Spiel der Teufel

spiel-der-teufelAndreas Franz
Spiel der Teufel

Knaur Verlag, München, 4/2008
HC mit Schutzumschlag und Lesebändchen, Krimi
ISBN 9783426662991
Titelgestaltung von ZERO Werbeagentur, München unter Verwendung
einer Illustration von buchcover.com/Thomas Schmitt

www.droemer-knaur.de
www.andreas-franz.org

Das Ermittlerteam Sören Henning und Lisa Santos (Halbspanierin) – auch privat ein Paar, aber heimlich, damit sie weiter zusammenarbeiten können – haben es mit einem besonders perfiden Fall zu tun, der durch den Tod ihres Kollegen Gerd Wegner ins Rollen kommt: Wegner soll Selbstmord begangen haben, doch weder seine junge russische Frau Nina noch seine Kollegen glauben das, da Gerd Wegner zwar traurig über den Unfalltod der kleinen Tochter Rosanna, aber als sehr glücklich verheiratet war. Was Sören und Lisa jedoch sofort zu Anfang der Ermittlungen auffällt, ist die Tatsache, dass ihr Kollege und Freund einen ziemlich kostspieligen Lebenswandel geführt hat. Zu kostspielig, um es von seinem Gehalt zu bezahlen. So wird schnell die Frage laut, wodurch er sich seine Luxusgüter wie Haus, teuren Wagen, Schmuck finanziert hat und ob er bestechlich gewesen sei. Letzteres können sich die Kollegen nicht vorstellen, da Wegner als durch und durch integer galt.

Konrad, ein Kollege des KDD (zwielichtiger Charakter, korrupt, brutal, schmierig), hatte den letzten Einsatz mit Wegner, dessen Autopsie eindeutig ergibt, dass er ermordet wurde. Ebenso wird festgestellt, dass Wegner kurz vor seinem Tod noch Sex hatte, was seine Ehe in einem nicht mehr so strahlenden Licht erscheinen lässt, da es seine Frau, die zu dem Zeitpunkt in einer anderen Stadt weilte, nicht gewesen sein konnte. Sören und Lisa fragen sich immer mehr, ob sie Gerd Wegner wirklich gekannt haben oder ob dieser ein Doppelleben geführt hat. Das wiederum zieht die nächste Überlegung nach sich, in was der Kollege verwickelt war und ob der Unfalltod seiner kleinen Tochter tatsächlich ein solcher oder vielleicht eine Warnung gewesen sein könnte. Dann nimmt eine geheimnisvolle Frau mit Sören und Lisa Kontakt auf und behauptet, mit Gerd Wegner in Verbindung gestanden zu haben und mehr zu wissen…

Schnell wird dem Leser bewusst, um was es sich in dem Fall handelt: Organhandel in großem Stil und mit sehr brutalen Mitteln. Drahtzieher und Nutznießer sind hohe Tiere aus dem Baltikum und Reiche, die sich eine neue Leber oder ein neues Herz kaufen wie andere ein Paar Schuhe. Dass dabei die Leben der unfreiwilligen ‚Spender’ geopfert werden, wird mit einer zynischen Doppelmoral begründet. Mastermind dieser unmenschlichen Maschinerie ist Lew Luschenko (Multimilliadär und ehemals ranghohes Mitglied im KGB und FSB). Das ‚Geschäft’ boomt, und in die Fänge der ‚Firma’ geraten immer mehr Menschen tiefer hinein. So auch Prof. Lennart Loose, Klinikleiter und einer der besten, wenn nicht bester Herzspezialist Deutschlands (verheiratet, zwei Kinder). Er wird von zwei Russen (Igor und Elena) erpresst, die für die ‚Firma’ arbeiten, für die große Organisation illegale Organtransplantationen durchzuführen. Es wird auch erkennbar, dass Luschenkos Beziehungen bis in das Polizeipräsidium reichen, ebenso, dass Gerd Wegner als Doppelagent gearbeitet hat – allerdings um gegen die ‚Transplantation-Mafia’ vorzugehen und Beweismaterial zu sammeln. Zu dem Zweck hat er sich in die Organisation schleusen und nach außen hin ‚bestechen’ lassen – was ihm wohl zum Verhängnis wurde.

Trotz des schnell erkennbaren Kurses, den die Handlung nimmt, gelingt es Andreas Franz, die Spannung zu halten, stringent zu steigern und im Schlussakkord noch eine kleine Überraschung einzustreuen, so dass dem Leser spannende Krimikost – mit Blick in tiefe menschliche Abgründe – geboten wird. Einzige kleine Mankos: Der Autor betitelt seine Antagonisten sowie Sören Henning und Lisa Santos beim Nachnamen; das schafft eine gewisse Distanz zum Leser. Und das Lektorat ist nicht optimal. So wird z. B. ‚Gerd’ (der tote Wegner) auf Seite 161 von einem Kollegen der Vogel gezeigt – anstatt korrekt Sören Henning, der in der Szene agiert. Die Aufmachung des Hardcovers ist erstklassig, das Covermotiv sehr zurückhaltend und nicht auf den Plot bezogen, was auf der einen Seite angenehm niveauvoll ausfällt, auf der anderen Seite aber vielleicht einen zusätzlichen Kaufmagnet verschenkt. Aber der Autor dürfte darauf ohnehin nicht mehr angewiesen sein.

So lässt „Spiel der Teufel“ das Gefühl eines absolut gelungenen Lesevergnügens in einem zurück und macht Lust auf mehr Krimis des Autors. Um mit den Worten von Andreas Franz enden, weil sie so treffend sind: Den Teufel erkennt man erst, wenn man ihm die Hand gibt und er sie nicht mehr loslässt. „Spiel der Teufel“ ist ein souverän und flott geschriebener Kriminalroman, der ein Thema beinhaltet, das zum Nachdenken anregt, und Einblick in die dunklen Seiten der menschlichen Seele erlaubt. Unbedingt empfehlenswert! (AB) (3xPRT)

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