Nebelsturm

Johan Theorin
Nebelsturm
Jahreszeiten-Quartett 2

Nattfåk, Schweden, 2008
Piper Verlag, München/Zürich
dt. Erstausgabe: 10/2009, Nachdruck: 02/2011
Krimi
HC, ISBN 978-3-492-05091-3
TB, ISBN 978-3-492-26367-2
Aus dem Schwedischen von Kerstin Schöps
Titelgestaltung von Cornelia Niere unter Verwendung
von Motiven von Mauritius Images und Shutterstock

www.piper.de
www.www.johantheorin.com
www.shutterstock.com

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„Nebelsturm“ ist nach „Öland“ (2007, deutsche Fassungen als gebundene Ausgabe 2008 und als Taschenbuch 2009 im Piper Verlag) das zweite Buch des achtundvierzigjährigen schwedischen Autors Johan Theorin, das inzwischen auch als Taschenbuch-Ausgabe vorliegt „Nebelsturm“ stellt zugleich den zweiten Band des Jahreszeiten-Quartetts dar, das mit „Öland“ als Herbst-Roman begann – „Nebelsturm“ spielt in den Monaten Oktober bis Dezember und auf der rauen, einsamen (schwedischen) Insel Öland:

Der Lehrer Joakim Westin hat auf Öland den Hof Åludden erworben, der vor mehr als zweieinhalb Jahrhunderten als Sitz für einen Leuchtturmwärter inklusive seiner Familie und Dienerschaft errichtet wurde. Åludden wurde aus der Ladung eines gestrandeten Schiffes erbaut, weshalb es als verflucht gilt (Joakim Westin entdeckt im Laufe der Handlung in der Scheune des Anwesens die in einer Holzwand eingeritzten Namen der Menschen, die in den vergangenen Jahrhunderten unter unheilvollen Umständen auf dem Hof Åludden gestorben sind). Als er auf der Rückfahrt von Stockholm ist, erreicht ihn die Nachricht, dass seine Tochter Livia im Meer ertrunken ist – tatsächlich ist es jedoch seine Frau Katrine, die ums Leben kam. Die Polizei hält den Tod Katrines für einen Unfall; die junge Polizistin Tilda Davidsson, gerade erst nach Öland versetzt, zweifelt daran, findet jedoch keine Hinweise auf ein Verbrechen.

Gleichzeitig beginnt eine Diebesbande, in Öland ihr Unwesen zu treiben, in deren Visier auch der Hof Åludden gerät. Das weitere Geschehen wird aus der Sicht der diversen Protagonisten erzählt: Joakim Westin, der den Tod seiner Ehefrau nicht akzeptieren kann und ihn seinen Kindern verschweigt, gleichzeitig aber auch Neues aus der Geschichte der Familie Katrines erfährt (die u. a. auf dem Hof Åludden lebte). Tilda Davidsson, die sich gegen ihre Kollegen durchsetzen muss, sich aus der Affäre mit ihrem Ausbilder löst und selbst in der Vergangenheit ihrer Familie recherchiert. Die Diebesbande, deren Anführer zusehends gewalttätiger wird. Dazwischen sind Kapitel eingestreut, die Geschehnisse aus der Vergangenheit Åluddens schildern, bei denen (in der Regel) Menschen zu Tode kamen.

Im „Nebelsturm“ und auf dem Hof Åludden kommt es zu dem dramatischen Showdown zwischen den Protagonisten, die der Erwartungen erfahrener Leser nicht entspricht, da er in keinem Zusammenhang mit dem Tod Katrines steht. Die Aufklärung der Umstände ihres Todes erfolgt eher en passant; das Motiv mutet weit hergeholt an. Dabei wird auch der vermeintliche Fluch des Hofs Åludden in das Rationale gerückt. Es hätte auch überrascht, wenn Johan Theorin tatsächlich einen Kriminalroman mit Mystery-Einschlag hätte schreiben wollen. Das enttäuscht nicht, wohl aber die nebensächlich anmutende Aufklärung des Todes von Katrine Westin. Andererseits setzt sich der Roman dadurch von den Konventionen des Genres ab. Möglicherweise liegt die Stärke des Autos weniger in der überzeugenden Konstruktion einer Krimihandlung, sondern vielmehr in der authentisch wirkenden und atmosphärisch dichten Darstellung von Charakteren, Einzelschicksalen und Schauplätzen.

„Nebelsturm“ ist jedenfalls geeignet, das Interesse an den weiteren Romanen Johan Theorins zu wecken.

Copyright © 2011 by Armin Möhle (armö)

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