Sternenschatten

sternenschattenSergej Lukianenko
Sternenschatten (2 von 2)

Zvezdnaya Ten, Russland, 1998
Heyne Verlag, München, dt. Erstausgabe: 7/2009
TB, Science Fiction 52553
ISBN 9783453525535
Aus dem Russischen von Christiane Pöhlmann
Titelillustration von Dirk Schulz

www.randomhouse.de/heyne/
www.lukianenko.ru/rus/
www.lukianenko.ru/eng/
www.indigo-online.de

Mit „Sternenschatten“ liegt die Fortsetzung von „Sternenspiel“ (Heyne TB 52411) vor. In „Sternenspiel“ nahm der Shuttlepilot Pjotr Chrumow an der Verschwörung gegen die ‚Konklave’ teil, um die Menschheit und andere Spezies aus der Abhängigkeit der ‚Starken Rassen’ zu befreien. Die Krieger-Rasse der Konklave, die Alari, war auf ein Raumschiff der Geometer gestoßen, die den Menschen gleichen und aufgrund ihrer technischen Überlegenheit ein Gegengewicht zur Konklave bilden könnten. Pjotr Chrumow stößt mit einer falschen Identität zum Heimatplaneten der Geometer vor. Er lernt dort nicht nur ihre Gesellschaft kennen, die gewisse totalitäre Züge trägt, sondern muss auch feststellen, dass die Geometer vor einer noch stärkeren Macht geflohen sind: dem Schatten.

In „Sternenschatten“ kehrt Pjotr zu dem Alari-Geschwader und später zur Erde zurück. Er bringt das Raumschiff der Geometer, mit dem er von ihrer Heimatwelt geflohen ist, wieder in seine Gewalt und bricht mit diversen Begleitern zu dem einzigen Planeten des Schattens auf, der den Geometern bekannt ist. Nach einer Odyssee über mehrere Welten vermag Pjotr Chrumow das Geheimnis des Schattens zu lüften. Wie seine Begleiter sieht Pjotr die Rettung der Erde vor der drohenden Vernichtung durch die Konklave nur in ihrem Eintritt in den Schatten, entschließt sich jedoch, den Heimatplaneten der Geometer aufzusuchen.

„Sternenspiel“ war, abgesehen von der Grundidee, der Rolle der Menschheit als galaktische Fuhrleute innerhalb der Konklave (aufgrund der einzigartigen Antriebstechnik ihrer Raumschiffe, aber nur bezüglich der Überlichtgeschwindigkeit), ein konventioneller Roman. Wer in der Maske eines Geometers ihren Heimatplaneten aufsuchte, war für erfahrene Leser schnell erkennbar, und wegen eines Symbionten war Pjotr Chrumow dort nicht in Gefahr. In „Sternenschatten“ gelingt dem Autor jedoch eine überraschende Wendung: Der Schatten ist keine organisierte Struktur, sondern geradezu anarchistisch und stellt damit einen Alptraum für die Geometer dar – und für die Menschen eine Fluchtmöglichkeit vor der Konklave. Der Autor greift dafür auf ein Sujet zurück, das er auch in zahlreichen anderen SF- und (vermeintlichen oder tatsächlichen) Fantasy-Romanen verwendete, auf Tore zwischen den Welten.

In „Spektrum“ (Heyne TB 52233) sucht der Privatdetektiv Martin Dugin auf diversen Welten, die sich durch Transfertore erreichen lassen, nach einer verschwundenen Frau; in „Weltengänger“ (Heyne TB 52349) und „Weltenträumer“ (Heyne TB 52460) wird Kirill Maximow zu einem ‚Funktional’ gemacht, das zwischen den Welten des Multiversums wechseln kann. Der Autor variiert das Weltentore-Prinzip also lediglich; in „Spektrum“ war es noch am reizvollsten, da der Protagonist vor jedem Transfer den Bewachern der Stationen, den Schließern, eine Geschichte erzählen musste, bevor er sie passieren durfte.

Spätestens nach dem Erscheinen von „Sternenspiel“ und „Sternenschatten“ ist festzustellen, dass das Repertoire Sergej Lukianenkos jenseits seiner „Wächter“-Romane („Wächter der Nacht“ [Heyne TB 53080], „Wächter des Tages“ [Heyne TB 53200], „Wächter des Zwielichts“ [Heyne TB 53198] und „Wächter der Ewigkeit“ [Heyne TB 52255]) offensichtlich sehr eingeschränkt ist. In konventioneller Taschenbuchform wären diese u. a. Romane vielleicht noch zu akzeptieren, aber als voluminöse, teure Paperbacks, wie Heyne sie publiziert?! Ab „Sternenspiel“ und „Sternenschatten“ nicht mehr!

Armin Möhle (armö)

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