29 Sternschnuppen

Rolf Krohn:
29 Sternschnuppen

Originalausgabe = dt. Erstausgabe: März 2018 (Edition SOLAR-X)
197 Seiten
Titelbild: Vicki Lynn @Pixabay
ISBN 978-3-945713-58-7

von Gunther Barnewald

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Der vorliegende Band von Kurzgeschichten enthält 29 Storys aus den Jahren 1979 bis 2017, die 3 bis maximal 10 Seiten lang sind. Leider liegt darin auch schon das Problem des Bandes, denn der wunderbar lyrische Stil des Autors kommt bei diesen sehr kurzen Texten leider kaum zur Geltung.

Trotzdem sind alle Geschichten wie gewohnt gut erzählt und meist auch interessant. Wirklich spannend oder den Leser mit Haut und Haaren packend sind sie jedoch nicht, da sie oft zu kurz geraten sind. Wer den Autor noch nicht kennt, der sollte vielleicht eher zum Roman „Das dunkle Bild der Liebe“ oder zum Erzählungsband „Begegnung im Nebel“ greifen.

Bei vielen Storys ist das Lesevergnügen schon vorbei, bevor man sich richtig eingelesen hat. So wüsste man doch gern mehr über den jahrhundertealten Toten, der bei einer Mondexpedition unvermittelt gefunden wird („Der letzte Wunsch“). Ebenso würde man mehr über das Schicksal jenes Marsbewohners erfahren, der in der zauberhaften Bradbury-Hommage „Das letzte Marssegel“ – ist der Titel vielleicht auch eine Anspielung auf Iwan A. Jefremow? – von seinen Erlebnissen erzählt.

Sehr gelungen ist dagegen die Erzählung vom Zeitreisenden, der Goethe einen kurzen Blick in die barbarische Zukunft der Deutschen ermöglicht, indem er ihm die Schrecken Vorgehen des Nationalsozialismus‘ im „Dritten Reich“ vor Augen führt („Der Spaziergang“). Das zum Thema: „Land der Dichter und Denker!“

Immer stark ist der Autor, wenn er sein fundiertes historisches Wissen aufblitzen lässt: Hat man in einem sächsischen Bergwerk tatsächlich einst ein Teil eines abgestürzten außerirdischen Raumschiffs gefunden („Rotes Gold“)? Und ist die strikte Nichteinmischung in fremde, primitive Planetenkulturen wirklich der richtige Weg („Krankenbesuch“), wenn man stattdessen armen Erdmenschen das Leben retten kann? Oder vielleicht interessiert sich ja jemand für die wahre Geschichte des Säufers Lot aus dem alten Sodom („Der Trinker“), der vielleicht in der Bibel viel zu gut wegkam?

Doch egal wie kurz die Storys sein mögen, nie kann man Krohn vorwerfen, er langweile oder erzähle unverständlich-prätentiös. Zwar sind seine wenigen Geschichten, in denen mal wieder der Weltuntergang droht, nicht wirklich herausragend, jedoch immer noch lesbar und goutierbar.

Wer Krohns Texte mag, wird sich über den von Wilko Müller herausgebrachten Band sicherlich sehr freuen. (Ein besonderes Lob für das tolle Umschlagbild, das sich auch über die Buchrückseite erstreckt!) Schön, dass Rolf Krohn noch da ist und weiterhin schreibt!

Copyright © 2018 by Gunther Barnewald

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