Himmelsfluss

Dennis E. Taylor
Himmelsfluss

Originaltitel: Heaven’s River (2020, 2021).
Deutsche Erstausgabe: (Heyne Verlag/Heyne Paperback 32166)
Übersetzung: Urban Hofstetter
Cover: Das Illustrat, München (unter Verwendung von Motiven von Shutterstock.com /AleksandrMorrisovitch, Evdokimov Maxim)
717 Seiten
ISBN 978-3-453-32166-3

von Gunther Barnewald


Titel bei Amazon.de

Was bisher (= in den Romanen der ersten Trilogie) geschah:

Nach seinem Tod wurde der Physiker und Softwareentwickler Bob Johansson zu einer kybernetischen Intelligenz umgewandelt. Sie kann sich selbst replizieren, wobei aufgrund kleiner Abweichungen ständig neue Persönlichkeiten entstehen und ist in der Lage Raumfahrzeuge zu steuern, zu bauen und weiterzuentwickeln.

Bob bereist den Weltraum und entdeckt neue Welten. Dies ist notwendig, weil sich die Menschheit inzwischen durch Krieg fast vollständig aufgerieben und unseren Heimatplaneten völlig ruiniert hat.

Deshalb entstehen Archen, mit denen Bob und seine ‚Klone‘ die Überlebenden zu den Sternen verschiffen, um sie dort auf geeigneten Welten anzusiedeln. Zudem entwickelt Bob eine Technik, die eine ‚zeitlose‘ Kommunikation im Universum ermöglicht, sodass er sich mit seinen ‚Kopien‘ verzögerungsfrei vernetzen kann.

Darüber hinaus entdecken die vielen Bobs andere Zivilisationen, darunter auch eine äußerst aggressive, die andere Intelligenzen nur als Nahrung betrachtet und schon einige Völker ausgelöscht hat.

Als diese Fremdlinge auf die Menschheit (bzw. deren Reste) und auf die „Bobs“ aufmerksam werden, hängt deren Schicksal bald am seidenen Faden …

Nachdem im dritten Band geschildert wurde, wie ein brüchiger Frieden zwischen Menschen und Aliens zustande kam, entdeckt der ‚ursprüngliche‘ Bob, der sich auf die Suche nach dem verschollenen Bender begeben hat, eine künstliche Weltsphäre. Ihre Innenseite wird von einer intelligenten Wesen bewohnt, die Bibern bzw. Fischottern ähneln.

Bob und einige ‚Kollegen‘ tarnen sich in künstlichen Androidenkörpern und dringen unerkannt in diese Welt vor. Sie erkennen, dass die Einheimischen das Wissen um die Geschichte ihrer künstlichen Welt vergessen haben. Wer hat diese erschaffen, wer hat aktuell das Sagen? Bei ihren Erkundungen stoßen die Reisenden auf ein großes Geheimnis …

Nachdem die ‚erste‘ Trilogie etwas unbefriedigend endete, kehrt der Autor mit einer neuen Idee in sein Universum zurück und entwickelt es erheblich weiter. Über 700 Seiten kann Taylor den Spannungsbogen halten. Wer Larry Nivens Meisterwerk „Ringwelt“ kennt, wird zwar nicht wirklich überrascht sein, aber hier gilt eindeutig: Besser gut geklaut als schlecht selbst erfunden!

„Himmelsfluss“ macht beim Lesen großen Spaß. Gegen Ende gelingt es dem Autor sogar, die ein oder andere brillante Wendung aus dem Hut zu zaubern. So wird der anstehende Krieg der Bobs genial mit der Erkundung der künstlichen Welt verwoben. Für beides gibt es eine gemeinsame Lösung.

Einziges Manko des vorliegenden Buchs ist seine ziegelsteinhafte Größe und Schwere, die bei der Lektüre Schulterschmerzen verursachen kann! Ich sage es äußerst ungern, aber dies ist wahrlich eines der wenigen guten Argumente für E-Books!

Wem die ersten drei Bände aus dem Bobiversum gefallen haben, den wird auch Himmelsfluss wieder mitnehmen auf eine abenteuerlich-bunte Reise in eine fremde, aber glaubwürdige Welt!

Copyright © 2022 by Gunther Barnewald

Titel bei Amazon.de

Ich bin viele

Wir sind Götter

Alle diese Welten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.