Neverness

David Zindell
Neverness

Heyne / Science Fiction & Fantasy Taschenbuch (4700)
778 Seiten
ISBN 3453042840
Originaltitel: Neverness
Erschienen: 1991
Übersetzer: Winfried Petri
Titelbild: Michael Hasted

Was soll man noch zu einem Buch sagen, das angeblich an „Größe und Detailreichtum“ Frank Herberts „Wüstenplaneten“ übertreffen soll? Als ich das Buch zum ersten Mal in den Händen hielt, war ich durch diese Ankündigung schon sehr gespannt darauf, es zu lesen. Doch diese Vorfreude legte sich rasch nach den ersten Seiten.

Aber nun erst mal zur Geschichte selbst. In Neverness, „der Stadt der Blaukälte“, lebt unser junger Held Mallory seit seiner Geburt. Am Beginn der Handlung steht er kurz davor, ein Fahrensmann zu werden, Mitglied derjenigen Vereinigung, die zu dieser Zeit die Weltraumfahrt bestreitet. Das Schicksal will es nun, dass kurz vor seiner Aufnahme sein lange vermisster Onkel Leopold Soli, ein Lordpilot, wieder heimkehrt und eine Nachricht von den Ieldra bringt. Die Ieldra sind die älteste Alienrasse des Universums und haben angeblich das Leben darin erst ermöglicht. Doch es muss dazu gesagt werden, dass die Ieldra seit Millionen von Jahren verschollen sind. Unmittelbar nach der Ankunft des Lordpiloten taucht das Gerücht auf, dass ein Kreuzzug ausgerufen werden soll, um nach dem Geheimnis des Lebens zu suchen. Der Protagonist hat vor dieser Ausrufung einen heftigen Streit mit seinem Onkel, den er im übrigen nicht ausstehen kann. Bei diesem Streit schwört er nach seiner Ernennung zum Piloten und im Sinne des Kreuzzuges, in die Festkörperwesenheit einzudringen. Diese ist ein überdimensionales Gehirn, welches ungefähr die Größe einer Galaxie hat. Mallory hat sich damit eine Aufgabe gestellt, bei der schon viele Fahrensleute vor ihm gescheitert sind.

Aber Mallory setzt es trotzdem in die Tat um. Für ihn stellt die Festkörperwesenheit soviel wie einen Gott dar, welcher sich zu seinem Erstaunen aber dann doch als eine Göttin herausstellt. Nachdem er von ihr geprüft wird und diesen Test erfolgreich besteht, darf er drei Fragen an die Göttin stellen. In einer der drei Fragen möchte Mallory die Antwort auf das Geheimnis des Lebens haben, und er erfährt, dass dieses in der ältesten DNS der Menschheit zu finden sei.

Mit dieser Nachricht nun in Neverness wieder angekommen, wird Mallory auch gleich zum Lordpiloten befördert. Ein paar Tage später hat er dann eine fixe Idee, wo die älteste DNS zu finden sein könnte. Auf dem Planeten, wo Neverness sich befindet, gibt es noch einen anderen Menschenschlag, die Alaloi. Sie sollen angeblich Gene der Neandertaler der guten alten Erde mit sich herumtragen. Aber sie besitzen nicht nur diese Gene, sondern sie haben auch den gleichen Lebensstil und sehen genauso aus wie ihre berühmten Vorfahren. Der Zeitwahrer von Neverness ruft daraufhin eine Expedition aus, zu der natürlich Mallory und sein Onkel gehören, um Chromosomen der Alaloi in die Hand zu bekommen.

Und nun beginnt eigentlich das größte Abenteuer des Buches. Doch ich möchte an dieser Stelle unterbrechen. Die Story finde ich eigentlich recht interessant und es wäre bestimmt ein gutes Buch daraus geworden, wenn nur dieser fürchterliche, zähe Schreibstil nicht wäre. Auch beim „Wüstenplaneten“ stößt man auf viele Begriffe, die einem unklar sind. Bloß mit dem Unterschied, dass diese Begriffe dem wissbegierigen Leser erklärt werden. Hier nichts. Zindell packt sein Buch mit Begriffen voll, die ich nicht kenne oder mit denen ich nichts anfangen kann. Vielleicht sollen sie das Buch interessanter oder utopischer machen, doch sie erschweren das Lesen nur. Dazu kommt der langweilige Schreibstil, der sich nur bei den Dialogen auflockert. Man muss für das Buch viel Ruhe und Konzentration aufbringen, um es lesen zu können und zu begreifen.

Ob ich es nun empfehlen kann oder nicht, ist eine Frage, zu der ich folgendes sagen möchte. Am Buch selbst hat mir die Story gut gefallen, obwohl der Stil das Positive wieder weit hinunter drückt. Na ja, jedem, der nun doch etwas neugierig geworden ist, empfehle ich das Buch trotz des hohen Preises und wünsche ihm viel Erfolg beim Lesen. Ach ja, eines noch. An Frank Herberts „Wüstenplaneten“ reicht es nicht heran. (Jens Pauling)

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Neverness. Roman.

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