Selbstauslöser

Michael Lister
Selbstauslöser

Hoffmann und Campe Verlag
ISBN 978-3-455-40328-2
Thriller
Originaltitel: Double Exposure
Erschienen am 29.08.2011
Umfang: 240 Seiten, HC mit Schutzumschlag

www.hoffmann-und-campe.de
www.michaellister.com
 
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Zum Autor:

Michael Lister wuchs im Nordwesten Floridas auf, wo er heute noch lebt. Er hat sich als Autor von Romanen, Essays, Theaterstücken und Drehbüchern einen Namen gemacht. Wenn er nicht schreibt, studiert er Literatur, Film und Theologie und unterrichtet am Gulf Coast Community College. Lister engagiert sich außerdem im Naturschutz. Selbstauslöser, ausgezeichnet mit dem Florida Book Award, ist der erste seiner Romane, der ins Deutsche übersetzt wurde.

Zum Buch:

Zurück in seiner früheren Heimat ? Nordflorida ? widmet sich Remington James wieder seiner Hobbyfotografie. Im Wald stellt er Kamerafallen auf, um die dort lebenden Tiere ungestört in ihrem Lebensraum fotografieren zu können. Er nutzt die Zeit, in der Natur alleine zu sein. Mit sich selbst sehr stark gedanklich beschäftigt und in der Weite der Wildnis versunken macht er sich auf den Weg zu seinen Kameras, jedoch weiß er noch nicht, was ihm in dieser Nacht bevor steht. Denn ein ?Selbauslöser? hat einen Mord aufgezeichnet und bevor er das Festgehaltene begreifen kann, wird auch schon auf ihn geschossen. Denn er ist im Besitz von verhängnisvollem Beweismaterial. Eine Jagd auf Remington setzt in der beginnenden Nacht ein und seine einzige Überlebenschance liegt im neuen Tagesanbruch. Ob er es schaffen wird, ist fraglich, denn seine Verfolger lassen nicht von ihrer Beute ab …   

Fazit:

Dieses Buch ist ein eher ungewöhnlich anzusehender Thriller – nichts von der Stange. Ist diese Einschätzung nun eher positiv oder negativ zu sehen? Die Idee für dieses Buch ist nicht schlecht, doch ich bin im Bezug auf die Umsetzung absolut gespalten. Zu dem eigentlichen Mord und der Jagd auf den Zeugen Remington durch den Wald arbeitet dieser das eigene Leben mit seinen Erinnerungen in eigentlich unpassenden Momenten auf. Hierbei bestimmen vergangene Erlebnisse insbesondere mit seinen Vater und Gespräche mit seiner (Ex)-Frau eine tiefgründige Rolle. Diese wirken dadurch fast wichtiger als die „Thrilleraspekte“. Die  Gedankenstränge der Vergangenheit fließen meist dann ein, wenn die eigentliche Handlung an Spannung gewinnt und dadurch natürlich das aufkommende Tempo der Spannung jäh unterbrochen wird.

Für mich persönlich war zudem auch der Schreibstil des Buches schwierig, ich musste mich erst hineinfinden. Wenn man Listers Faible für Hemingway vorab kennt, versteht man auch die abgehakten Wörter und Aneinanderreihung von Ausdrücken, die das Ganze sehr schnell und „blitzlichtartig“ wirken lassen. Zudem verfällt der Autor sehr ins bildhaft Beschreibende, benutzt eine wahre Flut von Adjektiven oder mischt dies plötzlich mit endlos langen konstruierten Sätzen. Gewöhnungsbedürftig! Insgesamt gesehen ist der Thriller anders strukturiert, als ich es kenne oder gewohnt bin. Er hat mich auch aufgrund der auch übersichtlichen Seitenzahl zwar schnell unterhalten, aber leider nicht richtig überzeugen können.

„Selbstauslöser“ ist kein Mainstream-Thriller. Die durchgängige Spannung fehlt mir, nur das Ende stimmt mich etwas positiver, da hier endlich der ersehnt Überraschungsmoment auftaucht. Im Gesamten sollte sich jeder Thriller-Liebhaber über dieses Buch besser ein eigenes Urteil bilden. Positiv anzumerken ist jedoch das Cover, farblich ansprechend und auch vom Einband her aufwändig mit einer erhabenen Struktur gestaltet.

Copyright © 2012 by Sandra Stockem
 
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