Ararat – Pilgerreise eines Ungläubigen

Frank Westermann
Ararat – Pilgerreise eines Ungläubigen

Ararat, NL, 2007
Piper Malik National Geographic, München, 05/2010
PB mit Klappbroschur, Reisebericht
ISBN 978-3-492-40380-1
Aus dem Niederländischen von Stefan Häring und Verena Kiefer
Fotos von Frank Westermann u. a.
8 Seiten Farbbildteil und 1 Karte

www.piper.de
www.malik.de
www.nationalgeographic.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Der 1964 geborene Frank Westermann arbeitete nach einem Studium der Hydrotechnologie erst einmal als Entwicklungshelfer und freier Journalist. Später war er für mehrere Jahre Korrespondent einer großen niederländischen Zeitung in Moskau. Dort kam er auch erstmals auf Reisen mit der Region um den Ararat in Berührung.

Er schildert nun in seinem Buch „Ararat – Pilgerreise eines Ungläubigen“ den langen und steinigen Weg zu seiner Entscheidung, den Berg zu besteigen. Bereits als Kind ist ihm der Name des Berges und Gebirgsmassivs wohl vertraut. Als gläubiger Christ weiß er, dass dort die Arche des Noah nach der Sintflut gestrandet ist und von dort aus Tiere und Menschheit sich von Neuem ausbreiteten. Doch erst viele Jahre später – während seiner Zeit in Moskau – kommt die Idee auf, selbst auf den Berg zu steigen und nach Spuren zu suchen. Der Tat aber gehen Recherchen von zu Hause und vor Ort voraus. Er sucht nach Berichten der Erstbesteigung und späterer Expeditionen, taucht ein in die Erzählungen der Einheimischen und stellt überrascht fest, dass der Ararat auch für die Muslime ein heiliger Ort ist. Nur heißt der Patriarch im Koran Nüh und einige Dinge sind anders. Bei genauerem Hinsehen stellt sich heraus, dass sowohl die christliche als auch die muslimische Überlieferung auf noch ältere Quellen zurückgreift: das „Gilgamesch“-Epos. Das erschüttert seine Denkweise als Christ, zementiert aber auch seinen Entschluss, auf den Ararat zu steigen …

Normalerweise erwartet man von einer Reisebeschreibung eine akribische Darlegung der Vorbereitung und Durchführung. Das allerdings findet man bei Westermann nicht. Er schildert zwar einige der Dinge, die er unternehmen musste, um die Erlaubnis für die Besteigung zu bekommen, weit mehr Raum nehmen allerdings die religiösen und philosophischen Gedanken des gläubigen Christen ein, der zwar aus der Kirche ausgetreten ist, aber immer noch seinen Glauben hat Interessant ist, wie er sich dem Berg durch Recherchen nähert. Erst geht er den Mythen nach und ergründet diese, später sieht er sich vor Ort alles an und sammelt auch Eindrücke von den Menschen, die im Schatten des Berges leben.

Und letztendlich stellt sich die Frage für ihn, aus welchem Grund er auf den Ararat steigen will. Das alles wird sehr lebendig und spannend geschildert, ist aber auch sehr persönlich gehalten. Er teilt mit dem Leser seine religiösen Zweifel und seine Gedanken zu dem, was er bei seinen langen Recherchen erfährt. Die Reise selbst wird nur mit wenigen Worten abgehandelt, so dass sie eher blass bleibt, da man zwar viel über die Mythen und die Geschichte der Erforschung des Ararat erfährt, aber nur wenig über Land und Leute drum herum oder dem Ziel selbst.

„Ararat – Pilgerreise eines Ungläubigen“ ist eine Reisebeschreibung der besonderen Art. Hier geht es weniger um die Besteigung des Ararat selbst, sondern mehr um den langen Weg zu dieser Entscheidung, der nicht nur von äußerlichen Hindernissen beeinflusst wurde.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
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