Mexican Train ToGo

Bei Amazon.deMexican Train ToGo
Fun Size Domino

(sfbentry)

Brettspiel; Pegasus Spiele; Hardcase
91 Dominosteine
9 Lok-Marker
1 Gleiskreuz
Anleitung
http://www.pegasus.de
http://www.dominospiel.de
http://www.dominointernacional.org

Aus dem Hause Pegasus Spiele stammt „Mexican Train ToGo“, ein Dominospiel mit dem Vermerk „Fun Size“. „Mexican Train“ bezieht sich dabei auf eine Spielvariante des Domino. Das dafür nötige Zubehör – Lok-Marker und Gleiskreuz -liegt dem Spiel bei. Mit „ToGo“ verweist Pegasus darauf, dass sich das Spiel zum Mitnehmen eignet. „Fun Size“ steht wiederum für eine angenehme Größe der einzelnen Dominosteine und auch dafür, dass keine Punkte sondern Zahlen auf den Steinen zu sehen sind. Diese sind wiederum groß aufgedruckt und somit leicht zu erkennen. Der Titel hält also genau das was er verspricht: Ein Dominospiel zum Mitnehmen, mit großen Zahlen und der Möglichkeit die Variante Mexican Train zu spielen.

Das Spiel ist in einer Hartschale untergebracht und besitzt einiges an Gewicht. Immerhin handelt es sich um einen sogenanntes Doppel-12-Satz, oder auch 12er-Spiel genannt. Das bedeutet die 12 ist die höchste Augenzahl auf den Steinen – in diesem Falle: Die höchste Wertigkeit. Das ergibt insgesamt 91 Spielsteine, die sich in der stabilen Packung befinden. Mittels einem Reißverschluss kann diese geöffnet werden. Eine kleine Handschlaufe erleichtert den Transport. Neben den Steinen befinden sich noch ein kleines Gleiskreuz aus Schaumpappe und neun Lokmarker darin. Beides ist für die namensgebende Dominovariante Mexican Train gedacht. Die Lokmarker bestehen aus Plastik, sind kleinen Dampfloks nachempfunden und in Glitzerfarben gehalten. Insgesamt ist das Spiel also sehr hochwertig und stabil gefertigt.

Woher Domino nun schlussendlich stammt vermag niemand zu sagen. Die Wurzeln des Spiel werden in China vermutet, doch es ist und bleibt eine Vermutung. Auch bei den Spielregeln scheint es keine Tatsachen zu geben, so wird alleine das Grundspiel in unterschiedlichen Varianten angeführt – und viele behaupten von sich, sie wären korrekt. Korrekt dürfte jedoch nur sein, dass die Dominovarianten aus deutschen Gesellschaftsspielen – die 6er-Spiele mit den schwarzen Steinchen – keinesfalls das wirkliche Domino widerspiegeln. Denn in Wahrheit ist Domino ein spannendes und komplexes Spiel, das Taktik, Köpfchen und natürlich auch ein glückliches Händchen erfordert.

In „Mexican Train ToGo“ ist eine deutschsprachige Spielanleitung enthalten, die mehrere Varianten erklärt. Zum Einen das Grundspiel, auch Muggins genannt. Dann folgen Castle Rock, Chickenfoot und schlussendlich Mexican Train. Die einzelnen Varianten im Detail zu erklären würde zu weit gehen, da selbst Muggins komplex ist und es dort unterschiedliche Regelauslegungen gibt. Während sich das Grundspiel hervorragend für zwei Leute eignet, sind die anderen Varianten mit mehreren Spielern am unterhaltsamsten. Da es sich um einen Doppel-12-Satz handelt, können bis zu acht Spieler miteinander Domino spielen. Leider ist die Spielanleitung knapp ausgefallen und weist nur die nötigsten Informationen auf. Aber durch Spielpraxis – oder bereits dominoerfahrene Spieler – haben neue Spieler schnell den Dreh heraus. Die wenigen Illustrationen und Fallbeispiele sind zwar nützlich, aber zu wenig, um die Komplexität von Domino gänzlich zu erfassen. Und so groß auch die Ziffern auf den Steinen sein mögen, um so kleiner ist leider der Text in der Anleitung.

Das Grundspiel in „Mexican Train ToGo“ reicht jedoch erst einmal aus, um die Tiefe von Domino zu begreifen. Es wird mit einem Doppel-6-Satz gespielt. Sieger ist die Seite, die als erstes 250 Punkte erreicht. Bei zwei Spielern bekommt jeder Spieler verdeckt sieben Dominosteine, bei drei oder vier Spielern sind es nur fünf Dominosteine. Der Startspieler legt den ersten Stein aus, die anderen Steine müssen passend angelegt werden. Dabei gilt: Der erste Doppelstein muss quer, alle folgenden Doppelsteine seitlich angelegt werden. Die jeweils offenen Enden werden zusammengezählt. Um Bonuspunkte zu holen wird mit Divisor 5 gespielt. Das bedeutet: Ist die Summe aller offenen Enden glatt durch fünf teilbar, wird dieses Ergebnis dem betreffenden Spieler als Bonuspunkte gutgeschrieben. Das widerspricht übrigens den offiziellen Grundregeln von FIDO (Fédération Internationale de Domino), die für ein 6er-Spiel einen Divisor von 3 angeben. Dort wird auch etwas anders angelegt.

Wurde der letzte Stein angelegt oder das Spiel ist blockiert, kommt es zur Punktewertung. Es werden die Werte der verbliebenen Handsteine zusammengezählt und auf die nächste durch den Divisor teilbare Zahl reduziert. Dadurch ergeben sich dann die Endpunkte. Klingt einfach, erfordert aber viel Denkarbeit und auch das nötige Quäntchen Glück. Übrigens ist es im Spiel unnötig stets die offenen Enden abzurechnen, da sich die Summe meistens nur um die Differenz eines Steins ändert. Ausnahme bildet das quer anlegen eines Doppelsteins, was laut FIDO ebenfalls anders geregelt ist. Stets gleich bleibt aber immer, dass Domino ein Spiel für Leute mit Köpfchen ist und gut zu unterhalten weiß.

In der spanisch sprechenden Welt hat Domino übrigens einen höheren Stellenwert als in Deutschland – Schade. Es sei jedem angeraten hier schnell Abhilfe zu schaffen und Domino dort einzureihen, wo sich auch Rommé und Canasta befinden. Wer diese Spiele mag, der sollte auch mit Domino gut bedient sein. Bei den vielen möglichen Varianten und Hausregeln wird für jeden etwas dabei sein. „Mexican Train ToGo“ bietet jedenfalls den richtigen Einstiegspunkt für Anfänger, ist der ideale Reisebegleiter, schönes Spielmaterial für Kenner und durch Zahlen statt Punkte überschaubarer für Alt und Jung.

Copyright © 2009 by Günther Lietz

„Mexican Train ToGo“ bei Amazon.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.