Wir sind Götter

Dennis E. Taylor
Wie sind Götter
(Bobiversum-Serie, Bd. 2)

Originaltitel: For We Are Many (2017)
Deutsche Übersetzung von Urban Hofstetter
Deutsche Erstausgabe (Paperback): Dezember 2018 (Heyne Verlag/TB-Nr. 31921)
Cover: Das Illustrat, München (unter Verwendung von Motiven von tsuneomp/Shutterstock und freestyleimages/Shutterstock)
446 Seiten
ISBN 978-3-453-31921-9

von Gunther Barnewald

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Nach seinem Tod wurde der Physiker und reiche Softwareentwickler Bob Johansson in eine kybernetischen Intelligenz umgewandelt, die sich selbst replizieren kann (wobei – kleine Abweichungen sind möglich – ständig neue Persönlichkeiten entstehen) und in der Lage ist, Raumfahrzeuge zu entwickeln, zu bauen und zu steuern.

Bob bereist den Weltraum und entdeckt neue Welten zu entdecken. Das ist dringend notwendig, hat sich doch die Menschheit inzwischen durch Krieg fast vollständig aufgerieben und unseren Heimatplaneten völlig ruiniert.

Deshalb entstehen Archen, mit denen Bob und seine ‚Klone‘ die Überlebenden der Menschheit zu den Sternen verschiffen sollen, um sie dort auf geeigneten Welten anzusiedeln. Zudem gelingt es Bob, eine Technik zu entwickeln, die zeitlose Kommunikation im Universum ermöglicht, sodass er sich mit all seinen ‚Kopien‘ direkt vernetzen kann.
Die Bobs stoßen auf andere intelligente Zivilisationen, darunter auch eine äußerst aggressive Spezies, die anderen Intelligenzen nur als Nahrung betrachtet und schon einige andere Völker ausgelöscht hat. Als diese Wesen auf die Rest-Menschheit und vor allem die Bobs aufmerksam werden, hängt deren Schicksal am seidenen Faden …

 

Die Fortsetzung von Ich bin viele ist sehr spannend und unterhaltsam geraten. Erneut liest sich die Geschichte weg wie nichts, die ständigen Brennpunkte der einzelnen Erzählstränge lassen keine Langeweile aufkommen. Mit leichter Hand entwirft der Autor neue Zivilisationen und sorgt so für Exotik und den der Science Fiction (manchmal) innewohnenden “sense of wonder”.

Leider fällt beim zweiten Band der Serie immer deutlicher auf, dass Taylor zu Schwarz-Weiß-Malereien neigt und seine Figuren und Zivilisationen sich viel zu einfach in Schubladen einordnen lassen. So sind die bösen Aliens ein Abklatsch der Borg aus dem „Star-Trek“-Universum, wollen jedoch nicht assimilieren, sondern nur Nahrung und Rohstoffe an sich raffen. Man muss dem Autor jedoch zu Gute halten, dass er diese Anspielungen auch selbst erwähnt. (Überhaupt wimmelt das Buch von popkulturellen Anspielungen, die vom Übersetzer souverän gemeistert werden; würde er auch die US-amerikanischen Maßeinheiten noch übersetzen oder wenigstens umrechnen, wäre es eine perfekte Arbeit!)

Trotzdem stört die Klischeelastigkeit der Geschichte auf Dauer; dies vor allem, weil Bob und seine ‚Klone‘ die einzigen fähigen ‚Menschen‘ sind. Sie wuppen die ganze Geschichte allein, retten die uneinige, kriegerisch-aggressive Menschheit, bewahren primitive Aliens oder eine von den aggressiven ‚Fressern‘ bedrohte Zivilisation (wenigstens in Ansätzen) vor der Auslöschung. Dabei wird jedem lesenden Nerd zwar vor Begeisterung der Kamm schwellen, leider verlieren die Abenteuer damit immer mehr jeden Anschein von Realismus. Weniger wäre hier mehr gewesen, sowohl bezüglich des Heroismus als auch bezüglich der Klischees.
Fazit: ein spannendes Buch mit hohem Spaßfaktor und vielen guten Ideen, aber leider auch sehr trivial und einseitig, was diesmal nur allzu deutlich wird.

Copyright © 2018 by Gunther Barnewald

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