Le Fettnapf

Tanja Kuchenbecker
Le Fettnapf
Wie ich lernte, mich in Frankreich nicht zum Horst zu machen

Le Fettnapf (2010)
Rowohlt Verlag GmbH
ISBN 978-3-499-62649-4
Lifestyle/Modernes Leben/Unterhaltung
Hamburg 2010
Umfang 221 Seiten

www. rowohlt.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Zum Buch:

Der Unterhaltungs Roman „Le Fettnapf“ von Tanja Kuchenbecker zeigt die Metropole Paris, aus Sicht einer Deutschen. Die Außenlandskorrespondentin, die unter anderem auch für das Handelsblatt schreibt, erzählt teils amüsant teils kritisch Anekdoten aus ihrem Leben als Französin. Dabei geht sie auf nahezu jede Lebenslage ein, berichtet über ihre Erfahrungen mit französischen Autofahrern bis hin zu Karl Lagerfeld und die „Mode à la francaise“. Die einzelnen Kapitel spiegeln jeweils eine andere Erfahrung oder Situation wieder, genaustens analysiert und aus ihrer Sicht dargestellt.

Anfangs völlig überfordert und mit dem ständigen Gefühl im Nacken in irgendwelche Fettnäpfchen zu treten, wächst die Autorin langsam in ihre Rolle als Französin und lässt dabei trotzdem keine Peinlichkeit und keinen Fehltritt aus. Ob sie nun über Dinge spricht, die man besser nicht erwähnt oder mal wieder völlig falsch angezogen ist, dies alles erzählt die  Wahlpariserin mit einem Augenzwinkern und einer guten Portion Humor. Sie revidiert und bestätigt manche der gängigen Vorurteile, entrüstet sich über die chronische Unpünktlichkeit der Franzosen, findet aber dennoch, dass beide Nationen viel voneinander lernen können und sie gelernt, hat das Leben in Frankreich zu lieben.

Fazit:

Dieses Buch macht Lust auf Frankreich und den französischen Lebensstil. Ob man nun zu den Frankophilen gehört, die vom Leben Wie-Gott-in-Frankreich schwärmen oder den Kritikern, die alle Franzosen für arrogant und hochmütig halten, die Autorin schafft es einen für dieses Land zu begeistern. Bei einigen Passagen muss man schmunzeln, etwa wenn der französische Kellner partout nicht an den Tisch kommen will oder wenn man trotz einem Jahr in Frankreich kein Wort französisch versteht. Die wenigen tiefgründigen Stellen sind wohl gewählt und man fängt an das Leben hier in Deutschland mit dem in Frankreich zu vergleichen und durchaus kritische Schlüsse zu ziehen.

Mir persönlich gefielen einige grau unterlegte Passagen in dem Buch, in denen die Autorin ihre überlebenswichtigen Regeln für ein Leben in Frankreich vorstellt, die man aber sicherlich auch für den nächsten Urlaub in Frankreich gebrauchen kann. Ein bisschen verwirrend stellten sich die Geschichten heraus, in denen die Autorin über Dinge berichtet, die ihr missfallen. So beispielsweise über das teilweise unmögliche Verhalten mancher französischen Freunde, das jeden Menschen in die Flucht schlagen würde. Man empfindet Mitleid mit der Autorin und das nimmt dem Buch teilweise seinen lockeren, leichten Flair.

Wer einen tiefsinnigen Roman sucht, ist hier jedoch falsch. Das Buch möchte unterhalten und schafft dies auch, wenn man sich darauf einlässt. Ein leichtes, dennoch fesselndes Lesevergnügen, das einem die französische Lebensart und das Land an sich näherbringt.

Copyright © 2010 by Chiara Kaiser

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