Warhammer 40.000 – Aufstieg des Horus

Aufstieg des Horus
Dan Abnett
Warhammer 40.000
Der große Bruderkrieg 1

Heyne Verlag
Übersetzer: Christian Jentzsch
Umfang: 446 Seiten
Erschienen: Juni 2009
ISBN: 9783453525351
Genre: Science Fiction
www.heyne.de

Wir schreiben das 31. Jahrtausend und die Menschheit hat ein Imperium errichtet, das fürwahr zu Recht diese Bezeichnung trägt. Denn auf über 1 Million Planeten leben Menschen. Die Elitetruppen des biologisch unsterblichen Imperators („von allen geliebt“), befinden sich seit Jahrhunderten mitten in einem Kreuzzug, um versprengte menschliche Reiche frühester Expansions- und Kolonisationswellen heim ins Imperium zu holen. Um diesem „Vorzug“ entsprechenden Nachdruck zu verleihen, sind tausende Kampfflotten mit riesigen Armeen im All unterwegs.

Horus – einer von 20 übermenschlichen Primarchen – erlangte bei seinem letzten großen Feldzug so hohen Ruhm, dass er vom Imperator zum Kriegsmeister, und damit zum absoluten militärischen Führer, aller Flotten und Armeen ernannt wurde. Er und seine Space Marines der Legion Lunar Wolves haben gerade den Planeten 63-19 ins Imperium „eingegliedert“. Im Klartext bedeutet dies, dass die 63. Expeditionsflotte damit ihren 19. Planeten erobert, die einheimischen Militärs völlig vernichtet hat und der Zivilbevölkerung die Segnungen des Imperiums bringt, ob sie diese nun wollen oder nicht.

Kaum wurde von Captain Loken die letzte widerspenstige Festung auf 63-19 eingenommen, erreicht die Lunar Wolves ein Hilferuf ihrer Marines-Brüder von der Legion Emperors Children, welche mit Hilfe der 140. Expeditionsflotte auf 140-20 gegen nichtmenschliche Wesen, allgemein Xenos genannt, scheinbar unerwartete Schwierigkeiten haben. Horus und seine Lunar Wolves lassen niemals Brüder im Stich und eilen in wochenlangem Warp-Flug dem Feindplaneten entgegen.

Rasch stellt sich nach dem Eintreffen heraus, dass nicht nur die Emperors Children, sondern auch Marines des Blood Angels auf 140-20 einem Massaker zum Opfer gefallen sind. Die einheimischen Xenos, riesige und äußerst aggressive Megarachniden konnten selbst den als fast unüberwindbar geltenden Space Marines die Stirn bieten. Nur unter Einsatz mehrerer bis an die Zähne bewaffneter Legionen gelingt es Horus, Loken und den Lunar Wolves die letzten Überlebenden zu retten.

Bevor Horus dazu übergehen kann, auf dem Planeten der Megarachniden einen Genozid auszulösen, erscheint eine unbekannte Flotte von Raumschiffen im System. Die unmittelbar stattfindende Kommunikation eröffnet, dass diese gewaltigen Schiffe einem weiteren menschlichen Sternenreich, dem Interex, angehören, welche die Megarachniden vor langer Zeit erfolgreich bekämpft und ihnen diesen letzten Planeten als ausbruchssicheres Reservat gelassen hat. Die vielen Warnbojen im Orbit wurden von den imperialen Truppen als Arachnidentechnik fehlinterpretiert.

Militärische und diplomatische Kontingente beider Menschenrassen werden ausgetauscht und man nähert sich scheinbar vorsichtig an, bis es zu einem tragischen, aber in Wahrheit unausweichlichem Missverständnis kommt…

Es gäbe noch viel mehr zu diesem Auftakt der Trilogie „Der große Bruderkrieg“ zu sagen, aber es wäre ein Frevel, mehr von der Handlung zu verraten. Generell entspricht „Aufstieg des Horus“ völlig dem, was ein Fan von Military-SF und natürlich der riesigen Fangemeinde von Warhammer (und W… 40.000) erwartet: Gigantische Schlachtengemälde, überreich an Gemetzel, Grausamkeiten, Ekelszenen und dergleichen „Beilagen“ mehr. Wenn es nur das wäre, dann wäre der Erfolg des Warhammer-Universums noch erstaunlicher, als er ohnehin schon ist.

Ein wenig überraschend ist aber, wenn man von all dem spritzenden Blut, Eingeweiden und Knochen- und Chitinsplittern einmal absieht, was sich an Ideologien, Gesellschaftsformen, deren Aufstieg und Fall, aber dazwischen verbirgt. Das Imperium hat endlich die Fesseln religiöser Fanatismen abgelegt und sieht sich selbst als säkularisiert an. Trotzdem wird dazu im völligen Widerspruch alles niedergemacht, was nicht die Segnungen des Imperators anerkennt. Wir kennen das heute als „Und willst du nicht mein Bruder sein, dann schlag’ ich dir den Schädel ein!“ Die Space Marines nehmen dies wortwörtlich. Ob menschlich oder nicht, spielt dabei keine Rolle.

Die Menschen des Reiches Interex verfolgen einen anderen Ansatz. Sie lassen andere Rassen in Ruhe, soweit sie nicht feindlich gesinnt sind, und selbst dann – siehe Megarachniden – vermeiden sie deren völlige Ausrottung. Das völlige Unverständnis der Imperialen zu dieser Einstellung trägt die Wurzeln des Untergangs, auch des größten Imperiums. Vor allem dann, wenn der Liebling des Imperators, Horus höchstselbst, Anzeichen erkennen lässt, dass auch er andere Wege sieht das Imperium zu erhalten, als bloßes Abschlachten und Ignorieren anderer Lebenskonzepte.

Wer zum ersten Mal Kontakt mit dem Warhammer-Universum hat, dem sei das Lexicanum, Die inoffizielle Warhammer 40.000 Enzyklopädie unter http://wh40k.lexicanum.de/wiki/Hauptseite empfohlen. Mittlerweile haben dort Fans über 9.000 Artikel zu Allem und Jedem verfasst, was bei Warhammer wichtig und wissenswert ist.

Copyright © 2009 by Werner Karl
 
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