Paradiese der Sonne

paradiese-der-sonneJ. G. Ballard
Paradiese der Sonne

(sfbentry)
Edition Phantasia
ISBN 9783937897288
Paperback; Science Fiction Paperback (1010)
Umfang: 219 Seiten
Originaltitel: The drowned world (1962)
Erschienen: 2008
Uebersetzer: Joachim Körber
Titelbild: Herbert Brandmeier

www.edition-phantasia.de

Vor einigen Jahrzehnten erhöhten sich sprunghaft die Aktivitäten der Sonne und riesige Protuberanzen in erschreckender Zahl ließen bald die schützende Ionosphäre der Erde vergehen. Die Folgen sind gravierend für alles, was die sonst Leben spendende Sonne bescheint: Natürlich schmelzen die Polkappen und sämtliche Gletscher weltweit vollständig ab, die Permafrostböden in Alaska, Sibirien und allen nördlichen Breitengraden tauen auf und verwandeln Bäche und harmlose Flüsse zu reißenden Strömen.

Innerhalb weniger Jahre steigen die Temperaturen in Äquatornähe auf Spitzenwerte von bis zu 80°C an und die Städte und Bauwerke der Menschheit versinken im wahrsten Sinne des Wortes. Fauna und Flora passen sich den verändernden Umweltbedingungen so gut es geht an; viele Tierarten verschwinden vom Antlitz der Erde, andere blühen auf und entwickeln riesige Exemplare und neue Varianten. Beispiele dafür sind bis zu 9 Meter lange Krokodile, faustgroße Anophelesmücken und meterlange Leguane. Auch die Pflanzenwelt steht Kopf. Moose, Flechten und Pilze mutieren zu Massenerscheinungen, Dschungel – durchdrungen von mannigfaltigen neuen Gattungen – breiten sich explosionsartig aus und ersticken die letzten aus dem Wasser ragenden Zeugnisse der Zivilisation.

Die Menschheit flieht in die Polregionen der Arktis und Antarktis und versucht zu retten, was zu retten ist. Doch sie kann den Niedergang nicht aufhalten und Milliarden sterben an der Hitze, an Tropenkrankheiten und dem Mangel an Wasser und Nahrung. Eine wissenschaftlich-militärische Expedition macht sich auf in die Region des ehemaligen Europa, um die veränderten Küstenlinien neu zu kartografieren, soweit dies bei der Vielzahl an Lagunen, Atollen, Inseln und weiter steigendem Meeresspiegel überhaupt möglich ist. Doch auch die Menschen selbst verändern sich; archaische Urinstinkte, längst vergessen geglaubte Erinnerungen tauchen auf und nehmen Einfluss auf ihr Denken… und ihr Handeln.

J.G. Ballard schrieb schon 1962 diesen Klassiker, der als „Karneval der Alligatoren“ bereits mehrfach auf deutsch bei verschiedenen Verlagen veröffentlicht wurde. Weit vor dem Film Waterworld (mit Kevin Costner als mutierter Aquamensch) zeigt Ballard, dass globale Änderungen schlussendlich sich auch auf uns selbst auswirken können. Entgegen dem Protagonisten – Dr. Robert Kerans – hätte ich mich sicher nicht für den Weg in die „Paradiese der Sonne“ entschieden. Das Buch zu lesen, war in jeden Fall die richtige Entscheidung!

Copyright (C) 2008 by Werner Karl

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