Expedition Antarctica – 484 Tage bis ans Ende der Welt

Evelyne Binsack & Markus Maeder
Expedition Antarctica – 484 Tage bis ans Ende der Welt

Piper Malik/National Geographic, München, 05/2010
TB mit Klappbroschur, Reisebericht
ISBN 978-3-492-40379-5
Fotos von Evelyne Binsack
32 Seiten Farbbildteil und 2 Karten

www.piper.de
www.malik.de
www.nationalgeographic.de
www.binsack.ch
www.nightwriter.ch

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Viele Menschen fahren nur in Urlaub und genießen es, sich alte Stätten anzusehen, am Strand zu liegen, sich mit Surfen, Tauchen oder anderen Sportarten zu beschäftigen. Dann gibt es aber auch die Menschen, die die Herausforderung lieben und in ihrem Leben etwas erleben wollen. Zu diesen Personen mit Abenteurerblut gehört wohl Evelyne Binsack, die eine der wenigen diplomierten Bergsteigerinnen Europas ist und auch sonst kein Wagnis scheut. 1998 machte sie ihren Helikopterpilotenschein und bestieg 2001 sogar den Mount Everest. Ende 2006 schenkte sie sich zu ihren 40. Geburtstag etwas ganz besonderes: eine Weltreise per Rad und Schlitten. Davon erzählt „Expedition Antarctica – 484 Tage bis ans Ende der Welt“.

Akribisch, schildert die Autorin ihre Vorbereitungen, beginnend mit der Idee, der Organisation und dem Training, dass sie durchführen wollte, um fit zu sein. Auch die Ausrüstung musste gezielt ausgewählt werden. Die erste Etappe ihrer Reise diente quasi zum warm werden, denn die Radtour durch Europa ist vergleichsweise harmlos gegenüber dem, was sie in Amerika erwartete. Beginnend im Herzen Amerikas folgte sie der Pan Amerikana bis zur Südspitze Südamerikas, machte immer wieder Ausflüge auf Berggipfel oder wich den Regionen aus, die ihr die Fortbewegung schwierig machten. Der krönende Abschluss ihrer Reise war die Fahrt in die Antarktis und zum Südpol, wobei sie auf den Spuren Amundsens wandelte.

Anders als in anderen Reiseberichten erfährt man nicht so viel über die Länder und ihre Menschen. Zwar erwähnt die Autorin das eine oder andere, was ihr aufgefallen ist – z. B. die Probleme, die ihr stellenweise durch die Behörden gemacht wurden, aber in erster Linie konzentriert sie sich doch mehr auf ihre Leistungen und persönlichen Erfahrungen. Sie lässt sich darüber aus, welche Vorbereitungen sie getroffen hat, um die Höhen zu bewältigen, und welche Entscheidungen sie fällen musste, schwärmt über die Schönheit der Landschaft und berichtet die eine oder andere Anekdote von den Mitreisenden, die sich ihr angeschlossen hatten. Damit man einen genaueren Eindruck davon erhalten kann, gibt es einen ausführlichen Bildteil.

Nur in Bezug auf die Antarktis wird sie etwas ausführlicher und unternimmt auch einen Exkurs in die Geschichte. In Folge ist das Buch dadurch weniger für die Leser interessant, die sich für die Landschaft und Kultur fremder Länder interessieren, als für diejenigen, die selbst an solche Reisen denken. Sie erhalten doch einiges an Tipps und Anregungen, ihnen muss auch nicht erklärt werden, was beispielsweise ein ‚Whiteout„ ist. Alles in allem richtet sich „Expedition Antarctica“ vor allem an die Leser, die die Reiseerfahrungen der Autoren an sich interessieren, weil sie vielleicht selbst eine besondere Reise planen. Deshalb sollten diejenigen, die viel mehr Eindrücke erwarten, besser zu anderen Büchern greifen.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)

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