Gwendys Zauberfeder

Richard Chizmar
Gwendys Zauberfeder

Originaltitel: Gwendy’s Magic Feather (2019)
Deutsche Erstausgabe: 2021 (Heyne Verlag)
Übersetzung: Sven-Eric Wehmeyer
Cover: Hauptmann und Kompanie Werbeagentur, Zürich
270 Seiten
ISBN 978-3-453-27295-8

von Gunther Barnewald


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Gwendy ist eine Figur die Stephen King erdacht hatte. Beinahe hätte sie niemals das Leben der literarischen Welt erblickt, da der Autor mit seiner Idee nicht recht weiterkam. Erst Autor Richard Chizmar, dem King sein Fragment zukommen ließ, wusste Rat, weshalb „Gwendys Wunschkasten“ (im Original Gwendy´s Button Box) 2017 doch geöffnet werden konnte.

Chizmar setzte die Geschichte einer inzwischen erwachsenen Gwendy 2019 fort. (Ein weiterer Band ist für 2022 geplant!). Die vorliegende Erzählung spielt in einer Alternativwelt Ende des Jahres 1999, in der Bill Clinton die Wahl verloren hat und ein Donald-Trump-Verschnitt namens Hamlin Präsident der USA geworden ist.

Gwendy ist Kongressabgeordnete und muss sich in Washington durch den täglichen Polit-Wahnsinn quälen, als plötzlich der geheimnisvolle Mann mit der Melone wieder auftaucht und ihr erneut den Wunschkasten übereignet. Mit seiner Hilfe kann man den Ablauf der Ereignisse ändern, muss aber hinnehmen, dass als Ausgleich Katastrophen und Unglücke stattfinden.

Gwendy hatte es als Kind geschafft, der enormen Versuchung zu widerstehen, die von dem magischen Kasten ausgeht. Wird sie als Erwachsene Politikerin ebenso hartnäckig und ehrenhaft sein und handeln? …

Das mit knapp 270 ‚Seitchen‘ dünne und handliche Hardcover ist schmissig geschrieben und lässt sich wirklich flott und flüssig lesen. (Dank für die sehr gute Übersetzung von Sven-Eric Wehmeyer!) Schnell mag man die forsche Gwendy, bewundert ihren Mut und ihre Aufrichtigkeit.

Als Gwendy dann mit der ‚Teufelsmaschine‘ nach Castle Rock zurückkehrt, um hier mit ihren Eltern Weihnachten zu verbringen, wird bald klar, wie groß die Versuchung für die junge Frau wird, denn Gwendys geliebte Mutter ist schwer erkrankt.

Zudem versteht Gwendy nicht, warum sie erneut ‚geprüft‘ werden soll. Als dann in Castle Rock junge Mädchen entführt werden, wird sie in den Fall hineingezogen und erweist sich bald als wichtige Person für die Lösung des Falls und die Ermittlung des Täters …

Richard Chizmar gelingt ein wirklich packender und äußerst unterhaltsamer Roman, der sicherlich in der ‚kriminalistischen‘ Ausarbeitung zu wünschen übrig lässt, denn gegen Ende der Geschichte geht alles etwas zu rasant voran.

Andererseits könnte man das Ganze auch als geschickte literarische Hommage an Stephen Kings Roman „The Dead zone – Das Attentat lesen – und dann sind die Anspielungen genial erdacht.

Copyright © 2021 by Gunther Barnewald

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