Lebendige Skizzen – Grundlagen des figürlichen Zeichnens

Jeff Mellem
Lebendige Skizzen – Grundlagen des figürlichen Zeichnens

Originaltitel: Sketching People – Life Drawing Basics
Verlag: Edition Michael Fischer
ISBN: 978-3-86355-142-1
Genre: Malen & Zeichnen
Erschienen: 1. Auflage 06.2013
Übersetzerin: Beate Wellmann
Umfang: ca. 128 S. – 22,0 x 28,0 cm; Paperback

www.edition-m-fischer.de
www.jeffmellem.com

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Der Autor

Jeff Mellem ist von Beruf Künstler und Grafikdesigner und war in den letzten zehn Jahren in vielen verschiedenene Branchen tätig. Unter anderem hat er Zeitschriften und Videospiele gestaltet und für das Theater Bühnenbilder entworfen. Er hat den Bachelor of Fine Arts der California State Univerity, Fullerton und studierte Zeichnen am American Animation Institute in Hollywood, California. Jeff Mellems Arbeit basiert auf traditionellen Zeichentechniken, mit denen er seine Charaktere entwickelt und Geschichten erzählt. Mehr über Jeff Mellem erfahren sie unter “www.jeffmellem.com”.
(Quelle: Edition Michael Fischer)

Das Buch

Jeff Mellem nimmt sich in “Lebendige Skizzen” einem Thema an, das nicht zu den einfachsten in der Bildenden Kunst zählt: das schnelle Skizzieren von Personen in “lebendigen” Posen. Wer sich schon einmal am Zeichnen von Menschen versucht hat, weiß, es ist eine Sache, ein geduldiges Modell zu Papier zu bringen, aber eine ganz andere, wenn sich die Person bewegt und nur wenige Augenblicke in einer bestimmten Pose verharrt. Ganz klar, im ersten Fall hat der Künstler reichlich Zeit. Die Pose des Modells ist hier naturgemäß sehr statisch, was man der fertigen Zeichnung hinterher immer anmerkt. Im zweiten Fall kann die Pose – eben weil sie aus einer lebendigen Situation heraus entsteht – mitunter nach wenigen Augenblicken wieder vorbei sein. Die Anforderungen an Vorgehensweise und Beobachtung unterscheiden sich daher grundlegend vom klassischen Modellzeichnen.

Jedoch steht genau das am Anfang des Buches: das Studium des menschlichen Körpers und dessen Anatomie beispielsweise anhand von Modellen, um zu lernen, wie Skelett, Muskeln und Haut seine Erscheinung beeinflussen. Im Grunde ist dazu ein eigener Kurs erforderlich und kann sicher nicht auf zehn Seiten abgehandelt werden, worauf der Autor auch hinweist. Im zweiten Kapitel geht es dann mit dem “Gestischen Zeichnen” richtig zur Sache. Hier wird gezeigt, wie durch rasch hingeworfene Skizzen eine Pose, eine Bewegung oder eine Stimmung eingefangen werden kann. Diese Skizzen bilden die Grundlage für jedes Bild, das aus dem “richtigen Leben” entstehen soll. Verschiedene dreidimensionale Grundformen verleihen als nächstes der Person Volumen, wobei es der Autor dem Leser überlässt, welche Form – ob quaderförmig oder oval – dieser für die einzelnen Körperteile verwendet. Sehr interessant finde ich das folgende Kapitel über den “Faltenwurf”, das gute Hilfestellungen für die realistische Darstellung von Kleidung gibt. Die Einteilung in verschiedene Kategorien von Falten vereinfacht die Sache dabei ungemein. In den beiden folgenden Kapiteln werden der “Ausdruck” und die “Körpersprache” unter die Lupe genommen, die dann die Darstellung isolierter Personen abschließen.

Was bleibt ist das Zusammenfassung mehrerer Personen zu Gruppen, ihre Beziehungen zueinander und die Einbettung in einen szenarischen Rahmen. Das wird im Kapitel “Staging” besprochen. Es enthält viele wertvolle Tipps zur Entwicklung einer Szene mit Personen in “lebendigen” Situationen. Das Thema “Tonwert”, das zum Schluss noch angesprochen wird, umfasst die Anwendung verschiedener Beleuchtungsszenarien, um den Figuren noch mehr Plastizität zu verleihen.

Fazit

“Lebendige Skizzen” ist ein tolles Buch mit vielen Tipps, Hilfestellungen und Ideen zur zeichnerischen Darstellung von Menschen auf der Straße. Dabei ist wie immer viel Eigeninitiative, sprich Übung, Voraussetzung für zufriedenstellende Ergebnisse. Einige Übungen bietet das Buch selbst, mit denen gerade Gelesenes ausprobiert werden kann. Der Text ist flüssig zu lesen, auch wenn die Menge manchmal ein bisschen überhand nimmt. Außerdem ist die teils recht kleine Schrift auf dem Textur-Hintergrund manchmal schlecht zu lesen. Jeff Mellems Zeichnungen machen einen durchweg gekonnten Eindruck und vermitteln die richtige Motivation, den Zeichenstift selbst zu schwingen. Eine kleine, aber verschmerzbare Ausnahme gibt es im Kapitel Ausdrücke, wo viele der dargestellten Stimmungen schlichtweg zu übertrieben und für mich nicht immer nachvollziehbar sind.

Jeff Mellems Zeichenkurs macht Spaß und ist allen zu empfehlen, die sich mit Zeichenstift und Papier unter Menschen wagen, um das “echte Leben” einzufangen.

Copyright © 2013 by Michael Bahner

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