Quintessenz

quintessenzKeith R. A. DeCandido
Quintessenz
Star Trek – The Next Generation 3

Star Trek – The Next Generation: Q & A, USA, 2008
Cross Cult, Asperg, 01/2010
TB, Science Fiction
ISBN 978-3-941248-63-2
Aus dem Amerikanischen von Stephanie Pannen
Titelbild von Paramount Pictures Corporation

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Zu den wichtigsten Nebenfiguren in „Star Trek – The Next Generation” gehörte das gottgleiche Wesen Q. Anfang und Ende der Serie bestimmten die Prüfungen, die seine Rasse – das ‚Kontinuum’ – den Menschen auferlegte und Q zum geheimen Fürsprecher der Menschen machte. Innerhalb der sieben Staffel entwickelte er sich zudem zu einer persönlichen Nemesis von Captain Picard: Er versetzte ihn nicht nur als Robin Hood in den Sherwood Forest und zeigte ihm später, wie sein Leben verlaufen wäre, wenn er an einem bestimmten Punkt eine andere Entscheidung getroffen hätte, er warnte ihn auch schon sehr früh vor den Borg. Eine seltsame Hassliebe entwickelte sich zwischen den beiden in dieser Zeit, in der keiner dem anderen eingestehen wollte, dass sie voneinander fasziniert waren. So ist es auch kein Wunder, dass Keith R. A. DeCandido „Q“ zum Dreh- und Angelpunkt seines Romans „Quintessenz“ machte.

Captain Jean-Luc Picard ist auf dem Weg zur nächsten größeren Sternenflottenbasis, um sich den Vorwürfen zu stellen, die man ihm wegen des letzten Aufeinandertreffens mit den Borg macht. Denn wieder hat der Captain der ‚USS Enterprise E“ versagt und beinahe die Mission zum Scheitern gebracht. Dabei starben einige Mitglieder seiner Crew, andere wurden unrettbar assimiliert. So herrscht auf dem Heimflug eine gedrückte Stimmung, denn gerade die neuen Crewmen müssen mit dem Verhalten ihres Captains zurechtkommen. Dazu gehört auch der neue vulkanische Counsellor der ‚Enterprise’. Allein Beverly Crusher weiß, was ihr alter Freund denkt.

Demnach scheint es eine gute Idee zu sein, im Orbit von Gorsach IX Zwischenstation zu machen, denn auf dem Planeten zeigen sich seltsame Entwicklungen. Als dann auch noch Q auftaucht, ist eines klar: Er steckt wieder einmal dahinter, denn auf seine gewohnt freche und respektlose Art setzt er Picard und den anderen zu. Erst nach und nach erkennen der Captain und die anderen, dass dieses Wesen ihnen wieder einmal nur auf seine verquere Art helfen will, denn nichts anderes als die Existenz des Universums steht diesmal auf dem Spiel.

Der Autor hat sich eine große Aufgabe vorgenommen – nicht nur eine Geschichte im Stil der Serie zu erzählen, sondern auch noch alle Folgen, in denen die Figur ‚Q’ aufgetaucht ist, mit seinem Roman zu verbinden, als seien sie die Prüfungen gewesen, die Picard auf diesen einen Tag vorbereiten sollten. Damit entkräftet er zwar ein wenig das Serienfinale „Gestern, Heute, Morgen“, gibt aber auch dem persönlichen Geplänkel zwischen dem Captain der Enterprise und dem höheren Wesen ein wenig mehr Sinn und Hintergrund. Die Geschichte selbst ist eher durchschnittlich, da es eine Aneinanderreihung von Episoden bietet, die z. T. sehr wenig mit dem Haupthandlungsstrang zu tun haben und nachher auch nicht in die Geschehnisse um Gorsach IX münden. Interessant für Fans sind vor allem die Rückblenden, in denen gezeigt wird, mit welcher Intention Q an die entsprechende Begegnung mit den Menschen von der Enterprise gegangen ist. Damit wagt er sich offen an die tiefere Charakterisierung des gottgleichen Wesens.

Auch bei der Auflösung des ganzen Dramas bleibt der Autor sehr im Geiste Gene Roddenberrys, denn nicht Macht und Stärke retten die Existenz des Universums sondern eine ganz andere Gabe, die den Menschen eigen ist. Daher sollte man weniger Action erwarten, als einen Einblick in das Denken von Q und Picard, deren Chemie hier wie nie zuvor zu stimmen scheint. Das dürfte vor allem Fans der beiden freuen, die sehr viele Zitate aus den entsprechenden Folgen wieder finden können. Auch wenn die Geschichte nicht unbedingt so spannend ist, wie man meinen sollte, fesselt sie doch durch interessante Entwicklungen zwischen den Figuren und ein Geheimnis, das sich erst am Schluss auflöst. (3xPRT)

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)

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