zeichnen heißt sehen – Mit dem flächigen Sehen zum dreidimensionalen Zeichnen

Heike Kelter
zeichnen heißt sehen – Mit dem flächigen Sehen zum dreidimensionalen Zeichnen

Haupt Verlag, Bern (CH), 09/2013
PB mit Klappbroschur
Sachbuch, Kunst & Zeichnen
ISBN 978-3-258-60060-4
Titelillustrationen von Heike Kelter, Berlin
Zeichnungen im Innenteil von Heike Kelter und den Kursteilnehmern
Fotos im Innenteil von Jürgen Ostarhild, Berlin und Martin Becker, Berlin
Extra: stabile Kunststoffschablone (Zeichenvisier) fürs flächige Sehen

www.haupt.ch
www.heikekelter.de
www.kelterzeichnen.de
www.kikufri.de

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Die Zeichenlehrerin Heike Kelter schlägt mit „zeichnen heißt sehen“ einen ganz anderen Weg ein als die Autoren anderer Zeichenlehrgänge. Für gewöhnlich werden dem ambitionierten Schüler jede Menge Techniken gezeigt, um räumliche Bilder korrekt und abwechslungsreich aufs Papier zu bringen. Hier hingegen führt der Weg praktisch zurück in die Kindheit, als man Personen, Objekte und Hintergründe zweidimensional anlegte.

Tatsächlich soll man den Gegenstand, den man zeichnen möchte, als Fläche sehen lernen und damit beginnen, dass man die wichtigsten Außenlinien festlegt. In einem zweiten Schritt wird mit den relevanten Linien im Innern ergänzt. Durch das Hinzufügen der weniger wichtigen Linien wird das bzw. werden die abgebildeten Objekte und ihre Anordnung (Vordergrund, Mittelgrund, Hintergrund) deutlich erkennbar. Schließlich wird durch Schraffieren und das Platzieren von Lichtreflexen räumliche Tiefe erzeugt. Möchte man das Bild außerdem kolorieren, erzielt man dirch verschiedene Farbnuancen auch eine unterschiedliche Wirkung.

Wie das genau funktioniert, erläutert die Autorin in mehreren Schritten und anhand zahlreicher Beispiele (Personen, Pflanzen, Tiere, Gegenstände, Häuser, Landschaften etc.). Als zusätzliches Hilfsmittel offeriert sie als Beilage zu diesem Buch ein „Zeichenvisier“, ein stabiles, durchsichtiges Stück Plastik, in das in Schwarz drei Linien eingezeichnet wurden. Die Sichtlinie legt den Betrachtungspunkt fest; was sich unter ihr befindet, sieht man aus der Vogel-, das darüber aus der Froschperspektive. Eine Senkrechte erleichtert das ‚Peilen und Scannen‘, durch das die Position des oder der Objekte festgelegt wird. Ein gestrichelter Halbkreis, der an einen Scheibenwischer erinnert, soll es erleichtern, Diagonalen zu platzieren (Fluchtpunkt). Wie man mit dem Zeichenvisier arbeitet und welche Grundausrüstung an Papier, Stiften, Radierern usw. man sich zulegen sollte, wird ebenfalls erklärt. Es folgen noch einige Details zur Bildkomposition, Schraffur (Licht und Schatten) und dem perspektivischen Zeichnen, worin sich der Band nun nicht mehr von anderen Titeln dieser Art unterscheidet, denn letztlich verfolgen sie alle dasselbe Ziel, nämlich zu vermitteln, wie man räumlich zeichnet.

Zu allen Ausführungen finden sich entsprechende Abbildungen, meist in Schwarz-Weiß, gelegentlich auch in Farbe. Diese Beispiele sind groß genug (manchmal eine ganze Seite), dass man gut erkennen kann, worauf die Autorin Wert legt.

„zeichnen heißt sehen“ wendet sich, so Heike Kelter, in erster Linie an Anfänger, was sinnvoll ist, da Fortgeschrittene i. d. R. bereits ihre eigenen Vorgehensweisen entwickelt haben. Ob man mit dieser Zeichenschule zurechtkommt, muss jeder selbst entscheiden, aber bestimmt ist die Technik des flächigen Sehens einen Versuch wert. Die Beispiele, die von Kursteilnehmern stammen, aber auch die Resultate, die Kinder (in Heike Kelters „Lieblingszeichnungen) erzielen, wenn sie nach demselben Prinzip arbeiteten, sind durchaus beeindruckend. Darum: einfach mal ausprobieren!

Copyright © 2013 by Irene Salzmann (IS)

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