Physik des Sports

Leopold Mathelitsch, Sigrid Thaller
Physik des Sports

Wiley VCH Verlag GmbH
ISBN: 978-3527413041
Sachbuch
Erschienen im Oktober 2015
198 Seiten; 221 x 170 mm
Gebunden

www.wiley-vch.de

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Die Autoren

Leopold Mathelitsch ist Professor am Institut für Physik und Leiter des Fachdidaktikzentrums Physik an der Universität Graz. Nach einer Ausbildung für das Lehramt Physik und Mathematik promovierte er in theoretischer Teilchenphysik. Auf Forschungsaufenthalten in Amerika (Texas A&M) und Frankreich (Univ. Paris-Sud) folgte die Habilitation in Theoretischer Physik an der Universität Graz, wo er seitdem lehrt. Seit der Habilitation im Jahre 1983 widmete er sich vermehrt physikdidaktischen Fragestellungen. Er ist Präsident der Vereinigung „Multimedia in Physics Teaching and Learning“.
(Quelle: Wiley VCH Verlag)

Sigrid Thaller ist außerordentliche Professorin am Institut für Sportwissenschaft und Leiterin der Doktoratsschule Sport- und Bewegungswissenschaften an der Universität Graz. Die Themen ihrer Forschungsarbeit reichen von Modellierung menschlicher Bewegung über Physik der Sportarten bis zum fächerübergreifenden Unterricht Sport und Mathematik.
(Quelle: Wiley VCH Verlag)

Buch und Fazit

Die Artikel, auf denen das vorliegende Buch „Physik des Sports“ basiert, sind von 2006 bis 2015 in der Zeitschrift „Physik in unserer Zeit“ erschienen. Jetzt liegen sie in einer eigens von den Autoren Leopold Mathelitsch und Sigrid Thaller aktualisierten und überarbeiteten Form vor. Außerdem wurden sie thematisch geordnet und auf die Kapitel „Grundlagen“,  „Ballspiele“, „Geräteturnen“, „Wassersport“, „Wintersport“ und „weitere Sportarten“ verteilt. Wer die entsprechenden Ausgaben von „Physik in unserer Zeit“ bereits besitzt (die Referenzen sind vorne im Buch angegeben) kann sich die Anschaffung des Buches im Grunde genommen sparen. Alle anderen Leserinnen und Leser, die sich insbesondere für Physik aber auch für Sport interessieren, finden hier eine breite Auswahl an spannenden Beiträgen. Dabei ist es weder erforderlich, dass man sich in der jeweiligen Sportart auskennt oder sie gar ausübt, noch muss man ein Physikcrack sein, um den Erklärungen der Autoren folgen zu können. Wenn diese zwischendurch etwas tiefer in die Physik oder Mathematik eindringen, geschieht das meist in separaten Infoboxen, die – zumindest im ersten Anlauf – auch übersprungen werden können. Aber selbst wenn man das nicht macht, existieren keine unüberwindbaren Schranken. Es gibt zwar einige Formeln und Herleitungen, diese werden aber von den Autoren stets gut verständlich erklärt und die Ergebnisse mit Beispielen belebt. Am Ende der Kapitel befinden sich Listen mit Literatur zu den jeweils behandelten Themen; zwei mathematische Anhänge und ein gutes Stichwortverzeichnis schließen das Buch ab.

Wenn ich oben geschrieben habe, dass die Infoboxen im ersten Anlauf übersprungen werden können, meine ich damit aber auch, man sollte sie sich später auf jeden Fall vornehmen. Einerseits verbergen sich dort Effekte, die bei verschiedenen Sportarten immer wieder auftauchen, beispielsweise der so genannte Magnus-Effekt, der u.a. für die Bananenflanken beim Fußball, den Slice oder den Topspin beim Tennis oder ähnlichen Effekten bei anderen Ballsportarten verantwortlich ist. Andererseits finden sich dort auch kleine Exkurse, die nicht unbedingt etwas mit Physik zu tun haben, wie die Bemerkungen zur Fußballstatistik mit der erstaunlichen Erkenntnis darüber, warum Wetten wie Fußball-Toto so erfolgreich sind – zumindest für die Wettbüros. Hauptsächlich jedoch beinhalten die Boxen die eine oder andere Herleitung, wobei, wie schon erwähnt, die verwendete Mathematik und Physik kein großes Hemmnis darstellen sollte.

Ungeheuer faszinierend, weil für mich die Lieblingssportart der US-Amerikaner ähnliche viele Fragezeichen hervorgerufen hat wie für manche andere z.B. Kurvenintegrale, fand ich, erstens in die grundlegenden Regeln des Baseball eingeweiht worden zu sein und zweitens die physikalischen Stolperstricke, aber auch Kniffe kennengelernt zu haben, mit denen Baseballspieler versuchen, möglichst effizient zu punkten. Nicht nur die Wurf- und die Schlagtechnik scheint wichtig zu sein, sondern auch das Material des Schlägers, die Höhe (ü.d.M.) des Spielfeldes und sogar die Luftfeuchtigkeit.

Sowohl interessierte Nicht-Physiker, die sich noch einigermaßen an die Schulphysik und -mathematik erinnern, als auch Fortgeschrittene in Sachen Physik finden in „Physik des Sports“ eine bemerkenswerte Auswahl „sportlicher“ Themen. Die übersichtliche Struktur, die relativ leicht zu lesenden Texte, eingestreute Tabellen und erklärende Grafiken und manches Foto machen „Physik des Sports“ zu einem hübschen Sachbuch abseits der ausgetretenen Pfade von schiefer Ebene, Pendel und Konsorten.

Copyright © 2015 by Michael Bahner

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