Schön tot

schon-totEdith Kneifl
Schön tot

Haymon Verlag, Wien
ISBN 9783852186108
Krimi
Umfang 176 Seiten
gebundene Ausgabe

www.haymonverlag.at

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

“Geistreicher Krimi im Wiener Margareten-Viertel“

Die junge Romni Katharina Kafka lebt und arbeitet als Kellnerin im Wiener Margarethen-Viertel. Hier scheint es jemand auf junge Frauen abgesehen zu haben; denn nacheinander kommen hier rund um das Schlossquadrat Frauen ums Leben oder können einem Anschlag oder einer Vergewaltigung nur knapp entgehen. Als auch Katharinas homosexueller Freund Orlando durch seine Aufmachung ver-wechselt und Opfer eines Angriffs wird, interessiert sich Katharina immer mehr für die potentiell in Frage kommenden Tatverdächtigen und scheint damit vielleicht selbst die Aufmerksamkeit auf ihre eigene Person zu lenken…

Als Leser wird man gegenüber den vielen Personen sofort misstrauisch: Welche Rolle spielt der Psy-chiater Dr. Mader oder der charmant-dreiste Gigolo Toni, der sich schon zu sehr für Katharina interessiert? Kommt man hier dem Mörder ein Stückchen näher? Und wer steckt hinter den anony-men Telefonanrufen? Langsam wird man in verschiedene Richtungen gelenkt, doch die Auflösung ist für mich eher überraschend und hätte vielleicht noch ein wenig mehr ausgebaut werden können.

Sehr geistreich und mit viel ironischem Witz führt uns Edith Kneifl mit der Figur der jungen Katherina durch die Ermittlungen und betreibt indirekt eine Milieustudie über dies Wiener Viertel und ihre un-terschiedlichen sowie auch interessanten Bewohner. Hierdurch wird diese Geschichte um die Vorfäl-ler in Wien-Margareten sehr lebendig und bildreich gehalten. So kommt es mir aufgrund der schönen Beschreibungen und des Wiener Flairs fast so vor, als wäre ich selbst schon einmal da gewesen. Dreh- und Angelpunkt im Geschehen ist hier insbesondere die Gastronomie – der öffentliche Raum – in welcher man die Personen, die wichtig für die Auflösung des Krimis sind, auch immer wieder an-trifft.

Das Zitat Edith Kneifls Spezialität ist das Böse, das sich im Alltag verbirgt“ (Sächsische Zeitung, Bettina Schmidt) bringt es meines Erachtens genau auf den Punkt. Ein sehr unterhaltsamer Wien-Krimi, der jedoch mehr Augenmerk auf die eigens ernannte Ermittlerin und lebendige Umfeld legt als auf ausschweifende Details grausamer Mordbeschreibungen. Die Sprache ist niveauvoll und sehr flüssig, mit einem bisschen Wiener Schmäh abgerundet.

Sehr schön auch zum Schluss des Buches: Typische Rezepte aus der Wiener Küche mit Bezug auf das vorher Gelesene. Daher: Wer kein Interesse an einem Thriller in Schockmanier hat, ist mit diesem „Krimi“ mit Wiener Flair sehr gut beraten. Ich kann diesen Roman sehr empfehlen!
 
Copyright © 2009 by Sandra Stockem

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