Warhammer 40.000 – Apokalypse

verschiedene Autoren
Apokalypse
Erweiterung

Warhammer 40.000
Games Workshop Hardcover
200 Seiten
ISBN 1841548405
www.games-workshop.de
www.games-workshop.de/apokalypse
www.forgeworld.co.uk

In der fernen Zukunft werden im Universum gewaltige Schlachten geschlagen. Die Truppen des Imperators verteidigen die Menschheit gegen die hereinbrechenden Horden der Aliens und gegen das Chaos, das die eigenen Reihen korrumpiert. „Apokalypse“ ist eine Erweiterung zum Tabletop „Warhammer 40.000“ und ermöglicht es den Spielern, eben jene Schlachten in einer nie dagewesenen Größenordnung zu schlagen.

Zuerst fällt das große Format des schweren Hardcovers auf. Dann wird man von doppelseitigen und ausklappbaren, vierseitigen Illustrationen in Empfang genommen. Damit wird der Leser sofort auf den Inhalt eingestimmt. Und der hat es in sich.

In „Apokalypse“ dreht sich alles um gigantische Schlachten und gigantische Modelle. Baneblades, Stampfas und Titanen beherrschen das Schlachtfeld. Um solche Schlachten tatsächlich spielen zu können, braucht es natürlich viel Organisation und etliche neue Regeln. Ein Spiel von apokalyptischem Ausmaß ist allerdings auch ein Stück harte Arbeit. Auf all diese Umstände wird hier eingegangen.

Die Autoren erklären zuerst einmal genau, was für ein großer Spaß alles ist, erklären dann aber auch, wie man eine „Apokalypse“-Schlacht genau organisiert. Das reicht vom Hinweis auf Telefonnummern, bis hin zur Verpflegung und Gedanken um Schlafplätze – falls es denn mal länger dauert.

Steht die Organisation, so können die Spieler alles auffahren, was der heimische Schrank so bietet. Dabei gilt: Unter 3000 Punkten braucht man gar nicht erst auftauchen. Glücklicherweise werden die Armeeorganisationspläne aus den Kodizes aufgehoben, so dass eine freie Zusammenstellung möglich ist. Bei der gespielten Mission dreht es sich einfach nur um Missionsziele, die eingenommen werden müssen.

Ein taktisches und gelungenes Element stellen die Gefechtsoptionen dar. Die an Punkten unterlegene Seite erhält übrigens zusätzliche Optionen. Orbitale Luftschläge, verhüllende Nebel und auch Kommunikationsverbot für Spieler (richtig gelesen, die Spieler der betroffenen Seite dürfen sich während der Aufstellung nicht absprechen) gehören zur umfassenden Sammlung an Optionen.

Dabei wird schnell deutlich, dass viele Dinge über Hausregeln erledigt werden. Das gilt vor allem für Geländesonderregeln. Glücklicherweise bietet „Apokalypse“ viele gute Ideen und Beispiele an, um schnell zu einem guten Ergebnis zu kommen. Die Regeln zur Massenschlacht selbst sind erfreulich überschaubar und leicht verständlich.

Detaillierter geht es da erst bei den besonderen Modellen zu. Diese gehören weitgehend zum Programm von Forgeworld (www.forgeworld.co.uk). Wer geschickt genug ist, kann die ein oder andere Sache auch selber bauen. Vor allem Orkspieler haben es da einfach, ist bei Orks ja eh alles getackert.

In „Apokalypse“ finden sich nun sämtliche Regelinformationen zu den gigantischen Modellen. Eine besondere Eigenschaft sind dabei die Strukturpunkte. Immerhin ist es ziemlich schwer einen Titanen auszuschalten – außer man hat einen Titanenzerstörer dabei. Um den Großmodellen Rechnung zu tragen, gibt es einen entsprechenden Regelteil, in dem sich auch Treffer- und Ereignistabellen befinden. Sehr spannend ist dabei auch, dass ein explodierendes Großmodell gerne mal seine Umgebung in Mitleidenschaft zieht. Zeichnet sich also eine Explosion ab, sollte man schleunigst Abstand vom Modell gewinnen und angrenzende Einheiten in Sicherheit bringen.

Jedes Volk aus dem Warhammer-40.000-Universum besitzt nun einen eigenen, umfassenden Eintrag. Dort sind die zulässigen Modelle und Sonderregeln aufgeführt. Außerdem werden auch Truppenverbände vorgestellt. Diese werden mit üblichen Modellen gebildet und besitzen ebenfalls Sonderregeln. Es ist schon imposant eine imperiale Panzerkompanie anrollen, einen Botmob oder ein Himmelsjägerschwadron zu sehen.

Ebenfalls imposant sind die vielen Farbtafeln, Fotos und Illustrationen. Vor allem die großen Kampfszenen sind schön anzuschauen. Hier wird die Liebe zum Detail sehr deutlich. Einzig die Kampfberichte kommen etwas zu kurz. Sie beinhalten zwar Aufstellungen, taktische Überlegungen, Bildmaterial und ein Fazit, aber eine genaue Beschreibung des Kampfverlaufs – eventuell sogar für jede Runde – fehlt leider. Solche Informationen über den Spielablauf wären wünschenswert gewesen.

Die Texte sind gewohnt flott geschrieben und übersetzt. Der typische Humor der Warhammer-Welten findet sich auch hier wieder und es macht großen Spaß Regelinformationen und Hintergrundtexte zu lesen. Wie üblich sind vor allem die Orkeinträge besondere Spaßraketen und regen wie immer zum Schmunzeln an.

Das Layout ist hell und übersichtlich. Man findet sich gut zurecht und hat einfach Spaß beim lesen und gucken. Es gibt in „Apokalypse“ auch sehr viel zu entdecken, vor allem auf den Bildern. Das Buch ist Regelwerk, Bildband und Unterhaltungslektüre in einem. Einfach klasse – oder um es apokalyptisch zu sagen: Einfach gigantisch! Für Spieler und Fans von „Warhammer 40.000“ sind diese Erweiterungsregeln jedenfalls ein Muss.

(c) 2008 by Günther Lietz

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