Trinity

Kevin J. Anderson/Doug Beason
Trinity

(sfbentry)
The Trinity-Paradox, USA, 1991
Atlantis Verlag, Stolberg, dt. Erstausgabe: 10/2012
TB, SF
ISBN 978-3-941258-98-3
Aus dem Amerikanischen von Heinz Zwack
Titelgestaltung und –illustration von Timo Kümmel
Mit Interviews der Autoren von Christian Endres

www.atlantis-verlag.de
www.wordfire.com
www.dougbeason.com
https://timokuemmel.wordpress.com/

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Als die Atomwaffengegnerin Elisabeth Devane (in der Gegenwart, versteht sich) ein Experiment auf dem Versuchsgelände von Los Alamos zu sabotieren versucht, tötet das außer Kontrolle geratene Gerät nicht nur ihren Partner, sondern schleudert sie in die Vergangenheit. Und zwar in das Jahr 1943, und ohne räumliche Versetzung. Elisabeth Devane findet sich in einer Wildnis wieder, und erst nach einem Gewaltmarsch erreicht sie Los Alamos, das sich noch im Aufbau befindet.

Dr. Robert Oppenheimer und viele andere Wissenschaftler sind bereits vor Ort und forschen an der US-amerikanischen Atombombe. Elisabeth Devane gelingt, sich jener Epoche anzupassen und Mitarbeiterin des Manhatten-Projekts zu werden. Als Atomwaffengegnerin versucht sie sich erneut als Saboteurin – mit dem Ergebnis, dass Dr. Edward Teller stirbt, der in unserer Welt als umstrittener ‚Vater der Wasserstoffbombe‘ bekannt ist, gegenüber dem ‚Komitee für unamerikanische Umtriebe‘ Robert Oppenheimer denunzierte und während seiner Karriere in der Waffenforschung tätig blieb (u. a. am SDI-Programm Ronald Reagans). Aber „Trinity“ war bereits zu einem Alternativwelt-Roman geworden, nachdem Elisabeth Devane durch eine unbedachte Äußerung für eine Änderung der Historie gesorgt hatte.

„Trinity“ ist der zweite Einzelroman des Autorenteams, der in einer deutschen Übersetzung vorliegt. Kevin J. Anderson ist mit Romanen in den „Star Wars“-, „Akte X“- und „Der Wüstenplanet“-Universen sowie mit einer eigenen Reihe in Erscheinung getreten. Sein Co-Autor Doug Beason ist deutlich weniger produktiv; in seinem Fall ist es bei jenen zwei gemeinsamen Veröffentlichungen mit Kevin J. Anderson im deutschen Sprachraum geblieben. Die Autoren entwickeln aus dem Eingriff Elisabeth Devanes konsequent weitere Abweichungen von der Historie, wie wir sie kennen, und greifen auch diverse (Neben-) Aspekte aus ihr auf (beispielsweise die Furcht der Alliierten von einer ‚schmutzigen‘ Bombe Deutschlands, die sich in „Trinity“ realisiert).

Neben der Darstellung eines alternativen Geschichtsverlaufes ist es wohl auch die Intention der Autoren, die Wandlung einer Atomwaffengegnerin zu einer -befürworterin zu schildern. Sie beziehen damit natürlich eine politische Position, die wohlwollend als konservativ und weniger wohlwollend als reaktionär zu bezeichnen ist. Zwar setzen die USA in der Welt von „Trinity“ ihre Atomwaffen skrupellos zur Durchsetzung ihrer machtpolitischen Interessen ein (nach dem Ende des Zeiten Weltkrieges), was die Tatsache ignoriert, dass die Sowjetunion ab 1949 auch über Atombomben verfügte. Okay, in unserer Welt, vielleicht nicht in der von „Trinity“.

„Trinity“ ist als Alternativwelt-Roman nicht sonderlich elegant. Die Autoren beweisen einerseits eine profunde Kenntniss der seinerzeitigen geschichtlichen Vorgänge und ihrer Protagonisten. Über zwei Handlungsebenen kommt der Roman nicht hinaus; die zweite, die in Deutschland spielt, wird durch die Aktivitäten Elisabeth Devanes notwendig. Die Darstellungsweise und Sprache der Autoren ist mitunter weitschweifig. Vor allem aber bedienen sich Kevin J. Anderson und Doug Beason des Kunstgriffes eines Sturzes in die Vergangenheit, um die Veränderungen in der Historie anzustoßen.

Bei den herausragenden Alternativwelt-Romanen der Science Fiction – so in „Das Orakel vom Berge“ von Philip K. Dick, „Wenn das der Führer wüsste“ von Otto Basil, „Die Verwandlung“ von Kingsley Amis, „An den Feuern der Leyermark“ von Carl Amery, „Der große Süden“ von Ward Moore, „Pavane“ von Keith Roberts u. a. m. – ergeben sich die alternativen Geschichtsverläufe aus den geschilderten Welten selbst. Und bedurfte keines Einflusses aus einer anderen Zeit oder aus einem anderen Universum. So bleibt für „Trinity“ nur der Platz für eine Randnotiz in dem reizvollen Subgenre der Alternativwelten.

Copyright © 2015 by Armin Möhle (armö)

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