Als Schisser um die Welt – Die Geschichte von einem, der mitmusste

Jan Kowalsky
Als Schisser um die Welt – Die Geschichte von einem, der mitmusste

(sfbentry)
Goldmann
ISBN: 978-3442158041
Reisen & Expeditionen
Erschienen im Juni 2015
313 Seiten; 189 x 118 mm
Kartoniert

www.goldmann-verlag.de

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Der Autor

Eigentlich hatte der Illustrator und Marketingmann Jan Kowalsky, geboren 1976, gar keine Lust auf abenteuerliche Fernreisen. Erst seine Frau musste ihn zu seinem Glück zwingen. Was als Schocktherapie begann, endete in einer Leidenschaft fürs Reisen, die beide inzwischen schon um die halbe Welt geführt hat.
(Quelle: Goldmann Verlag)

Buch und Fazit

Für Jan Kowalsky, den Autor des Buches „Als Schisser um die Welt – Die Geschichte von einem, der mitmusste“, jemanden, der von Kind auf nur auf geruhsame Dänemark-Aufenthalte konditioniert worden ist, entpuppt es sich als eine große Herausforderung, als ihn seine Frau ein ums andere Mal in die abenteuerlichsten Gegenden der Welt schleppt. Als ängstlicher Kontrollfreak und talentierter Sorgenmacher hat er seine liebe Not sowohl mit imaginierten als auch mit echten Gefahren: beispielsweise mit einem Waran auf Bali, in Südafrika mit einer Safari zu Pferde, mit dem Essen überall und mit vielem anderen mehr. Meistens steht seine blühende Fantasie, seine Angst vor allen Möglichkeiten und Unmöglichkeiten, vor drohenden Infektionen, Bissen und Stichen, Raubüberfällen oder unberechenbaren Elefanten zwischen ihm und einem entspannten oder auch abenteuerlichen, in positiven Sinne aufregenden Urlaubserlebnis.

Sein „Panikmotor“, wie er sein mentales Messinstrument der inneren Unruhe augenzwinkernd nennt, schnurrt dabei selten im Leerlauf und treibt des Öfteren seinen Blutdruck in Schwindel erregende Höhen. Klar, dass die geliebte Frau an seiner Seite nach anfänglichem Stirnrunzeln immer öfter bissige Bemerkungen von sich gibt, bis es dann in der laotischen Wildnis zum Eklat kommt. Dass sich die beiden in späteren Reisen dann doch noch zusammenfinden, respektive dass er seine Angst immer mehr im Zaum halten kann und sich der Lebenseinstellung seiner Frau annähert, ist nicht zu viel verraten, das lässt sich schon aus dem Klappentext ableiten.

Im Zentrum der Reiseberichte steht daher einerseits der Autor, genauer gesagt, seine Furcht vor der Unberechenbarkeit der Situationen, in die er vor exotischer Kulisse immer wieder gerät, andererseits die Beziehung zu seiner Frau, die er nicht enttäuschen will und der er unbedingt beweisen möchte, dass mehr in ihm steckt als ein zappeliger „Schisser“, der am Strand die Wollsocken überzieht, um den letzten Flecken unbeschatteter Haut vor der UV-Attacke zu schützen. Die Urlaube und Kurztripps führen sowohl Autor und dessen Frau als auch den Leser nach Bali, Südafrika und China (hier ist er mit dem Schwiegervater), nach Japan, über New York nach Kanada, in den Dschungel von Laos, nach Slowenien, nach Sri Lanka und nach Australien. Auch in der sicheren Heimat wird die Angst immer wieder thematisiert: von den Eltern hat er sich nie so richtig emanzipiert; der Hausarzt wird stets konsultiert und mit haarsträubenden Befürchtungen überschwemmt, bevor es auf Reisen geht.

Die Frage ist, ob das Konzept aufgeht, ein ganzes Buch mit Reiseerinnerungen zu bestreiten, die sich hauptsächlich um die Stresssituationen des Autors drehen. Leider nein. Anfangs ist das alles noch recht amüsant und kurzweilig, aber auf einem Umfang von über 300 Seiten nutzt sich der Witz irgendwann ab. Zugegeben, es gibt ein paar Gags, die richtig zünden, allerdings verlieren sich zu viele in Erklärungen oder Wiederholungen. Schade. Immerhin bekommt man bei manchen Beschreibung von Land und Natur, von Stadt und Kultur Lust, die Länder selbst zu bereisen oder zumindest Genaueres darüber zu lesen, vor allem weil einiges durch die Stressbrille des Autors etwas verzerrt ist.

Für Zwischendurch ist Jan Kowalskys „Als Schisser um die Welt – Die Geschichte von einem, der mitmusste“ eine nette, nicht zu tiefgründige Lektüre, illustriert mit einigen recht lustigen Cartoons. Liest man es „am Stück“, ist man bald gesättigt vom Running Gag „Panikmotor“ und ähnlichem. Vielleicht gibt das Buch der oder dem einen oder anderen den letzten Anstoß, die eigenen Ängste mit einer ähnlichen Schocktherapie anzugehen?

Copyright © 2015 by Michael Bahner

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