Urknall, Weltall und das Leben – Vom Nichts bis heute Morgen

Harald Lesch, Josef Gaßner
Urknall, Weltall und das Leben – Vom Nichts bis heute Morgen
Wissenschaft im Dialog

Komplett-Media
ISBN: 978-3-8312-0389-5
Sachbuch
Erschienen: 09.2012
Umfang: ca. 352 S.; Hardcover

www.der-wissens-verlag.de

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Die Autoren

Prof. Dr. Harald Lesch
lehrt Astrophysik an der LMU, München und Naturphilosophie an der Hochschule für Philosophie.
(Quelle: Verlag Komplett-Media)

Dr. Josef M. Gaßner
ist Mathematiker, theoretischer Physiker, Kosmologe und Grundlagenforscher an der Universitätssternwarte, München.
(Quelle: Verlag Komplett-Media)

Buch und Fazit

„Urknall, Weltall und das Leben“ handelt von der Entwicklung des Universums zu dem Zustand, den wir heute wahrnehmen. Es ist ein Buch, das den aktuellen Stand der Kosmologie erzählen möchte und ein bisschen darüber hinaus. Die beiden Gesprächspartner und Autoren, Harald Lesch und Josef Gaßner, beginnen wie bei diesem Thema üblich mit nichts – jenem Nichts, das herrschte bevor der so genannte Urknall stattfand. Aus einer Suppe fluktuierender Quantenzustände kristallisiert sich urplötzlich etwas heraus, das ganz besondere Eigenschaften hat: ein winziges Ur-Universum, das einen Zeitpfeil besitzt und das sich innerhalb kürzester Zeit um viele viele Größenordnungen ausdehnt. Im Laufe der Zeit wird es immer größer und kühlt mehr und mehr ab. Elektronen gelingt es, sich dauerhaft an die ersten Atomkerne zu koppeln, und den Weg für die Strahlung frei zu geben. Materiewolken formieren sich, verklumpen: Galaxien und die ersten Sterne entstehen, vergehen, enden als Weiße Zwerge, Neutronensterne oder Schwarze Löcher. So geht es weiter, bis irgendwann vor viereinhalb Milliarden Jahren unsere Sonne mitsamt Planeten entsteht. Hier wenden sich Lesch und Gaßner der Entstehung des Lebens zu. Unter anderem mit Kapiteln über die wichtigsten ungeklärten Fragen der Kosmologie – die dunkle Materie und die dunkle Energie – endet die Diskussion.

Das Buch wendet sich an alle, die an der Kosmologie und der Frage nach der Entstehung des Lebens auf der Erde interessiert sind. Es ist so verständlich gehalten, dass kein Leser befürchten muss, abgehängt zu werden. Über Konzepte, die nicht so leicht zu durchschauen sind, die nicht selten jenseits der täglichen Erfahrung liegen, unterhalten sich die Gesprächspartner intensiver. Der oben erwähnte Zeitpfeil ist ein solches Konzept und bei der Klärung der Frage was vor dem Urknall war unerlässlich. Dabei greifen die Autoren oft auf sehr anschauliche und gut verständliche Gedankenexperimente zurück, hier: ein ständig herunterfallender Papierstapel erhöht unabwendbar seine Entropie, wenn die Blätter danach jedesmal wahllos zusammengerafft werden und die anfängliche Sortierung dadurch verschwindet. Die Vergrößerung der Entropie gibt die Richtung der Zeit vor.

Der eine oder andere Vergleich hinkt zwar auch mal, wenn beispielsweise zur Veranschaulichung der Quantenmechanik ein Auto herhalten muss, das mal von Mäusen oder Ameisen, mal von Menschen angeschoben werden soll. Man merkt an dieser Stelle, die angesprochene Leserschaft muss keine Fachkenntnisse besitzen. In diesem Fall sind solche Erklärungen nicht nur zulässig, sondern notwendig und eindeutig fruchtbarer als bedeutungsschwere aber letztlich für das Zielpublikum wenig verständliche Fachbegriffe. Letztere werden natürlich auch verwendet, aber eben ausreichend populär erläutert.

Was bringt die Umsetzung als Dialog? Eine aufgelockerte Atmosphäre, jeder sprich – beinahe – wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Sollte der eine doch mal abschweifen, holt ihn der andere rechtzeitig zurück, um das Thema nicht aus den Augen zu verlieren. Auf diese Weise bekommt der Leser immer wieder Details oder Anekdoten erzählt, die zwar nebensächlich, aber dennoch interessant sind. Ein weiterer angenehmer Effekt dieser Diskussion ist, dass sich das Ganze wie ein Gespräch unter Freunden anfühlt: herrlich unverkrampft, nicht immer ganz bierernst, aber immer mit korrekten wissenschaftlichen Fakten.

“Urknall, Weltall und das Leben” macht Spaß, ist flott und stressfrei zu lesen, allgemein verständlich und für Leser, die mit strenger Mathematik nicht viel am Hut haben, bestens geeignet. Formeln findet man keine, dafür aussagekräftige Grafiken und schöne Bilder, beides in sehr guter Qualität. Zu guter Letzt verfügt das Buch noch über ein Lesebändchen und, was bei Sachbüchern besonders hilfreich und mir sehr wichtig ist, ein ausführliches Register.

Copyright © 2013 by Michael Bahner

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