Schnittvorlagen entwerfen und abwandeln

Jo Barnfield & Andrew Richards
Schnittvorlagen entwerfen und abwandeln

Pattern Cutting Primer, GB, 2012
Haupt Verlag, Bern (CH), 03/2013
HC, Sachbuch, Nähen & Handarbeiten
ISBN 978-3-258-60068-0
Aus dem Englischen von Eva Korte, Großhansdorf
Titelillustration und Abbildungen im Innenteil von Jo Barnfield

www.haupt.ch
http://house-of-jo.blogspot.com

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Das Buch „Schnittvorlagen entwerfen und abwandeln“ beschäftigt sich, wie der Titel schon sagt, mit dem Entwerfen eigener Schnittmuster für Damenmode und soll damit der versierten Hobbyschneiderin oder dem angehenden Profi eine Alternative zu den Fertigschnitten der üblichen Verlage bieten. Die Autoren Jo Barnfield und Andrew Richards sind beide seit Jahren professionell in der Modebrache tätig; Barnfield als Freiberuflerin und Dozentin für Schnitttechnik an der Bath Spa University und Richards als Designer und Experte für Schnitttechnik in der Modeindustrie.

Zunächst werden auf knapp 40 Seiten noch einmal kurz die Grundlagen des Nähens (Begriff-Definitionen, Zubehör, grundlegende Handgriffe etc.) erläutert, eine kleine Stoffkunde ist hintenan gehängt, die aber wirklich nur das Nötigste beschreibt. Eine Anleitung zur Verarbeitung spezieller Stoffe (Jersey, Kunstfell, Leder etc.) fehlt völlig, was aber eventuell der Tatsache geschuldet ist, dass die Autoren sich sowieso nicht an Anfänger richten, sondern von Lesern ausgehen, die bereits einige Erfahrung in der Schneiderei haben. Nach der Einleitung geht es dann endlich ans Eingemachte: Das Buch erläutert sowohl die Konstruktion einfacher Grundschnitte für Oberteile und Röcke, sowie deren Abwandlung. Hierzu werden u. a. verschiedene Ärmel-, Taschen- und Kragenlösungen aufgezeigt, das Verschieben der Taillenlinie und natürlich auch verschiedene Techniken zum Falten, Raffen und Erweitern. Ein kurzes Kapitel zum Korrigieren und Anpassen von typischen Passformfehlern und -Problemen ist natürlich ebenfalls dabei.

Besonders für Hobbyschneiderinnen interessant dürfte die Anleitung zum Abnehmen von Schnitten von fertigen Kleidungsstücken sein. Hier werden zwei verschiedene Techniken anhand von einfachen Zeichnungen gut verständlich dargestellt: das flache Abnehmen von Schnitten und das Schnittabnehmen durch Drapieren an einer Schneiderbüste. Auch die ausführlichen Erklärungen zum Verschieben von Nähten und Abnähern ist sehr lehrreich und in dieser Form in anderen Büchern für Nähanfänger und –Fortgeschrittenen nicht unbedingt  zu finden. Ein Kapitel am Ende des Buches richtet sich dann an jene Leser, für die das Nähen nicht nur Hobby sondern auch Beruf werden soll. Hier wird zumindest kurz auf die Schaffung eines eigenen Modelabels eingegangen und was bei der Entwicklung einer eigenen Kollektion und deren Vermarktung beachtet werden sollte. Was „Schnittvorlagen entwerfen und abwandeln“ leider völlig fehlt, ist ein Kapitel zum Erstellen und vor allem auch zum Anpassen von Hosenschnitten. Hierzu wird leider gar nichts gesagt. Für ein Buch, das sich nicht an Anfänger, sondern eher an Studierende der Modebranche und zukünftige Profis richtet, ist dies ein absolutes Minus, zumal das Nähen gut sitzender Hosen für Nicht-Standard-Figuren auch für fortgeschrittene Näherinnen eine Herausforderung ist.

Während also Anfängerinnen mit einen Buch wie „Nähen leicht gemacht“ aus dem Burda Verlag besser bedient sind, kann man „Schnittvorlagen entwerfen und abwandeln“ getrost allen Hobbyschneiderinnen, die sich an der Nähmaschine schon sicher fühlen und die sich einmal an das Entwerfen eigener Modelle heranwagen wollen, ans Herz legen. Für angehende Profis und Designstudenten ist es jedoch inhaltlich nicht ausreichend. Diese sollten lieber zu einem umfangreicheren Werk wie der „Schnittkonstruktion in der Mode“-Reihe greifen.

Copyright © 2013 by Birgit Scherpe (BS)

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