Universum

Phillip P. Peterson
Universum

Originalausgabe = dt. Erstausgabe: 2021 (Verlag S. Fischer/Tor)
Cover: Nele Schütz Design (unter Verwendung einer Abbildung von Shutterstock)
442 Seiten
ISBN 978-3-596-70086-8

von Gunther Barnewald


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In der Zukunft hat man Raumschiffantriebe entwickelt, mit denen man mit Überlichtgeschwindigkeit reisen kann, ohne allzu große Zeitdehnungen zu verursachen. (Gemeint ist die Zeitdilatation; während die Reise nur kurz ist, vergeht außerhalb des Raumschiffs wesentlich mehr Zeit.) Obwohl der Menschheit damit das ganze Universum offen steht, werden immer noch blutige Kriege geführt. Mike Warnock war Soldat und hat als solcher durch das kritiklose Ausführen eines Befehls unsägliche Schuld auf sich geladen, warf er doch eine neuartige Bombe auf einen dicht bevölkerten Planeten und löschte dort alles Leben aus.

Weil er und seine Familie auf der Erde ihres Lebens nicht mehr froh werden, beschließt Mike mit seiner Frau und dem kleinen Sohn in die entfernte Kolonie Omicron auszuwandern. Im Raumschiff „Challenger“, kommandiert von der wankelmütigen, psychisch instabilen und trinkfreudigen Christine Dillinger, will Warnock allen Anfeindungen entkommen.

Während Dillinger ihren letzten Job vor der Pensionierung geruhsam erledigen will, schlägt das Schicksal zu: Der Antrieb hat eine Fehlfunktion und lässt sich nicht mehr deaktivieren. So reist die Challenger ungebremst in eine ferne Zukunft, während Crew und Passagiere versuchen das Schiff zu stoppen …

Autor Peterson gelingt das Kunststück, sowohl eine spannende Geschichte zu erzählen als auch kantige, weil schwer angeschlagene Charaktere zu entwickeln. Die unfähige Kommandantin und der unfreiwillige Massenmörder brillieren in einer bemerkenswerten Handlung, die sich nicht nur in dem Versuch erschöpft, das Schiff anzuhalten, sondern deutlich darüber hinausgeht. (Zu viel soll hier nicht verraten werden,)

Zwar ist das Sujet nicht neu – viele SF-Autoren haben es sich seiner bereits bedient -, doch der deutsche Autor kreiert hier eine Atmosphäre, die sich durch ihren besonderen „sense of wonder“ auszeichnet. Obwohl nicht jede Wendung und jeder Sub-Plot glaubhaft erscheint – woher kommt eigentlich die Energie für den ewigen Flug durch die Unendlichkeit? -, verschwinden diese Bedenken angesichts des einfallsreichen und packenden Geschehens schnell.

Universum zu lesen macht einfach großen Spaß, der Spannungsbogen wird über die knapp 450 Seiten mühelos aufrechterhalten, obwohl der Autor (wie seine Hard-SF-Vorbilder Baxter oder Clarke) kein großer Stilist ist. Man fiebert mit den sympathisch unzulänglichen Charakteren mit, die nicht nur um ihr Überleben kämpfen, sondern auch den Kontakt zur menschlichen Zivilisation suchen.

Copyright © 2021 by Gunther Barnewald

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