Schwarzwild

Monika Geier
Schwarzwild
Bettina Boll 4

Argument Verlag, Hamburg, 10/2007
TB, ariadne krimi 1174
ISBN 9783867541749
Titelgestaltung von Martin Grundmann
www.argument.de
www.martingrundmann.de

Beim Wandern stolpert die hochschwangere Marie über einen eigenartigen Knochen, der in einem Gehege liegt, in dem Wildschweine gehalten werden. Eigentlich denkt sie sich zunächst nichts dabei, bis ihre Wander-Gefährtin plötzlich spurlos verschwindet. Dann aber holt Marie doch den Knochen und wendet sich an die Polizei – besser gesagt: an Bettina Boll, die bekannte Kriminalistin. Und von da an nimmt das Unheil seinen Lauf…

Bücher, die viel angepriesen werden, sollten eigentlich immer stutzig machen. Man erinnere sich noch an solche Bezeichnungen wie ‚der deutsche Tolkien’ oder ‚der deutsche Hitchcock’. Meist können diese Bücher dann erst recht nicht das halten, was da so vollmundig auf dem Umschlag versprochen wird. Wenn überhaupt, hat man es viel zu oft mit allerhöchstens Mittelklasse zu tun, wenn denn überhaupt.

So ist es auch mit diesem Krimi aus der Feder von Monika Geier. Er liest sich zäh, ist viel zu oft vorhersehbar, und die Minderwertigkeitskomplexe ihrer Hauptfigur nerven spätestens nach dem zweiten… Kapitel (?). Wobei Kapitel hier wohl das falsche Wort ist. Jede dieser Einteilungen bezeichnet einen darin vorkommenden Frauen-Vornamen und zieht sich im allerungünstigsten Fall über 100 Seiten hin – bei etwas mehr als 300 Seiten immerhin ein Drittel dessen, was die Autorin ihren Lesern zumuten möchte.

Die Geschichte an sich wirkt nur auf den ersten Blick interessant. Spätestens wenn es von allen Seiten prasselt, diese Hüfte sei keine menschliche und Kommissarin Boll stur auf ihrem – zu diesem Zeitpunkt noch unbewiesenen – Spekulationen besteht, plätschert das Buch eigentlich nur noch vor sich hin. Daran ändern weder die sich auflösende Wasserleiche noch der Knalleffekt mit dem Erschießen etwas; es bleibt zäh. Zumal die Autorin schon ganz zu Anfang selbst fast die Gesamtlösung des Falles/der Fälle beschreibt. Wozu braucht dann also Frau Boll so lange?

Wirklich überraschen kann die Autorin selbst mit ihrem Mörder nicht. Es war klar, dass der, der die ganze Zeit im Brennpunkt des Geschehens stand, nicht der Täter sein kann, und die Hinweise waren allzu deutlich gestreut und wiesen immer nur in eine Richtung. Daran änderte dann auch der Auftritt des örtlichen Schmalspur-Casanovas nichts, auch wenn der offensichtlich nicht Besseres wusste, als jedem zweibeinigen Wesen seine Waffe zu zeigen – eigenartig nur, dass diese plötzlich verschwunden war, als die Polizei danach suchte. Der Ort, an dem sie dann gefunden wurde, war mehr als einleuchtend. Nein, nichts wirklich Neues in diesem Roman.

Alles in allem bleibt eigentlich eher das Gefühl des Zeitverlustes statt eines gewissen Gefühl der Befriedigung nach der Lektüre dieses Romans. Nichts wirklich Spannendes, nichts wirklich Fesselndes. Ein Roman, wie er leider viel zu oft verlegt wird. Da gab es schon wesentlich Besseres. (RSch)

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