Raum: Illusion mit Methode – Ideen zum räumlichen Zeichnen

Peter Boerboom und Tim Proetel
Raum: Illusion mit Methode – Ideen zum räumlichen Zeichnen

(sfbentry)
Haupt Verlag, Bern (CH)/Stuttgart (D)/Wien (A), 03/2013
HC, Sachbuch mit grüner Schrift, Kunst & Handwerk, Zeichnen
ISBN 978-3-258-60065-9
Titelillustration und Zeichnungen im Innenteil von Peter Boerboom, Münsing und Tim Proetel, München

www.haupt.ch
www.boerboom-vogt.de
www.timproetel.de

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Immer wieder staunt man über Künstler, die es verstehen, ein Bild zu zeichnen oder zu malen, dessen Motive plastisch wirken, so dass man meint, nur die Hand ausstrecken zu müssen, um sie greifen zu können. Dass dahinter keine Zauberei steckt, sondern ein gutes Auge, etwas Berechnung und die richtigen Striche an den richtigen Stellen, verraten Peter Boerbaum und Tim Proetel, die Autoren und Illustratoren von „Raum: Illusion mit Methode“. Ihre „Ideen zum räumlichen Zeichnen“ erklären sie nicht wortreich, sondern bloß in (grünen) Stichworten und setzen dafür auf anschauliche Abbildungen, die weit aussagekräftiger sind.

Das Buch gliedert sich in mehrere Kapitel, in denen gezeigt wird, wie auf unterschiedliche Weise der Eindruck von Räumlichkeit erzeugt werden kann: durch „Groß und Klein“, „Überschneidungen“, „Falten und Wellen“, „Fluchtpunkte“, „Modellieren“, „Verblassen“, „Unschärfe“, „Schatten und Umraum“. Was damit gemeint ist, wird durch die Zeichnungen schnell klar. Lässt man Objekte immer kleiner werden, entsteht der Eindruck, dass sie sich vom Betrachter entfernen; der Raum gewinnt an Tiefe. Überschneiden sich die Dinge, glaubt man, eines wäre weiter vorn, das andere dahinter. Der Wechsel von Berg und Tal unterbricht z. B. einen Weg, der immer schmaler wird, so dass Vorder-, Mittel- und Hintergründe entstehen. Fluchtpunkte legen Entfernungen und Lichtquellen/Schattenwurf fest, wodurch Räumlichkeit erzeugt wird. Auch das Modellieren, das Spiel von Licht und Schatten, lässt Körper plastisch wirken. Das langsame Verblassen und auch die Unschärfe suggerieren, dass sich die Gegenstände entfernen, sich irgendwo verlieren. Schattierungen und der Umraum legen fest, wo sich ein Objekt befindet und wie die Oberflächen beschaffen sind.

Alle Beispiele wurden mit weichen Bleistiften, Kohle, Kreiden oder Tusche gezeichnet und vermitteln auf einfache Weise, wie man die realistisch anmutenden Effekte erzielt. Das Nachmalen und Ausprobieren ist überhaupt kein Problem. Auch wenn das Buch nur einen kleinen Aspekt des Zeichnens – die Räumlichkeit – abdecken will, lernt man daraus mehr als aus so mancher Zeichenschule, die den angehenden Künstler mit einem Zuviel an Informationen erschlägt. Wirklich, die Abbildungen sprechen für sich! Ein Glossar am Ende rundet das interessante und informative Buch ab.

„Raum“ ist ein nützliches Sachbuch für Schüler, Studenten, Pädagogen und kunstinteressierte Personen, die gern zeichnen, sich den einen oder anderen Trick abschauen und weiterentwickeln wollen. Auch für Anfänger sehr empfehlenswert! 

Copyright © 2013 by Irene Salzmann (IS)

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Comments

  1. Schön 🙂

    Interessant ist auch, wie Objekte und die Landschaft in der Ferne immer blauer erscheinen. In S/W-Zeichnungen ist das natürlich irrelevant ;-). Man kann das sehr schön sowohl in der Natur als auch in vielen Landschaftsgemälden erkennen. (Hängt übrigens mit der sogenannten Rayleigh-Streuung zusammen, die unseren Himmel so wunderbar blau macht. Physik und Kunst passt eben doch zusammen 😉 )

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