Necroville

necrovilleIan McDonald
Necroville

(sfbentry)
Heyne (52437)
ISBN 9783453524378
Science Fiction, Taschenbuch
Übersetzung: Pukallus, Horst
Erscheinungsdatum: September 2008
Umfang: 490 Seiten

www.heyne.de

Ian McDonald zählt zu den Vertretern des Cyberpunk, einer schrillen, oft skurrilen Strömung der Science Fiction Literatur. Viele seiner Erzählungen („Atomic Avenue“) und Romane („Herzen, Hände und Stimmen“), wie auch „Necroville“ fordern dem Leser einiges ab: Ist es auch heute noch einem breiten Publikum ohnehin nicht leicht, sich in ein Genre wie Science Fiction einzulesen, – vielleicht durch populäre Filme mittlerweile ein wenig besser – tut sich aber auch mancher SF-Fan mit dieser Art von Romanen schwer. Die alltägliche Verwendung nanotechnologischer (in kleinster Bauweise) Apparate und Maschinen gehört eigentlich schon zum Grundinventar einer utopischen Geschichte, aber die dadurch ermöglichte Wiedererweckung gestorbener Menschen befremdet doch sehr.

Zur Story: Um die Mitte des 21.Jahrhunderts gelingt es der Nanotechnologie die Gesetze von Entropie, Geburt und Tod außer Kraft zu setzen. Sie macht es möglich, daß die Toten ins Leben zurückkehren und im Jahr 2063 bereits ein Drittel der Menschheit ausmachen. Die Wiedergekehrten leben in Ghettos, den Necrovilles, und entwickeln ihre eigene, seltsame und absolut fremdartige Kultur. Somit werden aus Menschen im Prinzip den Lebenden gegenüber zu Fremden, ja fast Außerirdischen auf dem eigenen Planeten.

Schön ist diese Idee ja, denn entgegen landläufiger Meinung – meist von Leuten die noch nie einen (guten) SF-Roman gelesen haben – braucht es längst nicht immer blutrünstige oder glubschäugige Aliens, um eine spannende Story zu schreiben. Aber genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Es macht einfach keinen Spaß, wenn nach über 90 Seiten der Handlungsfaden sich dem Leser immer noch hartnäckig entzieht. Logisch, dass da auch keine Spannung aufkommen kann.

Vielleicht sollte man als Schriftsteller bei aller Experimentierfreudigkeit ein ganz klein wenig an die Lesefreude denken, schließlich will der Leser sich in erster Regel gut unterhalten. Ich hab mich durch den Romen eher gequält, aber vielleicht bin ich ja schon tot und hab´s noch gar nicht gemerkt.

Copyright (C) 2008 by Werner Karl

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