Lebendige Strichmännchen zeichnen

Andreas Tschudin
Lebendige Strichmännchen zeichnen

Edition Michael Fischer
ISBN: 978-3863553197
Malen & Zeichnen
1.Auflage Februar 2015
87 Seiten; Maße:  233 x 235 mm
Gebunden

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Der Autor

Andreas Tschudin – Matto genannt – wurde 1950 in der Schweiz geboren. Nach der Matura und einem fast abgeschlossenen Studium als Zeichenlehrer führte ihn ein kurvenreicher Lebensweg zur freiberuflichen Tätigkeit als Karikaturist und Cartoonist. Ganz nach seinem Motto: „Wer schreiben kann, kann auch zeichnen“ zeigt er in Seminaren, wie man einfachen Strichen Leben einhaucht.
(Quelle: Edition Michael Fischer)

Das Buch

Sie sehen ein bisschen aus wie die kleinen Geschwister der “richtigen” Funnies, nur ohne vollständig dargestellten Körper. Trotzdem ist an diesen Strichmännchen alles dran, was man benötigt, um Mimik, Gestik, Gefühle, Bewegung oder Stimmungen auszudrücken. Daher sind diese hier nicht ganz so simpel gestrickt und verfügen immerhin über plastische dargestellte Hände, Füße (im Allgemeinen sieht man nur Schuhe) und einen Kopf. Letzterer mit aufgesetzten Ohren und (Knubbel-)Nase, die ihm eine Orientierung geben, sowie Augen und Mund für Blickrichtung, Ausdruck usw.

In seinem Buch “Lebendige Strichmännchen zeichnen” zeigt Matto (Andreas Tschudin) wie man seinen Strichmännchen Schritt für Schritt Leben einhaucht, und er vermittelt, wie einfach es sein kann, lustige Bildchen zu zeichnen, eine witzige Ideen zu transportieren und dabei noch Spaß zu haben. Zu Beginn geht er kurz auf die Wahl der Zeichenwerkzeuge ein (Stifte, Unterlage und Papier), bevor er richtig mit dem Zeichnen loslegt. Im ersten Kapitel “Der Körper” wird man bereits mit den wesentlichen Komponenten seiner Strichmännchen versorgt: dem skeletthaften Körper und den Extremitäten, wobei der Kopf zunächst nur mit Nase und Ohren, die der räumlichen Ausrichtung dienen, ausgestattet ist. Die Hände werden mit nur vier Fingern wie bei Disney-Figuren leicht vereinfacht dargestellt.

Wirklich Arbeit sparen kann man sich damit allerdings nicht wie seinerzeit in den Animationsstudios, aber tatsächlich wirken Hände mit fünf Fingern bei diesen dürren Körpern eher überdimensioniert und fehl am Platz. Zunächst wird in Wort und Bild sehr anschaulich gezeigt, wie Hände konstruiert werden, und dann gibt es eine Menge Beispiele zum Abzeichnen und Ausprobieren. Im Übrigen empfiehlt der Zeichner, zur Übung die Hände aus Comics abzuzeichnen und verweist hier explizit auf Disney-Figuren. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sowohl Vorgehensweise als auch solche Detailstudien große Ähnlichkeit zu den entsprechenden Seiten beispielsweise in Preston Blairs Buch “Animation” aufweisen. Hier wie dort macht es jedenfalls einen Riesenspaß, sich durch die Masse an Beispielen zu “scribblen”.

Nach den Körperelementen werden verschiedene Körperhaltungen (das Stehen, Sitzen und Liegen) vorgestellt und mit vielen anschaulichen Beispielen illustriert. Im Kapitel “Die Bewegung der Figur” kommt schließlich noch die dynamische Komponente ins Spiel. Spätestens hier wird klar, dass trotz aller Einfachheit der Figur, doch etwas Übung notwendig ist, um z.B. die eigene Vorstellung von einem sprintenden oder einem tanzenden Männchen korrekt zu Papier zu bringen. Im folgenden Kapitel geht der Zeichner dann an die Details des Kopfes: Augen, Mund, Haare und Frisur, auch Ohren und Nase werden noch verfeinert. Der Leser lernt hier, Mimik und Ausdruck durch Variation von Augen und Mund anzupassen oder durch Stellung, Ausrichtung und Form von Nase und Ohren das Erscheinungsbild einer Figur komplett zu verändern. Außerdem gibt es jetzt endlich Möglichkeiten, zwischen Frau und Mann zu unterscheiden mithilfe des Mundes (insbesondere der Lippen), der Wimpern und der Frisur. Ein kurzer Überblick über die ersten Kapitel ist in “Extras” enthalten. Außerdem geht Andreas Tschudin noch auf verschiedene zusätzliche Dinge ein, die eine Strichmännchen-Zeichnung aufwerten oder ergänzen können oder manchmal sogar notwendig sind: Accessoires, Lichteinfall und Schatten, Bewegungslinien, Ausdruckszeichen (z.B. die springenden Tröpfchen bei einem Schweißausbruch) oder Sprechblasen. Zum Schluss zeigt er noch, wie mit der Wahl des Bildausschnittes, der Perspektive u.ä. die Bildwirkung beeinflusst werden kann.

Fazit

Mit “Lebendige Strichmännchen zeichnen” erhält man ein hervorragendes Zeichenbuch mit anschaulich illustrierten und sehr gut nachvollziehbaren Anleitungen. Der leicht zu lesende Text und die zahlreichen Beispiele vermitteln eine klare Vorstellung von dem, was der Autor aussagen will. Gerade für Anfänger bieten Mattos Strichmännchen eine prima Gelegenheit, sich auf zeichnerische Weise zwar einfach, aber wirkungsvoll auszudrücken. Für geübtere Zeichner stellen sie eine verblüffend ausdrucksstarke (und ungleich schneller zu realisierende) Variante zu den “dicken” Comicfiguren dar.

Copyright © 2015 by Michael Bahner

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