Für die Liebe, für die Kunst

Lukas, Clint
Für die Liebe, für die Kunst
Stories ohne Kompromisse

Verlag: Periplaneta
Aus der Reihe: Edition Mundwerk
Erscheinungsdatum: 1. Auflage 09.2011
ISBN 978-3-940767-81-3
Poetry-Slam
Einband – flex. (Paperback)
Seiten/Umfang: ca. 120 S. – 19,0 x 13,5 cm
Extra: Audio-CD mit 10 ausgewählten Texten
Geschrieben und gesprochen von Clint Lukas

www.periplaneta.com
www.aml-media.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Berlin. Unsere Hauptstadt. Unsere Visitenkarte für die Welt in Sachen Politik, Kultur und Sozialfälle aller denkbaren Sorten. Arm aber sexy. Und die Stadt, die von Clint Lukas geliebt und heimgesucht wird. Zwar in Neustadt an der Weinstraße geboren, hat er sich aber in Berlin perfekt integriert. Sozusagen ein echter Berliner mit rheinland-pfälzischem Migrationshintergrund.

Die Bühne des Poetry-Slam ist Lukas´ zweites zuhause. Dort passt er wie die Faust aufs Auge und seine kleinen kompromisslosen Geschichten dürften so manchem Berliner aus der Seele sprechen. Wie viel davon Klischee ist (Ficken, Saufen, Kotzen, nix arbeiten, rumlabern, irgendwas mit „Kunst“ machen, irgendwann „groß rauskommen“) muss er uns selbst mal sagen. Aber jede einzelne Story trifft den Nagel auf den Kopf. Eben kompromisslos.

Dabei ist er witzig, sentimental, ein Partyanimal und ein Arschloch, wenn er seine Freundin zum x-ten Mal mit irgendeiner Tussi betrügt. Aber ist der Clint in den Geschichten auch der reale Clint? Oder pflegt er die Rolle des Außenseiters, des ewigen Verlierers, des Beziehungsunfähigen und des unerkannten Genies, um noch mehr Weiber- und Saufgeschichten aufschreiben zu können? Autobiografie oder gut gewählte Szenen, in denen sich der Real-Berliner wiederfindet und sich bedauernd/stolz/befriedigt auf die Schulter haut und denkt: „Ja, ick bin so. Und mene Alte is jenauso.“?

Die 120 Seiten lesen sich flott und sind genau das, was auch ich mir als Bayer, nein als Franke, von Berlinern schon immer gedacht habe. Und trotzdem nagt in mir die Befürchtung, dass ich Lukas auf den Leim gegangen bin und er mit listig schmunzelndem Grinsen und einer lässig im Mundwinkel qualmenden Kippe sich totlacht, über meine Vorurteile gegenüber der Stadt, seinen Bewohnern und der ewigen Betonung, dass diese Stadt so cool ist, der Inbegriff von Leben und Kunst ja sowieso.

Und er ist fähig, seine Stimme zwischen seinem Alter Ego, seinen Kumpels und diversen Weibern hin und her wechseln zu lassen. Seine 10 besten Geschichten liest er mit Coolness und Emotion zugleich und wieder tappe ich ihm in die Falle. Spaß macht das Büchlein samt CD aber in jedem Fall.

Copyright © 2011 by Werner Karl

Titel erhältlich bei Buch24.de
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Comments

  1. Hallo Berliner, ob dort geborene oder perfekt integrierte.

    Wie ist eure Meinung zu den Klischees über diese Stadt und euch Hauptstädter? Findet ihr euch in den Geschichten wieder?

    mgg
    galaxykarl 😉

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