Split Second – Zurück in der Zeit

Douglas E. Richards:
Split Second – Zurück in der Zeit

Originaltitel: Split Second (2015)
Übersetzung: Maike Hallman
Deutsche Erstausgabe (Paperback): Mai 2018 (Heyne Verlag/TB Nr. 31926)
448 Seiten
Umschlaggestaltung: Das Illustrat, München, unter Verwendung von Motiven von silver tiger/Shutterstock
ISBN 978-3-453-31926-4

von Gunther Barnewald

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Zwei Dinge vorweg: Wer Zeitreisegeschichten liebt, dürfte hier eher enttäuscht sein; wer jedoch spannende, gut erklärte, actionreiche Erzählungen liebt, der sollte unbedingt zugreifen! Auch wenn die Logik gegen Ende etwas hinkt und der Leser das Gefühl hat, der Bär, den der Autor ihm aufbindet, sei so gewaltig, dass man mit dieser Last locker auch in jeder kleinsten Schneewehe für immer versinken kann: In puncto Spannungsbogen und Aufbau einer packenden Geschichte macht Douglas E. Richards so schnell keiner was vor.

Tatsächlich ist sowohl die Bezeichnung „Pageturner“ für dieses Buch, als auch der Vergleich des Autors mit Kollegen wie Michael Crichton, Douglas Preston und/oder Lincoln Child wahrlich keine Schmeichelei, sondern schlichte Realität. Wer also gut recherchierten Schwachsinn mit scheinbar wissenschaftlicher Grundlage und irrem Spannungspotenzial liebt, der sollte unbedingt zu „Split Second“ greifen. Nur die angedeutete Zeitreisethematik entpuppt sich im Verlauf der Geschichte als etwas ganz anderes (was aber hier nicht verraten werden soll!).

Zur Geschichte: Die kluge, junge Jenna Morrison ist mit dem ebenfalls jungen Genie Nate Wexler liiert, der gerade auf seinen Fachgebieten (Mathematik und Physik) die unglaubliche Entdeckung gemacht hat, wie man die Dunkle Energie des Universums anzapfen und dabei sogar einen kleinen Zeitsprung in die Vergangenheit unternehmen kann.

Bevor er Jenna informieren konnte, werden beide gekidnappt und bei einer spektakulären Verfolgungsjagd – eine zweite Organisation scheint ebenfalls scharf auf Wexlers Wissen zu sein – in eine heftige Schießerei verwickelt. Wexler wird von einem der Agenten hingerichtet, damit seine Feinde nicht an sein Wissen kommen, Jenna gelingt im Inferno die Flucht.

Zurück in L. A. sucht sich die junge Frau einen Privatdetektiv mit militärischem Hintergrund und hat das Glück, auf den sehr fähigen und abgezockten Aaron Blake zu stoßen: ein wahrer Volltreffer, gelingt es ihm doch, die beiden rivalisierenden Organisationen aus der Reserve zu locken und herauszufinden, hinter was genau die beiden Gruppen her sind.

Bald vergehen sowohl Blake als auch Morrison Hören und Sehen ob der entdeckten Zusammenhänge, und schnell wird klar, dass es mal wieder um die Existenz der gesamten freien Welt und sogar der Menschheit geht …

Bis dahin ist alles so vergnüglich, unterhaltsam und packend, dass man sich als Leser wahrlich durch den Roman fräst, wobei es gar keine Rolle spielt, dass die Prämissen immer abgehobener und unrealistischer werden. Letztlich endet das Werk standesgemäß mit Pauken und Trompeten, und auch wenn der Autor effektiv kein Meisterwerk des Genres erschaffen hat, muss man ihm doch zugestehen, dass es kaum spannendere Bücher im Genre gibt.

Urlaubslektüre? Auf jeden Fall! Pageturner? Auch das! Sicherlich nicht der beste SF-Roman des Jahres; aber der Spannungsgehalt ist definitiv nicht zu überbieten! (Keuch, hechel, hust, schwitz, zitter!)

Copyright © 2018 by Gunther Barnewald

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