Ein Jahr Urban Sketching – Unterwegs skizzieren, zeichnen und kolorieren

Jens Hübner
Ein Jahr Urban Sketching – Unterwegs skizzieren, zeichnen und kolorieren

Edition Michael Fischer
ISBN: 978-3863553081
Malen & Zeichnen
1.Auflage April 2015
144 Seiten; Maße:  197 x 261 mm
Gebunden

www.edition-m-fischer.de

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Der Autor

Der in Berlin lebende Künstler und Diplom Designer Jens Hübner ist 1964 in Wittenburg/Mecklenburg geboren. Nach seinem Studium in Deutschland und Nordamerika war er 10 Jahre Mitinhaber einer Designagentur. Seit seiner Kindheit verarbeitet er die auf ihn einströmenden Eindrücke in Form von spontanen Collagen, Reiseskizzen und Aquarellen in seinen visuellen Tagebüchern.

Während einer zweijährigen Weltumrundung per Fahrrad entwickelte er seine Methodik des Zeichnens und Aquarellierens auf Reisen. Diese vermittelt er als Dozent und Reiseleiter in verschiedenen Seminaren. In Deutschland, Indien, Ost Timor und Äthiopien wurden seine Arbeiten in Ausstellungen und Vorträgen präsentiert.

Für mehrere Reiseveranstalter und Unternehmen ist er als Tourenleiter und Maldozent in Deutschland und Afrika tätig. Mit seinem Konzept ‚Pinsel statt Pixel‘ versucht er Interessierte anzuregen, nicht wild herumzuknipsen, sondern innezuhalten, zu beobachten und die Reiseeindrücke in einfachen Skizzen und Zeichnungen festzuhalten.
(Quelle: Edition Michael Fischer)

Das Buch

“Ein Jahr Urban Sketching” von Jens Hübner ist aufgebaut wie ein Tagebuch, zumindest grob, denn hier bilden die Monate die Kapitel. Und es geht um Urban Sketching bzw. darum, wie Urban Sketching funktioniert oder betrieben werden kann, um viele der zahllosen Möglichkeiten, diese faszinierende Art der Berichterstattung zu betreiben. Urban Sketchers nennt sich eine weltumspannende Organisation von Künstlern, die mit ihren Skizzen und Zeichnungen die Stadt beschreiben, in der sie Leben oder auch von Städtereisen berichten, und diese in entsprechenden Blogs veröffentlichen. Ein kleines, acht Punkte umfassendes Manifest, nachzulesen auf den Homepages, informiert über die Regeln, die Urban Sketcher beherzigen müssen.

Das Buch fühlt sich gut an, wie ein Skizzenheft mit festem aber biegsamem Einband. Die oben angesprochene Aufteilung in Monate verleiht ihm einen Hauch Tagebuch-Flair, wobei es das natürlich nicht ist. Die vielen Skizzen, die Jens Hübner zur Illustration seiner Themen verwendet, stehen in keinem offensichtlichen Zusammenhang mit den jeweiligen Jahreszeiten. Die Wintermonate beschäftigen sich mit den Materialien und Werkzeugen, mit denen sich Urban Sketcher ausrüsten können, um ihre Eindrücke zu Papier o.ä. zu bringen: Zeichenwerkzeuge im Januar, Farbwerkzeuge im Februar und Malgründe im März. Um seine Zeichnungen zu kolorieren, bedient sich der Künstler gern wieder ganz besonderer Materialien, die er vor Ort findet: Teesud, Schlamm aus einer Pfütze oder auch Kaffee. Auch in seinem Buch “Reisemomente” fand ich gerade das sehr interessant. Der Frühling beginnt digital und beendet gleichzeitig die Reihe der Werkzeuge: Smartphone, Stylus und Sketchsoftware kommen zum Zug. Wer schon mal versucht hat, damit Skizzen anzufertigen, weiß, dass es ein himmelweiter Unterschied zu traditionellen Werkzeugen bzw. Materialien ist. Je nach Performance der Hardware hat man außer mit der veränderten Haptik noch zusätzlichen mit hinterherhinkenden Strichen zu kämpfen.

Bis zur Mitte des Sommers (Mai, Juni, Juli, August) drehen sich die Themen um verschiedene Arten von Motiven und das Wann und Wo: Orte, Menschen, Architektur und Natur (z.B. Wasser, Wolken und Tiere). Wo zeichnet man am besten mit welchen Mitteln? Wie skizziert man einzelne Personen und wie Gruppen? Für die Architektur gibt es – selbstverständlich – eine Einführung in die Perspektive. Verschiedene Techniken stellt Jens Hübner in den folgenden drei Monaten vor: im September grafische Elemente, im Oktober geht er auf Farben, Farbstimmungen, sowie warme und kalte Farben ein. Im November beschreibt er kurz, wie mit zusätzlichen Gegenständen oder Techniken mehr Pep und Authentizität in die Aufzeichnungen gebracht werden kann. Einer der Punkte des USk-Manifests sagt, dass sie ihre Zeichnungen online veröffentlichen. Daher widmet sich das Buch am Ende des Jahres (Dezember) der Digitalisierung und der Veröffentlichung der Werke auf verschiedenen Plattformen. Eine Liste von Netzadressen und Büchern komplettieren das Buch.

Die Menge von Text und Zeichen-Beispielen haben eine sehr gute Balance. Für mich gilt: je mehr Zeichnungen und Skizzen (gerne auch unfertige) desto besser, auch wenn Jens Hübners Schreibstil sehr locker und leicht zu lesen ist. Besonders gut gefällt mir auch, dass er daran gedacht hat, jede seiner Zeichnungen neben einem Titel, den verwendeten Materialien und der Größe mit dem Ort, der dargestellt wird, und der Zeit, die er zur Fertigstellung benötigt hat, auszustatten.

Fazit

Die eingängige Sprache und gut umzusetzende und deutlich hervorgehobene Tipps und Ratschläge, die übersichtliche Struktur und Aufmachung und vor allem die riesige Menge an vielfältigen und sehr beeindruckenden Zeichnungen von Jens Hübner machen “Ein Jahr Urban Sketching” zu einem leicht verdaulichen, aber überaus inspirierenden Zeichenbuch für jeden, der sich mit Zeichnen im Allgemeinen und Urban Sketching im Besonderen beschäftigen möchte.

Copyright © 2015 by Michael Bahner

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