigentümer des Hauses fest, sucht nach vermissten Personen, die in das Zeitfenster passen – immerhin lag die Frau bereits fünfzig bis siebzig Jahre in ihrem Grab.

„Mord im Herbst“ ist eine typische, gute „Wallander“-Geschichte. Wallander stellt sich wieder als Mensch mit seinen Selbstzweifeln und seinen Konflikten dar (hier vor allem mit seiner Tochter Linda), aber auch als hartnäckiger und intuitiver Ermittler, dem der Zufall zu Hilfe kommt – was aber dem Umfang des Bandes und des daraus resultierten Zwanges geschuldet sein mag, die Handlung sinnvoll zu beenden. Einen dramatischen Schluss inklusive. Der Plot schildert eine Begebenheit, die sich auch in der Realwelt abgespielt haben mag und deshalb sehr authentisch wirkt. Wer die „Wallander“-Romane und -Kurzgeschichten zu schätzen gelernt hat, dem kann „Mord im Herbst“ nur empfohlen werden – und die Geduld, auf die günstigere Taschenbuchausgabe zu warten. Denn als dünne Hardcoverausgabe ist „Mord im Herbst“ doch recht teuer …

Die Story hätte auch ihren guten Platz in der „Wallander“-Kurzgeschichtensammlung „Wallanders erster Fall“ (Zsolnay Verlag, 2002 und dtv-TB 20700, 2004) finden können, wenn der Autor sie zu diesem Zeitpunkt bereits geschrieben und zur Veröffentlichung freigegeben hätte, zugegeben. Oder in einer Neuauflage. Freilich sind auch die Storys aus „Wallanders erster Fall“ im Nachhinein in vier (sic!) separate Ausgaben aufgesplittet worden: „Die Pyramide“ (dtv-TB 25216, 2004), „Der Tod des Fotografen“ (dtv-TB 25254, 2006), „Wallanders erster Fall“ (dtv-TB 25270, 2007) und „Der Mann am Strand“ (dtv-TB 25283, 2008). Die separate Veröffentlichung von „Mord im Herbst“ überrascht also nicht. Die Geschichte der „Wallander“-Romane, die Schilderung der Umstände und Einflüsse, unter denen sie entstanden sind, selbstverständlich von Henning Mankell selbst, und eine Übersicht über die Wallander-Bücher runden „Mord im Herbst“ ab.

„Weitere Erzählungen über Kurt Wallander gibt es nicht.“ schreibt Mankell in seiner Nachbemerkung zu „Mord im Herbst“. Aha!

Copyright © 2014 by Armin Möhle (armö)

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